FRANKFURT (dpa-AFX) - Ausgewählte Analysten-Einstufungen im dpa-AFX-Nachrichtendienst vom 13.07.2012
ASML
LONDON - Das japanische Analysehaus Nomura hat ASML von "Buy" auf "Neutral" abgestuft. Die Fundamentaldaten seien nun in den Aktien des niederländischen Chipausrüsters eingepreist, schrieb Analystin Carmen Boyero in einer Studie am Freitag. Nachdem sich die Papiere in diesem Jahr besser als der Markt entwickelt hätten, habe sie die Titel abgestuft. Der Aktienkurs dürfte jetzt auf dem gegenwärtigen Niveau konsolidieren.
BB BIOTECH
FRANKFURT - Equinet hat die Einstufung für BB Biotech auf "Buy" mit einem Kursziel von 73,00 Euro belassen. Ein Tausch in Anteile eines Anlagefonds könnte den Aktionären der Biotech-Holding große Vorteile bringen, schrieb Analyst Edouard Aubery in einer Studie vom Freitag. Das Angebot würde einen Aufschlag von 31,7 Prozent auf den Schlusskurs mit sich bringen. Zudem könnten die Anteile des neuen Anlagefonds jederzeit zum aktuellen Nettovermögenswert (NAV) gehandelt werden. Aubery betonte zugleich aber, dass BB Biotech das Angebot bislang allerdings abgelehnt habe.
BILFINGER
FRANKFURT - Die Commerzbank hat die Einstufung für Bilfinger Berger nach der angekündigten Übernahme von Westcon auf "Buy" mit einem Kursziel von 85,00 Euro belassen. Der geplante Erwerb des US-Montage- und Servicespezialisten mit einer Leistung von über 150 Millionen Euro sei leicht positiv für den Mannheimer Baukonzern, schrieb Analyst Norbert Kretlow in einer Studie vom Freitag. Westcon passe gut zur Bilfinger-Sparte Industrial Services und dürfte den Gewinn je Aktie von Bilfinger Berger um zwei Prozent steigern, schätzt der Experte.
BMW
LONDON - Die britische Investmentbank HSBC hat das Kursziel für BMW vor Zahlen zum zweiten Quartal von 80,00 auf 67,00 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf "Overweight" belassen. Der Autobauer dürfte uneinheitliche Kennziffern präsentieren, schrieb Analyst Horst Schneider in einer Studie vom Freitag. Dies scheine aber bereits weitgehend eingepreist zu sein. Dem existierenden Preisdruck dürften positive Wechselkurseffekte entgegen gestanden haben. Er habe seine Prognosen für das operative Ergebnis (EBIT) der Jahre 2012 und 2013 um neun respektive sechs Prozent reduziert. Die Aktie sei aber nach wie vor günstig bewertet.
CARREFOUR
FRANKFURT - Die Deutsche Bank hat das Kursziel für Carrefour nach Umsatzzahlen von 18,20 auf 15,10 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Hold" belassen. Der Schritt hin zum "Every-Day-Low-Price"-Konzept (EDLP) in Frankreich habe noch nicht zu einer Verbesserung der Umsatzentwicklung geführt, schrieb Analyst James Collins in einer Studie vom Freitag. Es gebe aber Potenzial für bessere Absatztrends. Dennoch müssten Anpassungen an die Prognosen vorgenommen werden. Insgesamt dürften die Gesamtjahresergebnisse aber nicht dramatisch vom derzeitigem Niveau abweichen.
DAIMLER
LONDON - Die britische Investmentbank HSBC hat das Kursziel für Daimler vor Zahlen zum zweiten Quartal von 45,00 auf 38,00 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Der Autobauer dürfte mit seinem Zahlenwerk kaum positiv überraschen, schrieb Analyst Horst Schneider in einer Studie vom Freitag. Seine Prognosen für das zweite Jahresviertel lägen leicht unter den durchschnittlichen Analystenschätzungen. In Erwartung eines zunehmenden Preisdrucks für Mercedes-Pkw habe er seine Erwartung für das operative Ergebnis (EBIT) im laufenden Jahr reduziert.
DELTICOM
LONDON - Die britische Investmentbank HSBC hat Delticom vor Zahlen zum zweiten Quartal von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft, das Kursziel aber von 80,00 auf 70,00 Euro gesenkt. Die Kennziffern dürften von einem schwachen Sommerreifen-Schlussverkauf in Deutschland belastet worden sein, schrieb Analyst Christopher Johnen in einer Studie vom Freitag. Dennoch sollte der Online-Reifenhändler aufgrund von Preiserhöhungen und Marktanteilsgewinnen um zwei Prozent gewachsen sein. In Erwartung zurückgehender Absatzvolumina habe er seine Gewinnprognosen für die Jahre 2012 bis 2014 um acht bis zehn Prozent reduziert. Das Unternehmen bleibe aber fundamental gesehen attraktiv. Dies gelte nach dem 40-prozentigen Kursverlust seit April auch für die Delticom-Aktie.
DEUTSCHE TELEKOM
LONDON - Die Schweizer Bank Credit Suisse hat Deutsche Telekom von "Underperform" auf "Neutral" hochgestuft und das Kursziel von 8,50 auf 9,00 (Kurs: 9,01) Euro angehoben. Die Perspektiven für die Tochter T-Mobile USA verbesserten sich, schrieb Analyst Justin Funnell in einer Branchenstudie vom Freitag. So dürfte sich der operative Gewinn (EBITDA) im Mobilfunkgeschäft in den USA stabilisiert haben
EON
LONDON - Die britische Investmentbank HSBC hat die Einstufung für Eon auf "Overweight" mit einem Kursziel von 20,00 Euro belassen. Die Vorhersagen hinsichtlich Fördervolumina und Preisentwicklung von Schiefergas - dem in Tonsteinen gespeicherten und technisch anspruchsvoll zu gewinnenden Erdgas - differierten deutlich, schrieb Analyst Adam Dickens in einer Branchenstudie vom Freitag. Die meisten Experten rechneten aufgrund eines anhaltend starken Nachfragewachstums in China und Indien mit einer Angebotsknappheit ab 2014. Die hohe Gasnachfrage dürfte selbst durch zusätzlich erschlossene Flüssigerdgas-Vorkommen nicht gesättigt werden und sollte die Schiefergas-Förderung positiv beeinflussen. Davon könnten unter anderem Eon, Gazprom, Total und BG Group profitieren.
GERRESHEIMER
FRANKFURT - Die Commerzbank hat die Einstufung für Gerresheimer nach einer Investorenveranstaltung zur Sparte Medical Plastics in Tschechien auf "Buy" mit einem Kursziel von 43,00 Euro belassen. Der Kapitalmarkttag habe seine Einschätzung bestätigt, dass Medical Plastics der Umsatz- und Gewinntreiber des Spezialverpackungsherstellers sein wird, schrieb Analyst Daniel Wendorff in einer Studie vom Freitag. Nach den starken Zahlen zum zweiten Quartal sehe er Raum für eine Anhebung seiner Prognose für das bereinigte Ergebnis je Aktie im laufenden Jahr um fünf bis sieben Prozent.
HANNOVER RUECK
LONDON - Die US-Investmentbank Merrill Lynch hat Hannover Rück (Hannover Rueckversicherung) von "Buy" auf "Neutral" abgestuft und das Kursziel auf 52,00 Euro belassen. Die beiden Rückversicherer Munich Re und Hannover Rück betrachte er aus fundamentaler Sicht weiterhin positiv, seine Begeisterung über die entsprechenden Aktien habe sich aber abgekühlt, schrieb Analyst Brian Shea in einer Branchenstudie vom Freitag. Nachdem sich beide Anteilsscheine zuletzt sehr gut entwickelt hätten, fehle es nun an Kurstreibern. Auch die bevorstehende Bekanntgabe der Zahlen zum zweiten Quartal dürfte kaum Impulse verleihen. Anleger sollten ihren Standpunkt überdenken und in risikoreichere Branchenwerte wie Axa, ING oder auch Allianz umschichten, empfiehlt der Experte.
JPMORGAN
LONDON - Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat die Einstufung für JPMorgan (JPMorgan ChaseCo) nach Zahlen zum zweiten Quartal auf "Overweight" belassen. Bei den bereinigten Gewinnen habe die Bank ihre Erwartungen übertroffen, schrieb Analystin Betsy Graseck in einer Studie vom Freitag. Das habe aber an der Auflösung von Rückstellungen gelegen.
KABEL DEUTSCHLAND
LONDON - Die Schweizer Bank Credit Suisse hat die Einstufung für Kabel Deutschland vor Zahlen zum ersten Geschäftsquartal auf "Neutral" mit einem Kursziel von 43,00 Euro belassen. Der Kundenschwund beim Basis-Kabelangebot dürfte sich nach dem hohen Verlust im vergangenen Quartal wieder auf einem normalen Niveau stabilisiert haben, schrieb Analyst Hendrik Herbst in einer Studie vom Freitag. Im Geschäft mit Breitband- und Telefonanschlüssen dürfte die Kabelgesellschaft angesichts einer hohen Nachfrage unter dem Strich Kunden gewonnen haben.
LINDE
LONDON - Die US-Investmentbank Merrill Lynch hat das Kursziel für Linde von 128,00 auf 117,00 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Mit der Übernahme des US-Sauerstoffgeräte-Herstellers Lincare verändere sich das Risikoprofil der Aktien des deutschen Industriegasekonzerns, schrieb Analyst Laurent Favre in einer Studie vom Freitag. Der Experte verwies auf den anhaltenden Preisdruck im Gesundheitsmarkt der USA, der die Erträge unter Druck setzen könnte. Die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns der Übernahme von Lincore sei minimal. Favre bevorzugt unter den anderen Schwergewichten der Branchen die Aktien von BASF und Syngenta.
LUFTHANSA
LONDON - Die britische Investmentbank HSBC hat die Einstufung für Lufthansa (Deutsche Lufthansa) vor der Quartalsberichtsaison der europäischen Airline-Branche auf "Overweight" mit einem Kursziel von 11,00 Euro belassen. Die Netzwerk-Fluggesellschaften dürften ihr Ergebnis im zweiten Quartal im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum in einem konjunkturell schwierigen Umfeld stabil gehalten haben, schrieb Analyst Andrew Lobbenberg in einer Sektorstudie vom Freitag. Dies impliziere eine operative Marge von drei Prozent für die Lufthansa und sei eine deutlich bessere Entwicklung als im Vorquartal. Er ziehe deshalb die Aktien von Netzwerk-Carriern wie Lufthansa, Air France-KLM und IAG den Billigflieger-Papieren wie Ryanair und Easyjet vor.
MTU
FRANKFURT - Die Commerzbank hat die Einstufung für MTU (MTU Aero Engines) nach der Luftfahrtmesse in Farnborough auf "Buy" mit einem Kursziel von 66,00 Euro belassen. Der Triebwerkshersteller habe auf der Messe Rekordaufträge von 1,3 Milliarden Euro an Land gezogen, schrieb Analyst Stephan Böhm in einer Studie vom Freitag. Damit sei der MTU-Marktanteil allein am Antrieb des neuen Airbus-Volumenmodells A320neo auf 50 Prozent gestiegen. Er gehe davon aus, dass MTU den Jahresausblick mit der Bekanntgabe der Zahlen zum zweiten Quartal erhöht.
MUNICH RE
LONDON - Die US-Investmentbank Merrill Lynch hat sowohl die Papiere der Munich Re (Muenchener Rueckversicherungs-Gesellschaft) als auch die Anteilsscheine der Hanover Rück von "Buy" auf "Neutral" abgestuft. Für den deutschen Branchenprimus beließ Analyst Brian Shea in einer Branchenstudie vom Freitag das Kursziel auf 122,00 (Kurs: 112,70) Euro und das für Hannover Rück auf 52,00 (Kurs: 46,565) Euro. Die beiden Rückversicherer betrachte er aus fundamentaler Sicht weiterhin positiv, seine Begeisterung über die entsprechenden Aktien habe sich aber abgekühlt.
NORMA
FRANKFURT - Die Commerzbank hat die Einstufung für Norma nach der angekündigten Akquisition von Nordic Metalblok auf "Buy" mit einem Kursziel von 27,00 Euro belassen. Der Kaufpreis für den italienischen Schellenhersteller dürfte sich auf rund 7 Millionen Euro belaufen, schätzte Analyst Ingo-Martin Schachel in einer Studie vom Freitag. Die Übernahme passe strategisch gut zu dem deutschen Hersteller von Verbindungstechnik. Nordic Blok dürfte rund ein Prozent zu Umsatz, operativem Ergebnis und Gewinn je Aktie von Norma beitragen.
PEUGEOT
FRANKFURT - Die Commerzbank hat das Kursziel für Aktien des Peugeot-Konzerns (Peugeot) nach einem angekündigten Halbjahresverlust und dem vorgestellten Umstrukturierungsplan von 10,00 auf 6,70 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf "Hold" belassen. Die Überkapazitäten seien nur eines von mehreren Problemen des französischen Autobauers, schrieb Analyst Sascha Gommel in einer Studie vom Freitag. Die Marktpositionierung der Marken Peugeot und Citroen berge das Risiko zwischen Volkswagen (Volkswagen vz) am oberen Ende und Hyundai (Hyundai Motor)/Kia im unteren Bereich "zerquetscht" zu werden. Er habe seine Prognosen für das Ergebnis je Aktie der Jahre 2012 und 2013 deutlich reduziert.
PEUGEOT
FRANKFURT - Die Deutsche Bank hat die Einstufung für Peugeot nach vorläufigen Zahlen auf "Hold" mit einem Kursziel von 10,00 Euro belassen. Der französische Autokonzern habe mit der Bekanntgabe seines Kostensenkungsprogramms auch Aussagen zu den Halbjahreszahlen gemacht, die seinen sehr negativen Erwartungen entsprochen hätten, schrieb Analyst Gaetan Toulemonde in einer Studie vom Freitag. Der operative Verlust betrage laut dem Management etwa 700 Millionen Euro, er habe mit einem Minus von 680 Millionen Euro gerechnet.
SAP
FRANKFURT - Die Deutsche Bank hat die Einstufung für SAP nach vorläufigen Zahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 65,00 Euro belassen. Der Softwarekonzern habe im zweiten Quartal die Lizenzumsätze um 19 Prozent gesteigert, schrieb Analyst Marc Geall in einer Studie vom Freitag. Damit liege der tatsächliche Anstieg 4 Prozent über seiner eigenen Schätzung und etwa 8 Prozent über der Durchschnittsprognose der Analysten. Allerdings seien die Margen schwächer als erwartet ausgefallen.
SAP
ZÜRICH - Die UBS hat die Einstufung für SAP nach überraschend stark ausgefallenen vorläufigen Quartalszahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 51,00 Euro belassen. Die Erlöse aus Lizenzgebühren hätten die Markterwartungen und auch die eigenen Zielvorgaben des Software-Herstellers deutlich übertroffen, schrieb Analyst Michael Briest in einer Studie vom Freitag. Da keine Stellungnahme zum Ausblick erfolgt sei, rechne er diesbezüglich auch nicht mehr mit Veränderungen. Mit der Bekanntgabe detaillierter Verkaufszahlen für das neue Softwareprodukt für Datenbanken Hana sei am 24. Juli zu rechnen.
SAP
FRANKFURT - Die Commerzbank hat die Einstufung für SAP nach vorläufigen Zahlen zum zweiten Quartal auf "Buy" mit einem Kursziel von 60,00 Euro belassen. Nach einem eher enttäuschenden Start ins Jahr habe der Softwarekonzern über ein sehr starkes zweites Jahresviertel berichtet, schrieb Analyst Thomas Becker in einer Studie vom Freitag. Damit dürften die Walldorfer mit der anstehenden Veröffentlichung des endgültigen Quartalsberichts ihre Jahresziele beibehalten. Auch er sehe keinen Grund, seine Prognosen zu ändern.
UNITED INTERNET
FRANKFURT - Die Deutsche Bank hat die Einstufung für Uniterd Internet (United Internet) auf "Buy" mit einem Kursziel von 17,00 Euro belassen. Das Wachstum in der Telekommunikationsbranche dürfte sich im zweiten Quartal weiter abschwächen, schrieben die Analysten um Robert Grindle in einer Branchenstudie vom Freitag. Allerdings könnten Investoren nach wie vor von strukturellen Wachstumsstories und solchen in den aufstrebenden Volkswirtschaften profitieren. Die Zahlen für das zweite Quartal dürften erneut belegen, dass United Internet auf gutem Wege sei, seine Ziele zu erreichen. Er ziehe aber unter anderem Kabel Deutschland oder Telenor vor.
Bildquellen: Julian Mezger