08.01.2013 17:08

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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 08.01.2013 - 17.00 Uhr


    Japan will ESM-Anleihen kaufen - Rettungsschirm erstmals aktiv

 

    TOKIO/FRANKFURT  - Die neue japanische Regierung macht mit ihrem Wahlkampfverprechen Ernst, die heimische Konjunktur über einen schwächeren Yen stützen zu wollen. Finanzminister Taro Aso sagte am Dienstag vor Journalisten, künftig wolle Japan Anleihen des Euro-Rettungsfonds ESM kaufen. Damit soll der Euroraum stabilisiert und mithin der Euro gestützt werden. Den starken Yen würde dies im Gegenzug schwächen. Zur Finanzierung will die Regierung allerdings nicht auf japanische Yen zurückgreifen, sondern die Fremdwährungsbestände des Landes nutzen. Beobachter werteten dies als Schritt, internationaler Kritik vorzubeugen.

 

Deutschland: Industrieaufträge nach starkem Vormonat rückläufig

 

    BERLIN  - Die deutsche Industrie hat im November nach einem starken Vormonat ein deutliches Auftragsminus hinnehmen müssen. Nach Zahlen des Wirtschaftsministeriums vom Dienstag waren die Aufträge im Monatsvergleich um 1,8 Prozent rückläufig. Bankvolkswirte hatten einen Rücksetzer um 1,4 Prozent erwartet. Allerdings war die Entwicklung im Oktober sehr robust ausgefallen. Es hatte sich ein Auftragszuwachs um korrigiert 3,8 (zunächst 3,9) Prozent ergeben. Das war der stärkste Anstieg seit Anfang 2011.

 

Deutschland: Exporte geben im November stark nach

 

    WIESBADEN  - Für den deutschen Außenhandel war der November kein guter Monat. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts vom Dienstag gaben die Ausfuhren im Vergleich zum Oktober um 3,4 Prozent nach. Das ist der stärkste Rückgang seit gut einem Jahr. Auch die Einfuhren waren rückläufig, sie sanken um 3,7 Prozent und damit so stark wie seit rund einem halben Jahr nicht mehr. Im Jahresvergleich stagnierten die Exporte, während die Importe um 1,2 Prozent nachgaben. Die Zahlen blieben deutlich hinter den Markterwartungen zurück.

 

Eurozone: Wirtschaftsstimmung ESI hellt sich weiter auf

 

    BRÜSSEL  - Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hat sich zum zweiten Mal in Folge aufgehellt. Der Economic Sentiment Index (ESI) stieg von November auf Dezember um 1,3 Punkte auf 87,0 Zähler, wie die Europäische Kommission am Dienstag in Brüssel mitteilte. Das ist die höchste Stand seit fast einem halben Jahr. Die Markterwartungen wurden übertroffen.

 

Eurozone: BCI-Geschäftsklima hellt sich nicht so stark auf wie erwartet

 

    BRÜSSEL  - Das Geschäftsklima in der Eurozone hat sich im Dezember nicht so stark wie erwartet aufgehellt. Der Business Climate Indicator (BCI) stieg von revidiert minus 1,17 Punkten im Vormonat (zuvor minus 1,19 Punkte) auf minus 1,12 Zähler, wie die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mitteilte. Volkswirte hatten einen etwas stärkeren Anstieg auf minus 1,09 Punkte erwartet.

 

Eurozone: Arbeitslosenquote erreicht neues Rekordhoch

 

    LUXEMBURG  - In der Eurozone hat die Arbeitslosenquote im November ein neues Rekordniveau erreicht. Sie sei von 11,7 Prozent im Vormonat auf 11,8 Prozent gestiegen, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Dienstag in Luxemburg mit. Volkswirte hatten diesen Anstieg erwartet.

 

Eurozone: Einzelhandel legt nur leicht zu

 

    LUXEMBURG  - Die Einzelhändler im Euroraum haben im November kaum Boden gut machen können. Im Vergleich zum Oktober legten die Umsätze nur geringfügig um 0,1 Prozent zu, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Dienstag in Luxemburg mitteilte. Der Anstieg blieb hinter den Erwartungen von plus 0,3 Prozent zurück. Allerdings fiel das Umsatzminus im Oktober schwächer aus als bislang berechnet. Anstatt eines Rückgangs um 1,2 Prozent ergibt sich nun ein Minus um 0,7 Prozent. Im Jahresvergleich sank der Einzelhandelsumsatz im November um 2,6 Prozent.

 

Arbeitslosigkeit in der Eurozone erreicht neuen Rekord

 

    LUXEMBURG/BRÜSSEL  - Die Wirtschaftskrise hat die Arbeitslosigkeit in der Eurozone auf einen neuen Rekord getrieben. Im November waren in den 17 Ländern mit der Gemeinschaftswährung 18,8 Millionen Menschen ohne Beschäftigung, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Dienstag meldete. Das entspricht einer Quote von 11,8 Prozent - 0,1 Prozentpunkte oder 113000 mehr als im Vormonat. Zum Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosenzahl um mehr als 2,01 Millionen.

 

Samaras sieht Griechenland bei Sanierung auf gutem Weg

 

    BERLIN  - Das hoch verschuldete Euro-Krisenland Griechenland kommt nach Angaben von Ministerpräsident Antonis Samaras beim harten Sanierungskurs voran. "Ich sehe das Glas halbvoll", sagte Samaras am Dienstag in Berlin. "Wir liefern, Europa hilft." Sein Land unternehme "enorm große Anstrengungen", die Dinge wieder in Ordnung zu bringen, betonte der konservative Politiker vor einem Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Er hob zugleich die großen Opfer seiner Landsleute hervor. "Wir versuchen, Glaubwürdigkeit zurückzuerlangen." Dies gelte für die anderen europäischen Völker wie für die Märkte.

 

ESM tritt erstmals am Finanzmarkt in Erscheinung

 

    FRANKFURT  - Der ständige Euro-Rettungsfonds ESM hat sich am Dienstag erstmals frische Mittel am Finanzmarkt besorgt. Mit einer Auktion dreimonatiger Geldmarktpapiere (Bills) nahm der ESM 1,93 Milliarden Euro auf, wie die Bundesbank am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Das war etwas weniger als maximal geplant. Die durchschnittliche Rendite lag mit minus 0,0324 Prozent im negativen Bereich. Das bedeutet, dass Käufer der Papiere unter dem Strich drauflegen - ein Resultat der Schuldenkrise, die viele Investoren in sichere Anlagen treibt. Die Bonität des ESM ergibt sich zu einem Großteil durch Garantien und Bareinlagen Deutschlands und Frankreichs.

 

Griechenland besorgt sich frisches Geld

 

    ATHEN/FRANKFURT  - Das hochverschuldete Euroland Griechenland hat sich am Dienstag zum ersten Mal im neuen Jahr frisches Geld am Kapitalmarkt besorgt. Der Verkauf von Geldmarktpapieren mit Laufzeiten von sechs Monaten und vier Wochen spülte insgesamt 2,6 Milliarden Euro in die Athener Staatskasse. Dies geht aus Zahlen der Schuldenagentur PDMA hervor. 2,0 Milliarden Euro wurden demnach im Rahmen einer Versteigerung erzielt, weitere 600 Millionen Euro erbrachten Gebote außerhalb der Auktion.

 

/rob/jkr

 

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