17.08.2012 17:27
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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 17.08.2012 - 17.00 Uhr

    USA: Michigan-Konsumklima steigt überraschend

 

    MICHIGAN  - In den USA hat sich das von der Universität Michigan ermittelte Konsumklima im August überraschend aufgehellt. Der Index sei von 72,3 Punkten im Vormonat auf 73,6 Punkte geklettert, teilte die Universität am Freitag in einer ersten Schätzung mit. Volkswirte hatten hingegen mit einem Rückgang auf 72,2 Punkte gerechnet.

 

USA: Frühindikatoren steigen im Juli stärker als erwartet

 

    WASHINGTON  - In den USA ist der Sammelindex der Frühindikatoren im Juli stärker als erwartet gestiegen. Im Monatsvergleich sei der Index um 0,4 Prozent geklettert, teilte das private Forschungsinstitut Conference Board am Freitag in Washington mit. Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg um 0,2 Prozent gerechnet. Im Vormonat war der Index noch um revidierte 0,4 (ursprünglich: 0,3) Prozent gesunken.

 

'Rausschmiss aus der Eurozone'? - Österreichs Regierung uneinig

 

    WIEN  - Scharfe Töne in der Debatte um ein Zerbrechen der Eurozone haben in Österreich für Unstimmigkeiten in der Regierung gesorgt. Während der konservative Außenminister und Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) unartige Länder aus der Union "rausschmeißen" möchte, warnt der sozialdemokratische Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) vor negativen Folgen.

 

Bankenverband: Alle Kreditinstitute müssen unter EZB-Aufsicht

 

    BERLIN  - Die privaten Banken in Deutschland haben sich für eine Kontrolle aller Kreditinstitute der Euro-Zone durch die Europäische Zentralbank (EZB) ausgesprochen. Die EZB-Aufsicht sollte unabhängig von der Größe der Institute erfolgen, erklärte der Präsident des Bankenverbandes, Andreas Schmitz, am Freitag in Berlin. "Ansonsten würden wir in der Europäischen Bankenaufsicht ein Zwei-Klassen-Recht einführen." Der Bankenverband spricht sich damit für die Einbeziehung von Genossenschaftsbanken sowie Sparkassen aus.

 

 

Westerwelle für Ende des Ankaufs von Steuer-CDs

 

    BERN/DÜSSELDORF  - Außenminister Guido Westerwelle (FDP) fordert das Ende des Kaufs Schweizer Steuer-CDs. "Das Ankaufen von Diebesgut bleibt unappetitlich und fragwürdig. Diese Geschäftspraktiken müssen beendet werden", sagte er in einem am Freitag veröffentlichten Interview des Schweizer Wirtschaftsmagazins "Bilanz". Er appellierte an die rot-grün geführten Bundesländer, das Steuerabkommen mit der Schweiz schnellstmöglich zu ratifizieren. Die SPD will das Steuerabkommen im Bundesrat zu Fall bringen.

 

Athens Außenminister reist nach Berlin

 

    ATHEN  - Der griechische Außenminister, Dimitris Avramopoulos, wird am Sonntag zu einem zweitägigen Besuch nach Berlin reisen. Wie das griechische Außenministerium am Freitag in Athen weiter mitteilte, wird Avramopoulos sich am Montag mit Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) am Montag treffen. Bei den Gesprächen geht es unter anderem um die schwere Finanzkrise sowie den anstehenden Besuch des griechischen Regierungschefs Antonis Samaras am 24. August in Berlin.

 

Steuer-CD: Piraten-Abgeordnete zeigen NRW-Finanzminister an

 

    DÜSSELDORF  - Abgeordnete der Piratenpartei haben wegen des Ankaufs gestohlener Bankdaten aus der Schweiz NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) angezeigt. Es bestehe der Verdacht, dass sich der SPD-Politiker der Beihilfe oder der Anstiftung zu einer Straftat schuldig gemacht haben könnte, teilte der Piraten-Abgeordnete Dirk Schatz am Freitag in Düsseldorf mit. Walter-Borjans reagierte gelassen. Die langjährige Praxis von Erwerb und Verwertung der Daten sei längst gerichtlich bestätigt worden.

 

Spanische Banken häufen Rekordberg an faulen Krediten an

 

    MADRID  - Die Last der faulen Kredite in den Bilanzen der spanischen Banken ist auf ein Rekordniveau gestiegen. Wie die Madrider Zentralbank am Freitag mitteilte, stieg das Volumen der ausstehenden Darlehen im Juni im Vergleich zum Vormonat um 8,4 Milliarden Euro auf 164,4 Milliarden Euro.

 

Griechische Kassen fast leer - Staatsverschuldung auf Rekordhöhe

 

    ATHEN  - Die Kassen in Athen werden immer leerer. Während das Finanzministerium in Athen Ende März noch 4,401 Milliarden Euro in seinen Safes hatte, befanden sich Ende Juni noch 3,495 Milliarden Euro in der Kasse. Wie das Finanzministerium in Athen am Freitag mitteilte, erreichte die Staatsverschuldung am 30. Juni 303,5 Milliarden Euro. Im März waren es 280,2 Milliarden. Griechenland wird durch Finanzspritzen der Europartner und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vor der Pleite bewahrt.

 

Finnlands Außenminister heizt Spekulation über Bruch der Eurozone an

 

    LONDON/BERLIN/BRÜSSEL  - Der finnische Außenminister Erkki Tuomioja hat sich zu weit vorgewagt: Möglicherweise funktioniere Europa besser ohne die Eurozone, hatte er im Interview mit der britischen Tageszeitung "Daily Telegraph" vom Freitag gesagt. Das wollte Finnlands Europaminister Alexander Stubb nicht auf seiner Regierung sitzen lassen: Sein Lande sei "zu 100 Prozent" dem Euro verpflichtet und untersuche keinerlei "Weltuntergangszenarien", sagte er dem US-Sender CNBC. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte: "Der Euro ist unumkehrbar."

 

Mehr Baugenehmigungen - Bezahlbare Wohnungen aber knapp

 

    WIESBADEN/BERLIN  - In Deutschland wird mehr gebaut, doch billige Wohnungen werden knapp. Bezieher niedriger Einkommen hätten zunehmend Probleme, bezahlbare Wohnungen zu finden, erklärte der Präsident des Deutschen Städtetages, der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) am Freitag. "Die steigenden Mieten bringen vor allem Geringverdiener und einkommensschwache Familien in Schwierigkeiten".

 

Union: Athen muss Euro-Auflagen voll erfüllen

 

    BERLIN  - Die Union im Bundestag sieht keinen Spielraum für Abstriche bei den Sanierungsauflagen für Griechenland. "Wir wollen die volle Erfüllung der Vereinbarungen haben", sagte Fraktionsvize Michael Fuchs (CDU) am Freitag in Berlin. Wenn die Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds zu dem Schluss komme, dass die Umsetzung nicht in Ordnung sei, könne Athen keine weiteren Hilfen bekommen. "Dann wird nicht gezahlt, und alles andere ist in griechischer Hand." Fuchs machte deutlich, dass mögliche Konsequenzen wie ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro für Deutschland beherrschbar wären.

 

 

Eurokrise - EU-Kommission betrachtet Euro als 'unumkehrbar'

 

    BRÜSSEL  - Die EU-Kommission betrachtet den Euro trotz der gegenwärtigen Schuldenkrise als "unumkehrbar". "Die EU-Kommission arbeitet nicht an einer Aufteilung der Eurozone oder an Notfallplänen oder an einem Grexit (Griechenland-Exit) oder daran, dass irgendein anderes Land die Währungsunion verlässt", sagte EU-Kommissionssprecher Olivier Bailly am Freitag. Die Kommission wolle Aussagen des finnischen Außenministers Erkki Tuomioja nicht kommentieren, wonach sich Finnland auf einen Zerfall der Eurozone vorbereite.

 

Top-Manager Roland Koch warnt vor Euro-Scheitern

 

    MÜNCHEN  - Der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat vor einem Scheitern der gemeinsamen Währung in Europa gewarnt. Ein Zerstören des Euro würde das Zusammenwachsen Europas auf Null stellen: "Null ist aber nicht 1990. Null ist 1945", sagte der Chef des Dienstleistungs- und Baukonzerns Bilfinger Berger, der "Süddeutschen Zeitung" (Freitag). Niemand solle deswegen ein Scheitern oder auch nur einen Austritt Griechenlands anstreben. "Die wirtschaftlichen Folgen für uns halte ich für völlig unkalkulierbar", warnte Koch. "Der europäische Kontinent muss als Ganzes seinen Weg finden in einer Welt, in der er im Vergleich zu China, Indien oder Südamerika mit seinem Anteil an Bevölkerung und Weltwirtschaft immer kleiner wird"./rob/jsl

 

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