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29.09.2009 17:38

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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 29.09.2009 - 17.00 Uhr


    Arbeitgeber fordern Wachstumsimpulse   

    BERLIN - Die künftige schwarz-gelbe Regierung wird mit Forderungen aus der Wirtschaft nach einer wachstumsorientierten Politik überhäuft. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) äußerte die Hoffnung, dass die künftige Bundesregierung die Weichen wieder auf Wachstum stellt. Priorität habe die Sicherung der Unternehmensfinanzierung für Investitionen und Arbeitsplätze, sagte Hauptgeschäftsführer Reinhard Göhner dem Sender NDR Info. Zum Thema öffentliche Finanzen sagte Göhner: "Wir erwarten eine Rückkehr zum Konsolidierungskurs."

Deutschland: Einfuhrpreise fallen im Jahresvergleich weniger als erwartet

    WIESBADEN - In Deutschland sind die Einfuhrpreise im August im Jahresvergleich weniger stark gesunken als erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr seien sie um 10,9 Prozent gefallen, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Volkswirte hatten mit einem Rückgang von 11,4 Prozent gerechnet. Im Juli waren die Einfuhrpreise noch um 12,6 Prozent gefallen. Grund für den scharfen Rückgang sind laut Bundesamt abermals geringere Preise für importierte Energieträger (- 36,7 Prozent).

Japan: Verbraucherpreise mit Rekordrückgang im August

    TOKIO - In Japan sind die Kernverbraucherpreise im August so stark gesunken wie noch nie. Im Jahresvergleich seien die Kernverbraucherpreise um 2,4 Prozent gefallen, teilte die japanische Regierung am Dienstag in Tokio mit. Im Juli waren sie noch um 2,2 Prozent gefallen. Die Gesamtinflationsrate lag im August wie im Vormonat bei minus 2,2 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat fielen die Kernverbraucherpreise um 0,2 Prozent. Bei der Kernrate werden schwankungsanfällige Lebensmittelpreise nicht berücksichtigt.

Union und FDP halten an Steuerentlastungen fest  

    BERLIN - Union und FDP halten für ihre künftige Regierung trotz der Rekordneuverschuldung an Steuersenkungen fest. "Es wird eine echte Entlastung geben", sagte FDP-Generalsekretär Dirk Niebel dem "Hamburger Abendblatt" (Dienstag). Diese werde in mehreren Schritten erfolgen. "Wir beginnen mit den Familien, dann kommen die Geringverdiener. Und die sogenannte kalte Progression muss gedämpft werden, damit die Mittelschicht mehr vom selbst verdienten Geld übrig hat."

Spanien: Verbraucherpreise sinken stärker als erwartet

    MADRID - In Spanien sind die Verbraucherpreise im September stärker als erwartet gesunken. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) sei um 1,0 Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat gesunken, teilte die spanische Statistikbehörde (INE) am Dienstag in Madrid mit. Ökonomen hatten im Schnitt einen Rückgang um 0,8 Prozent erwartet und damit in der gleichen Höhe wie im August.

Italien: Unternehmensvertrauen fällt im September überraschend

    ROM - Die Stimmung der Unternehmer in Italien hat sich im September überraschend eingetrübt. Der entsprechende Index sei von revidiert 74,4 (zunächst 74,8) Punkten im Vormonat auf 74,0 Punkte gefallen, teilte das Forschungsinstitut ISAE am Dienstag in Rom mit. Dies ist der erste Rückgang seit März. Volkswirte hatten hingegen eine Aufhellung auf 76,0 Punkte erwartet.

Großbritannien: Wirtschaft schrumpft etwas schwächer als zunächst ermittelt

    LONDON - Die Wirtschaft Großbritanniens ist im zweiten Quartal nicht ganz so stark geschrumpft wie zunächst ermittelt. In den Monaten April bis Juni sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf Quartalssicht um 0,6 Prozent zurückgegangen, teilte das Nationale Statistikbüro in einer dritten Schätzung am Dienstag in London mit. In der Zweitschätzung war noch ein Rückgang um 0,7 Prozent errechnet worden.

ifo: Kreditvergabe entspannt sich im September nur leicht

    MÜNCHEN - Die Kreditvergabe an Unternehmen in Deutschland hat sich im September nur leicht entspannt. Von rund 4.000 befragten Unternehmen bewerten immer noch 43,7 Prozent die Kreditvergabe durch die Banken als restriktiv, wie das ifo-Institut am Dienstag in München mitteilte. Zum Vormonat, als der Wert noch bei 44,2 Prozent lag, hat sich die Einschätzung damit nur geringfügig verbessert. Allerdings ergibt sich zwischen den Wirtschaftsbereichen kein einheitliches Bild.

Eurozone: Wirtschaftsstimmung hellt sich sechsten Monat in Folge auf

    BRÜSSEL - Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hat sich im September den sechsten Monat in Folge aufgehellt. Der Economic Sentiment Index (ESI) stieg von 80,8 Punkten im Vormonat auf 82,8 Punkte, wie die Europäische Kommission am Dienstag in Brüssel mitteilte. Volkswirte hatten eine Aufhellung auf lediglich 82,5 Punkte erwartet. Trotz der abermaligen Verbesserung liegt der Indikator aber noch deutlich unter seinem langjährigen Durchschnitt.

Eurozone: BCI-Geschäftsklima steigt im September den 6. Monat in Folge

    BRÜSSEL - Das Geschäftsklima in der Eurozone hat sich im September den sechsten Monat in Folge aufgehellt. Der Business Climate Indicator (BCI) sei von revidiert minus 2,18 (zuvor: -2,21) Punkten auf minus 2,07 Punkte geklettert, teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Der Indikator liege aber weiter auf einem sehr niedrigen Niveau.

DIW senkt Wachstumsprognose für Deutschland im 3. Quartal leicht

    BERLIN - Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat seine Wachstumsprognose für Deutschland im dritten Quartal leicht gesenkt. Nachdem das Institut im August ein Quartalswachstum von 0,8 Prozent erwartet hatte, rechnet es jetzt mit einem Zuwachs von 0,7 Prozent, wie das DIW am Dienstag in Berlin mitteilte. Verantwortlich für die zurückgenommene Wachstumsprognose sei die Entwicklung im Dienstleistungssektor, speziell in den Bereichen "Handel, Gaststätten und Verkehr" sowie "Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister".

Forscher für Nachbesserung von Arbeitsmarkt-Reformen  

    NÜRNBERG - Führende Arbeitsmarktforscher haben der künftigen Bundesregierung zu moderaten Nachbesserungen der rot-grünen Arbeitsmarktreformen geraten. So sollten Menschen besser als bisher auf die von ihnen künftig geforderte Arbeitsmarkt-Flexibilität vorbereitet werden, betonen die beiden Direktoren des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer Sonderausgabe der Zeitschrift "IAB-Forum", Joachim Möller und Ulrich Walwei.

Euro-Länder sollen 2011 mit Sparen anfangen  

    BRÜSSEL - Die Länder mit Euro-Währung sollten nach den Worten ihres Vorsitzenden Jean-Claude Juncker von 2011 an schrittweise mit dem Schuldenabbau beginnen. Es sei derzeit verfrüht, das Ende von milliardenschweren Konjunkturpaketen und Bankenhilfen einzuläuten, sagte der luxemburgische Premierminister am Dienstag im Europaparlament in Brüssel. "Der Moment, eine Ausstiegsstrategie anzuwenden, ist noch nicht gekommen." Die europäischen Finanzminister wollen von diesem Donnerstag an im schwedischen Göteborg darüber beraten, wie sie von den Schuldenbergen herunterkommen, die sich wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise auftürmen. Bisher fehlt in Europa eine einheitliche Strategie.

Bundesagentur rechnet mit Problemen auf Job-Markt  

    NÜRNBERG - Trotz einer leichten Entspannung im September rechnet die Bundesagentur für Arbeit (BA) in den kommenden Monaten mit einer Verschärfung der Arbeitsmarktlage. "Die derzeit verhaltene Nachfrage nach neuen Mitarbeitern wird sich weiter negativ auf die Beschäftigung auswirken", betonte die BA am Dienstag bei der Veröffentlichung ihres Beschäftigungsindexes BA-X.

IG Metall rechnet mit Auslaufen der Kurzarbeit  

    FRANKFURT - Als Folge der Bundestagswahl richtet sich der IG-Metall-Bezirk Frankfurt auf ein Auslaufen der bisherigen Kurzarbeitsregelungen ein. Er rechne nicht mit einer Verlängerung des sozialstaatlichen Instruments seitens der künftigen schwarz-gelben Bundesregierung, erklärte der Bezirksvorsitzende Armin Schild am Dienstag in Frankfurt. In den wichtigsten Branchen der Metall- und Elektroindustrie werde das Arbeitsvolumen aber dauerhaft um mindestens 20 Prozent sinken. Es müssten daher andere Wege gefunden werden, die Beschäftigung zu sichern, verlangte der Gewerkschafter. Der Bezirk umfasst Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen.

USA: Hauspreise steigen im Juli den dritten Monat in Folge

    NEW YORK - In den USA sind die Häuserpreise in den 20 größten Ballungsgebieten im Juli den dritten Monat in Folge gestiegen. Zum Vormonat sei der entsprechende Index um 1,6 Prozent geklettert, teilte das private Institut S&P/Case-Shiller am Dienstag mit. Im Juni waren die Häuserpreise um 1,4 Prozent gestiegen. Ihren Höhepunkt hatten die Häuserpreise Mitte 2006 erreicht.

In der Krise wandern weniger Deutsche aus  

    MAGDEBURG - Wegen der weltweiten Finanzkrise wandern 2009 nach Expertenangaben vermutlich erstmals seit Jahren weniger Deutsche ins Ausland aus. Es sei schwieriger geworden, Arbeitsplätze im Ausland zu finden, sagte die Geschäftsführerin des Raphaels-Werkes, Gabriele Mertens, am Dienstag in Magdeburg. Der Caritas-Fachverband für Auswanderungswillige tagt dort bis Mittwoch gemeinsam mit Vertretern von Auswanderungs-Beratungsstellen der Diakonie und des Deutschen Roten Kreuzes. In den vergangenen Jahren war die Zahl der Auswanderer noch stetig gestiegen. 2008 kehrten laut Bundesamt für Statistik knapp 175.000 Menschen Deutschland den Rücken - 13.000 mehr als 2007.

Russland: Putin will Wirtschaft weiter privatisieren  

    MOSKAU - Der russische Regierungschef Wladimir Putin will weitere Staatsunternehmen privatisieren und damit neue Anreize für ausländische Investoren schaffen. Auch der russische Gassektor, das Pipelinenetz sowie Raumfahrt und Atomenergie sollten in Zukunft für internationale Anleger grundsätzlich zugänglich sein, sagte Putin am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax auf einem Wirtschaftsforum in Moskau. "Wir werden weiter an der Bildung eines günstigen Anlageklimas arbeiten", sagte der Ex-Kremlchef. Allerdings bleibe das Exportmonopol des staatlichen Energieriesen Gazprom unantastbar.

USA: Verbrauchervertrauen sinkt überraschend

    WASHINGTON - In den USA hat sich die Stimmung der Verbraucher im September überraschend eingetrübt. Der vom Conference Board ermittelte Index sei von revidiert 54,5 Punkten im Vormonat auf 53,1 Punkte gesunken, teilte das private Forschungsinstitut am Dienstag in Washington mit. Volkswirte hatten einen Anstieg auf 57,0 Punkte erwartet. Der Vormonatswert wurde leicht nach oben revidiert. Zunächst war er mit 54,1 Punkten angegeben worden.

DIHK für Aufweichung des Kündigungsschutzes  

    BERLIN - Wegen der erwarteten Verschlechterung der Lage am Arbeitsmarkt hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) die Verlängerung von befristeter Beschäftigung und die Aufweichung des Kündigungsschutzes gefordert. DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben sagte der "Berliner Zeitung" (Mittwoch-Ausgabe), viele Unternehmen würden in der aktuell schwierigen Situation vor einer Festanstellung bislang befristet Beschäftigter zurückschrecken, weil die konjunkturelle Situation viel zu unsicher sei./rob/jha/

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