24.06.2012 20:34
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dpa-AFX Überblick: UNTERNEHMEN - Die wichtigsten Meldungen vom Wochenende

    ROUNDUP 3: Vier Milliarden für Hauptstadtflughafen - Starttermin wird überprüft

 

    BERLIN/SCHÖNEFELD- Der künftige Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg wird wegen der verspäteten Eröffnung wohl mehr als vier Milliarden Euro kosten - und damit gut eine Milliarde Euro teurer werden als bisher. Der angestrebte Starttermin 17. März 2013 steht ab sofort unter Vorbehalt und soll bis Mitte August überprüft werden. Das teilte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) als Chef des Flughafen-Aufsichtsrats nach einer mehrstündigen Sitzung des Kontrollgremiums am Freitagabend in Schönefeld mit. Wowereit sagte, vordringlich sollten nun die Planungen für die Entrauchungsanlage geprüft werden, um "letzte Zweifel" am Zeitplan auszuräumen. Aus jetziger Sicht sei der Termin 17. März 2013 zu halten.

 

Presse: Flughafen-Brandschutzanlage muss umgebaut werden

 

    BERLIN - Der Brandschutz am Hauptstadtflughafen könnte sich laut einem Zeitungsbericht als eine größere Hürde für die Eröffnung erweisen als bislang bekannt. Der Berliner "Tagesspiegel" (Sonntag) berichtete unter Berufung auf einen hochrangigen Vertreter der Flughafengesellschaft, an der Brandschutzanlage drohten umfangreiche Umbauten. Flughafensprecher Ralf Kunkel widersprach, der Bericht sei "reichlich übertrieben". "Wir müssen da jetzt auch nicht mehr Panik machen als nötig", sagte er am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa.

 

Lufthansa-Chef: Nein zur neuen Münchner Startbahn ist kurzsichtig

 

   FRANKFURT/MÜNCHEN - Lufthansa (Deutsche Lufthansa)-Chef Christoph Franz hält das Nein der Münchner zur dritten Flughafen-Startbahn für kurzsichtig und "auch etwas arrogant". "Flughafeninfrastruktur ist keine Entscheidung, die uns jetzt betrifft, sondern die Generationen nach uns", sagte Franz im Interview des Nachrichtenmagazins "Focus". Die Airports hätten eine wirtschaftliche Bedeutung weit über die Region hinaus. "Wie können da einige wenige sagen, wir verzichten auf dieses zusätzliche Wachstum für viele andere?" Bei einem Bürgerentscheid vor einer Woche in München hatte eine Mehrheit das Milliardenprojekt abgelehnt. Die bayerische Staatsregierung will dennoch an den Planungen festhalten.

 

RWE: Offshore-Anschluss verzögert sich weiter

 

    BERLIN (dpa-AFX) - Die Anbindung der Windparks in der Nordsee droht sich weiter zu verzögern und den Energiekonzernen schwere finanzielle Schäden zuzufügen. Der neue RWE-Chef Peter Terium sagte dem "Spiegel", der zuständige Netzbetreiber Tennet habe dem Konzern gerade mitgeteilt, dass "es weitere massive Verzögerungen beim Anschluss unseres Offshore-Windparks Nordsee Ost gibt". Damit sei die Wirtschaftlichkeit des Projektes nordöstlich von Helgoland extrem gefährdet. Er forderte die Regierung auf, schnellstens eine Lösung des Problems zu suchen und mit den Investoren über einen "wirtschaftlichen Ausgleich zu reden". RWE investiere Milliarden in die Windparks, die zugesagten Netzanschlüsse seien aber nicht vorhanden.

 

Allianz plant mehr Investitionen in Wind und Sonne

 

    MÜNCHEN - Die Allianz will mehr Geld von Lebensversicherten in Wind- und Solarkraftwerke investieren. Bisher habe die Allianz für 1,3 Milliarden Euro in Frankreich, Deutschland und Italien 34 Windparks und sieben Solaranlagen gekauft, sagte David Jones, Leiter des Investmentbereichs Erneuerbare Energien, am Wochenende in München. Mit sieben Prozent Rendite unabhängig vom Auf und Ab der Börsen seien sie "in diesen stürmischen Zeiten sichere Häfen". Denn niedrige Zinsen und Risiken bei Staatsanleihen erschwerten die langfristige Geldanlage, wie sie Lebensversicherungen brauchten. "Wir werden unsere Investments in Erneuerbare Energien genauso wie geplant ausbauen", auch in anderen europäischen Staaten, sagte Jones. Wenn Rendite und Risiko stimmten, sei er auch für Investitionen in Windparks auf See offen - allerdings nur als Minderheitspartner eines Stromkonzerns.

 

Lanxess-Finanzchef: Mittelfrist-Ziel rückt in greifbare Nähe

 

    FRANKFURT - Der Chemiekonzern Lanxess (LANXESS) befindet sich im Hinblick auf sein mittelfristiges Ergebnisziel auf der Zielgerade. "Wir haben das klare Ziel, im Jahr 2015 ein operatives Ergebnis von 1,4 Milliarden Euro zu erwirtschaften. Aus heutiger Sicht sind wir sehr gut unterwegs, dieses Ziel auch zu erreichen", sagte Finanzchef Bernhard Düttmann der Börsen-Zeitung (Samstagsausgabe). Für das laufende Geschäftsjahr peilt Lanxess ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) und Sonderfaktoren von gut 1,2 Milliarden Euro an. 2011 hatten die Leverkusener ein EBITDA vor Sondereffekte in Höhe von 1,15 Milliarden Euro erwirtschaftet.

 

ROUNDUP: Telekom-Vorstand Schick verteidigt geplanten Job-Abbau in Zentrale

 

    BONN - Telekom-Personalvorstand Marion Schick hat den geplanten Abbau von bis zu 1.300 Jobs in der Bonner Konzernzentrale verteidigt. "Eine groß und breit aufgestellte Zentrale entspricht nicht mehr unserer Steuerungsphilosophie als internationaler Konzern", sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" und fügte hinzu: "Wir geben Kompetenzen ab an Serviceeinheiten, weil viele Themen lokal vor Ort entschieden werden müssen, wo die Kompetenzen sitzen." Die Telekom habe aber große Erfahrung mit Restrukturierungen: "Wir haben es immer geschafft, den Personalabbau sozialverträglich umzusetzen." Das solle auch für die Zentrale gelten. Der Bonner Dax (DAX)-Konzern hatte am Freitag seine Sparpläne konkretisiert und mitgeteilt, dass in der Zentrale bis 2015 bis zu 1.300 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen. In Deutschland beschäftigt die Telekom rund 120.000 Menschen, davon knapp 4.000 in der Zentrale.

 

Apple erleidet Niederlage im Patentkrieg gegen Googles Android

 

   CHICAGO - Der iPhone-Hersteller Apple muss bei seinem Feldzug gegen das konkurrierende Smartphone-Betriebssystem Google Android eine Schlappe einstecken: Ein US-Bezirksrichter hat ein Machtwort gesprochen und ein viel beachtetes Verfahren zwischen Apple und der Google-Tochter Motorola kurzerhand eingestellt. Richter Richard Posner kritisierte, dass es in dem Streit eher um Wettbewerbsfragen als um juristisch relevante Verstöße gehe. Der Wunsch von Motorola, Produkte zu verkaufen, die mit dem iPhone von Apple in Wettbewerb stünden, sei durchaus legal, betonte er in der am späten Freitag in Chicago ergangenen Entscheidung.

 

Presse: Erkrankter Google-Chef versichert: 'Es ist nichts Ernsthaftes'

 

   MOUNTAIN VIEW - Google-Chef Larry Page versucht nach der Absage mehrerer öffentlicher Auftritte, aufkeimende Sorgen um seinen Gesundheitszustand zu zerstreuen. "Es ist nichts Ernsthaftes", zitierten US-Medien am Wochenende aus einer internen E-Mail von Page an seine Mitarbeiter. Was dem 39-Jährigen genau fehlt, blieb indes weiterhin unklar. Page hatte auf der Hauptversammlung seines Unternehmens am Donnerstag gefehlt, was für einen Firmenchef sehr ungewöhnlich ist. "Er hat bedauerlicherweise seine Stimme verloren", begründete der Verwaltungsratsvorsitzende Eric Schmidt die Abwesenheit und erklärte, dass Page "bis auf weiteres" keine öffentlichen Auftritte absolvieren werde. Page werde den Internetkonzern aber weiterhin führen.

 

Einzelhandel trotz Schlecker-Pleite zuversichtlich

 

    ULM - Die Schlecker-Pleite ist nach Ansicht des Einzelhandels kein Symptom einer Konsumkrise. "Der Einzelhandel ist krisenfest, und das wird er auch bleiben", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, der "Südwest Presse" (Montag). Für 2012 rechnet er unverändert mit einem Umsatzzuwachs von 1,5 Prozent nominal. "Zur Zeit liegen wir deutlich darüber", so Genth. Für Verunsicherung sorge aber die Entwicklung der Energiekosten.

 

Presse: Italiens drittgrößte Bank könnte Staatshilfe beanspruchen

 

    ROM - Italiens drittgrößtes Bankhaus Monte dei Paschi könnte Medienberichten zufolge als erstes Institut des Landes in der Euro-Schuldenkrise staatliche Hilfe in Anspruch nehmen. Das unter Kapitalmangel leidende Bankhaus, die älteste aktive Bank der Welt, soll demnach mit dem Finanzministerium und der Zentralbank in Rom über die Ausgabe von staatlich garantierten Anleihen im Wert von mindestens einer Milliarde Euro verhandeln, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag meldete, soll am Dienstag der Vorstand der 1472 gegründeten Bank zusammentreten. Hintergrund sind demnach Kapitalanforderungen der europäischen Bankenaufsicht (EBA) an die toskanische Bank mit Sitz in Siena: Bis Ende Juni muss das Institut sein Kapital um rund 3,3 Milliarden Euro aufstocken.

 

/mne

 

Kundenhinweis: ROUNDUP: Sie lesen im Unternehmens-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

 

 

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