Griechenland-Krise drückt Allianz-Gewinn
MÜNCHEN - Die griechische Schuldenkrise hat bei Europas größtem Versicherer Allianz im zweiten Quartal überraschend stark auf den Gewinn gedrückt. Immense Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen ließen den Überschuss um acht Prozent auf eine Milliarde Euro sinken, wie der Dax-Konzern (DAX) am Freitag in München mitteilte. Analysten hatten hingegen mit deutlichen Zuwachs gerechnet. Im eigentlichen Geschäft profitierte die Allianz von der gut laufenden Schaden- und Unfallsparte und dem Fondsgeschäft. In der Lebens- und Krankenversicherung musste sie hingegen Rückgänge hinnehmen. Für das Gesamtjahr erwartet Allianz-Chef Michael Diekmann weiterhin ein operatives Ergebnis von 7,5 bis 8,5 Milliarden Euro. Dank eines stabilen Gewinns von 2,3 Milliarden im zweiten Quartal waren davon nach den ersten sechs Monaten knapp 4 Milliarden erreicht. Angesichts der "schwerwiegenden Ereignisse" des ersten Halbjahrs zeigte sich Diekmann mit dem Ergebnis zufrieden. Für die zweite Jahreshälfte sicherte sich die Allianz bereits einen Sondergewinn: Der Verkauf von Anteilen an der chinesischen Großbank ICBC brachte dem Unternehmen im Juli rund 200 Millionen Euro ein.
Audi mit Absatzrekord im Juli
INGOLSTADT - Audi startet mit einem weiteren Absatzrekord in das zweiten Halbjahr. Im Juli verkaufte die Volkswagen-Tochter (Volkswagen St (VW)) weltweit 106.000 Autos, so viele wie in noch keinem anderen Juli. Der kräftige Zuwachs von 16 Prozent verglichen mit dem Vorjahresmonat verdanken die Ingolstädter vor allem der weiter wachsenden Nachfrage in China, dem inzwischen wichtigsten Markt der Marke. "Wir sehen den stärksten Zuwachs bei unseren Oberklassemodellen", sagte Vertriebsvorstand Peter Schwarzenbauer am Freitag in Ingolstadt. Auch auf dem Heimatmarkt und in den USA legte Audi erneut deutlich zu. Einzig in den von der Schuldenkrise gebeutelten Ländern Italien und Spanien knickte der Absatz im vergangenen Monat um fast acht beziehungsweise gut sechs Prozent ein. Insgesamt verkaufte Audi in den ersten sieben Monaten des Jahres damit 758.950 Wagen, ein Zuwachs von 17,4 Prozent im Vorjahresvergleich./
VW will mit Baukastenstrategie die Zukunft meistern
WOLFSBURG - Mit einer neuen Produktionstechnologie will Volkswagen (VW) (Volkswagen St (VW)) die Herausforderungen der Zukunft bestehen und auf dem Weg an die Weltspitze vorankommen. Vom nächsten Jahr an soll konzernweit der "Modulare Querbaukasten" - kurz MQB - eingeführt werden. "Es ist mehr als eine neue Fahrzeug-Technologie, es ist ein strategisches Instrument der Unternehmensführung und setzt Leitplanken für alle Unternehmensbereiche und nutzenden Marken", sagte VW-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Wolfsburg. Mindestens 43 Modelle von Volkswagen und Audi, Skoda und Seat sollen mit den neuen gleichen Modulen gebaut werden: Boden, Achsen, Lenkung, Sitzgestelle und die Motor-Getriebe-Einheit. Der MQB steht allen Konzernmarken zur Verfügung, er kann flexibel auf Erfordernisse der Nutzer angepasst werden und eignet sich für alle Antriebsarten - für Verbrennungsmotoren ebenso wie für Erdgas- und Elektroantrieb oder Kombinationen daraus. Immer aber sitzt der Motor quer unter der Haube - daher der Name MQB.
Qiagen beantragt zweite Zulassung für Krebstest in den USA
HILDEN/VENLO - Der Hildener Laborausrüster und Hersteller von diagnostischen Tests Qiagen (QIAGEN) hat in den US den zweiten Zulassungsantrag für einen Begleittest von Darmkrebstherapien eingereicht. Wie das TecDax-Schwergewicht (TecDAX) am Freitag mitteilte, soll der "therascreen KRAS RGO PCR-Kit" als therapiebegleitendes Diagnostikum in Verbindung mit dem Krebsmittel Erbitux verwendet werden. Erbitux wird unter anderem zur Behandlung von Patienten mit Darmkrebs verschrieben. In den USA wird das Medikament von Bristol-Myers Squibb und Eli Lilly (Eli Lilly and) vertrieben. Außerhalb der USA und Kanada liegen die Vermarktungsrechte bei dem Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA (Merck).
Eon erhöht Preise in Großbritannien
DÜSSELDORF - Der Energiekonzern Eon hat die Preise in Großbritannien angehoben. Strom solle ab Mitte September 11,4 Prozent teurer werden, Gas 18,1 Prozent, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Zur Begründung verwies es auf den Krieg in Libyen und die Naturkatastrophe in Japan, die sich stark auf die Großhandelspreise ausgewirkt hätten. Eon zählt zu den größten Versorgern in Großbritannien. Der Markt gilt dort als hart umkämpft.
Lufthansa erhebt Kreditkartenzuschlag für Tickets
FRANKFURT - Die Lufthansa (Deutsche Lufthansa) erhebt künftig Gebühren, wenn Kunden ihre Tickets mit der Kreditkarte bezahlen. Der Zuschlag beträgt fünf Euro für Inlandsflüge, acht Euro für Ziele in Europa und 18 Euro im Interkontinentalverkehr, bestätigte das Unternehmen am Freitag in Frankfurt entsprechende Berichte von Fachmedien. Die neuen Regelungen gelten ab dem 2. November für sämtliche Konzernmarken wie Lufthansa, Swiss, BMI, Brussels Airlines und Austrian - allerdings nur bei Starts aus den Ländern Belgien, Finnland, Großbritannien, Niederlande, Schweiz und Deutschland. In Österreich sei die Gebühr aus rechtlichen Gründen nicht möglich.
Procter & Gamble schließt wegen Rohstoffkosten Gewinnrückgang nicht aus
CINCINNATI - Der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble (ProcterGamble) schließt wegen gestiegener Rohstoffpreisen einen Gewinnrückgang im laufenden Quartal nicht aus. Die hohen Kosten für Rohstoffe könnten nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden, teilte Procter & Gamble am Freitag in Cincinnati mit. Der Gewinn je Aktie könne deswegen im schlimmsten Fall um zwei Prozent zurückgehen und bestenfalls um zwei Prozent steigen. Analysten hatten mehrheitlich mit einem deutlicheren Anstieg auf 1,14 Dollar gerechnet nach 1,02 Dollar im Vorjahr. Beim Umsatz erwartet der Konzern einen Anstieg von sechs bis neun Prozent im Quartal. Procter & Gamble ist der weltgrößte Konsumgüterkonzern und hierzulande bekannt für Pampers-Windeln, Pantene-Shampoo oder Duracell-Batterien. Das abgelaufene vierte Quartal (Ende Juni) konnte Procter & Gamble mit einem Umsatzplus von 10 Prozent auf 20,9 Milliarden Dollar abschließen. Der Überschuss legte im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar zu. Das vierte Quartal fiel besser als von Experten erwartet aus.
Generali schreibt Griechenland-Anleihen ab - Gewinnrückgang
TRIEST - Die griechische Schuldenkrise hat beim italienischen Versicherungskonzern Generali im ersten Halbjahr auf den Gewinn gedrückt. Der Überschuss ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 806 Millionen Euro zurück, wie das Unternehmen am Freitag in Triest mitteilte. Während die Katastrophen in Japan, Australien und Neuseeland Generali verschonten, ging es dem Versicherer bei der Griechenland-Krise ähnlich wie den Konkurrenten Allianz und Munich Re (Muenchener Rueckversicherungs-Gesellschaft) mit ihrer Tochter Ergo. Die Italiener korrigierten den Wert ihrer griechischen Staatsanleihen um 140 Millionen Euro nach unten. Ähnlich stark schlug eine Abschreibung auf Aktien der italienischen Telekom-Holding Telco zu Buche. Im Gesamtjahr will Generali-Chef Giovanni Perissinotto weiterhin einen operativen Gewinn von 4,4 bis 4,7 Milliarden Euro erreichen.
Intesa Sanpaolo bleibt stabil
MAILAND - Die italienische Großbank Intesa Sanpaolo hat sich im zweiten Quartal stabil gehalten. Der Überschuss ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar um gut ein Viertel auf 741 Millionen Euro zurück, wie das Institut am Freitag in Mailand mitteilte. Vor einem Jahr hatte der Verkauf einer Tochter für einen Sondergewinn gesorgt. Die Erwartungen von Analysten übertraf die Bank nun leicht. Von der Griechenland-Krise ist sie kaum betroffen. Auf Staatsanleihen des Landes musste sie lediglich 25 Millionen Euro abschreiben. Die Erträge legten um 7,5 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro zu. Nach einer 5 Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung im Zusammenhang mit dem europäischen Banken-Stresstest stieg die harte Kernkapitalquote Ende Juni auf 10,2 Prozent, sechs Monate zuvor lag sie bei 7,9 Prozent.
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