Merkel holt Kanzlermehrheit - Bundestag sagt Ja zu Euro-Hilfen
BERLIN - Mit der politisch wichtigen Kanzlermehrheit hat der Bundestag die umstrittene Ausweitung des Euro-Rettungsschirms EFSF gebilligt. Damit können sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihre schwarz-gelbe Koalition trotz mehrerer Abweichler in den eigenen Reihen gestärkt fühlen. Nach Angaben des Bundestages erreichten Union und FDP am Donnerstag in namentlicher Abstimmung gemeinsam 315 Ja-Stimmen. Für die Kanzlermehrheit von Schwarz-Gelb waren mindestens 311 Ja-Stimmen der Koalition nötig. Das Parlament hat insgesamt 620 Abgeordnete. Auch SPD und Grüne unterstützten die Erweiterung des Euro-Schirms. Die Linke war dagegen. Insgesamt stimmten von 611 anwesenden Abgeordneten 523 dafür. 85 Parlamentarier waren dagegen, 3 enthielten sich.
Nokia streicht 3.500 Stellen - Werk in Rumänien schließt
ESPOO/BUKAREST (dpa-AFX) - Der kriselnde Handy-Weltmarktführer Nokia streicht 3.500 Arbeitsplätze. Das Werk in Rumänien, in das 2008 unter scharfer Kritik die Handy-Produktion aus Bochum verlagert wurde, wird dichtgemacht. Allein damit fallen 2.200 Jobs weg. Weitere 1.300 Stellen seien von einem Umbau der Software-Entwicklung betroffen. In diesem Bereich wird auch der Standort Bonn geschlossen. Allerdings hält Nokia daran fest, dass Berlin neben Boston und Chicago ein zentraler Standort für die Dienstleistungssparte Location & Commerce ist. Deshalb gehe Nokia davon aus, dass die Mitarbeiterzahl in Deutschland auf längere Sicht steigen werde, sagte ein Nokia-Sprecher.
Fraport will nicht am Hahn einsteigen - 'Definitiv Nein'
FRANKFURT Frankfurts Flughafenbetreiber will nicht wieder beim defizitären Hunsrück-Airport Hahn einsteigen. Der rheinland-pfälzischen CDU erteilte ein Fraport-Sprecher (Fraport) am Donnerstag auf dpa-Anfrage eine eindeutige Absage. "Definitiv Nein", sagte er, nachdem die CDU-Fraktion einen Fraport-Wiedereinstieg in die Debatte gebracht und umgehende Gespräche der rot-grünen Landesregierung mit dem Unternehmen und der schwarz-gelben Landesregierung in Hessen gefordert hatte. Es gebe kein Interesse Fraports an einem Einstieg, sagte der Unternehmenssprecher weiter. "Das würde auch keinen Sinn ergeben."
Jenoptik erhält Auftrag von US-Regierung
JENA - Der Technologiekonzern Jenoptik (JENOPTIK)(JENOPTIK) hat von der US-Regierung einen Auftrag über die Lieferung von mobilen Stromerzeuger-Aggregaten erhalten. Der Auftrag mit einem Volumen von 10 Millionen Dollar sei für das Flugabwehrraketensystem "Patriot" bestimmt, teilte die im TecDax (TecDAX) notierte Gesellschaft am Donnerstag mit. Auch Ersatzteilpakete, Spezialwerkzeuge und eine Testausstattung gehörten dazu. Jenoptik will die Aggregate im kommenden Jahr ausliefern. Die Flugabwehrraketensysteme seien für den Einsatz in einem fernöstlichen Land bestimmt.
Tui-Umbau kostet bis zu 550 Jobs
HANNOVER - Der Umbau von Deutschlands größtem Reiseanbieter Tui (TUI)(TUI) kostet bis zu 550 Beschäftigte den Job. Die Kürzungen sollen aber so sozialverträglich wie möglich umgesetzt werden und das Unternehmen fit für den steigenden Wettbewerb machen, teilte die Tui am Donnerstag in Hannover mit. Management und Betriebsrat hätten sich darauf verständigt, rund 400 Arbeitsplätze bei Tui Deutschland und 150 Stellen bei der Vertriebs- und Service-Tochter einzusparen. Ein Einstellungsstopp und auslaufende Befristungen von Verträgen sollen dafür sorgen, dass voraussichtlich etwas weniger Kollegen ihren Job verlieren, hieß es. Vorstandschef Volker Böttcher begründet die notwendige "Reorganisation" mit dem Wandel des Reisemarktes.
Probleme in Dresden verhageln AMD-Quartalsergebnisse
SUNNYVALE - Produktionsprobleme in Dresden haben dem US-Chiphersteller Advanced Micro Devices (AMD) das vergangene Quartal vermiest. Der kleinere Intel-Konkurrent musste am Mittwochabend die Prognosen für Umsatz und Gewinn senken. AMD hatte seine Werke in einen Auftragsfertiger mit dem Namen Globalfoundries ausgelagert. Jetzt hätten die Probleme in Dresden die Produktion der wichtigen neuen "Llano"-Prozessoren gebremst, hieß es. Für das zu Ende gehende dritte Quartal rechnet AMD jetzt noch mit einem Umsatzplus von vier bis sechs Prozent. Zuvor waren noch zehn Prozent in Aussicht gestellt worden. Die Brutto-Gewinnmarge - also das Verhältnis von Umsatz und Gewinn - soll jetzt voraussichtlich zwischen 44 und 45 Prozent liegen, statt der ursprünglich erwarteten 47 Prozent. Die genauen Zahlen will AMD erst Ende Oktober bekanntgeben.
Ryanair-Chef gibt vage Hoffnung auf leichte Prognoseanhebung
DUBLIN - Der Chef der irischen Billigfluglinie Ryanair , Michael O'Leary, hat eine vage Hoffnung auf eine leichte Prognoseanhebung gegeben. Vor Investoren in Dublin sagte der Airline-Chef am Donnerstag, er erwarte weiterhin für das Geschäftsjahr 2012 (bis Ende März) einen Nachsteuergewinn von 400 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahresergebnisses. "Sollte sich daran etwas ändern, dann würde es sich wahrscheinlich eher nach oben verändern", sagte O'Leary.
IPO: Santander hält Börsengang von britischer Sparte vorerst für unmöglich
LONDON - Die spanische Großbank Banco Santander (Banco Santander Central Hispano)(Banco Santander Central Hispano) hat sich auf absehbare Zeit vom geplanten Börsengang ihrer britischen Tochter verabschiedet. Die Ausgabe von Aktien der wichtigen Sparte sei bis Ende 2012 nicht mehr zu erwarten, sagte Vorstandschef Alfredo Saenz bei einer Investorenveranstaltung am Donnerstag in London. Möglicherweise werde es die Erstnotiz auch erst 2014 geben. Ursprünglich wollte Santander die Tochter in diesem Jahr an die Börse bringen, stoppte den Prozess aber angesichts der Marktturbulenzen bereits im Juli.
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