17.10.2017 17:31
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Hedgefonds startet Kampagne zur Aufspaltung von Credit Suisse

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Zürich (Reuters) - Mitten in ihrem Konzernumbau greift ein Hedgefonds die Credit Suisse mit einer radikalen Forderung an.

RBR Capital will die Schweizer Großbank in drei Teile aufspalten und damit den Börsenwert des Unternehmens von gegenwärtig rund 40 Milliarden Franken verdoppeln, erklärte ein Sprecher am Dienstag und bestätigte damit Medienberichte. Mit dem Kauf von Aktien im Wert von rund 100 Millionen Franken untermauerte der aktivistische Investor aus der Schweiz seine Forderung. Experten trauen RBR alleine allerdings höchstens einen Teilerfolg zu. "Um sich durchzusetzen ist RBR auf die Unterstützung von Großaktionären angewiesen", erklärte ein Händler.

Der Fonds habe bereits die Fühler zu mehr als hundert weiteren Investoren ausgestreckt, die er von seinem Plan überzeugen und als Mitinvestoren gewinnen wolle, berichtete die "Finanz und Wirtschaft". Namen nannte die Zeitung keine. RBR selbst erklärte, mit der Credit-Suisse-Spitze in Kontakt zu stehen. RBR wolle das zweitgrößte Schweizer Institut in eine Investmentbank, einen Vermögensverwalter für Privatkunden und einen Fondsanbieter aufteilen. Alleine seien diese Teile mehr wert als unter dem Dach eines Konzerns. Anfällig ist die Bank, weil das Unternehmen an der Börse weniger wert ist als das Eigenkapital. Das gilt auch für die Deutsche Bank.

Der frühere Credit-Suisse-Investmentbanking-Chef Gael de Boissard, der im Zuge eines Management-Umbaus 2015 gehen musste, habe seine Unterstützung für die Pläne von RBR zugesagt. Weitere Einzelheiten stellte RBR für Freitag in Aussicht, wenn Firmenchef Rudolf Bohli auf einer Investoren-Konferenz spricht.

Credit Suisse gab sich gelassen: "Wir begrüßen die Sichtweise von jedem unserer Aktionäre, konzentrieren uns aber auf die Umsetzung unserer Strategie und unseren Drei-Jahres-Plan." Die Bank sei mit den Umbau auf Kurs. Konzernchef Tidjane Thiam hatte vor zwei Jahren begonnen, das Institut krisenfester zu machen. Mit zwei Kapitalerhöhungen stärkte er die Bilanz. Er dampfte das Investmentbanking ein setzte verstärkt auf die stabilere Vermögensverwaltung.

Zudem verlieh er auch den einzelnen Einheiten mehr Eigenständigkeit. Diese Maßnahme würde nun eine Aufspaltung vereinfachen. Dennoch sind die Hürden hoch, denn auch die Regulatoren hätten bei einem solchen Plan ein gewichtiges Wort mitzureden. Entsprechend sind bisher die meisten aktivistischen Investoren vor einem solchen Schritt zurückgeschreckt. Zu den Ausnahmen gehören Knight Vinke, die auf eine Abspaltung des Investmentbankings beim CS-Konkurrenten UBS gedrängt hatten, schließlich aber gescheitert waren. Die Großbanken selbst, aber auch Experten sind der Meinung, dass sie auch Dienstleistungen wie Börsengänge, Übernahmen oder Aktienhandel offerieren sollten. "Um die Superreichen - das Kundensegment mit dem größtem Wachstumspotenzial - zu erreichen, muss man eine Form von Investmentbanking anbieten können", erklärte Andreas Brun vom Broker Mirabaud.

Auch die Börse reagierte verhalten, die Credit Suisse-Aktien legten um 1,2 Prozent zu. "Angesichts der anhaltenden Seitwärtsbewegung der CS-Aktie bleibt das Management der Bank weiterhin unter Druck, zu liefern", erklärten die Analysten der Zürcher Kantonalbank. Mit einem Anteil von 0,2 Prozent seien die Einflussmöglichkeiten von RBR allerdings begrenzt. Die Analysten glauben nicht, dass es wegen RBR zu großen Änderungen in der Unternehmensstruktur kommen werde.

Die Skepsis dürfte auch mit dem Erfolgsausweis von RBR mit anderen Beteiligungen zusammenhängen. Sowohl beim Bordverpflegungs-Unternehmen Gategroup als auch beim Fondshaus GAM verabschiedete sich Bohli mit Kursgewinnen, ohne dass seine Umbaupläne umgesetzt worden wären.

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