13.12.2012 10:49
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ifo: Eurokrise verzögert Aufschwung, BIP-Prognose deutlich gesenkt

München (www.aktiencheck.de) - Das ifo Institut für Wirtschaftsforschung veröffentlichte am heutigen Donnerstag seine Konjunkturprognose 2012/2013 und hat dabei die BIP-Prognose 2013 für Deutschland deutlich nach unten korrigiert. Die Eurokrise verzögere demnach den Aufschwung.

Wie das ifo-Institut mitteilte, wird die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal 2012 voraussichtlich schrumpfen, bevor im kommenden Jahr eine zunächst leichte Erholung einsetzt. Darauf deutet das ifo Geschäftsklima hin, das in den vergangenen Monaten den Aufschwungsbereich verlassen hat, zuletzt aber wieder spürbar gestiegen ist. Maßgeblich für die Konjunkturschwäche ist die Eurokrise. Im Jahresdurchschnitt 2013 dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt, bei einem Unsicherheitsintervall (2/3 Wahrscheinlichkeit) von -0,6 bis 2,0 Prozent, daher nur um 0,7 Prozent (bisherige Prognose: 1,3 Prozent) zunehmen. Getragen von der Binnennachfrage dürfte die Konjunktur im kommenden Jahr wieder an Fahrt gewinnen, sofern die Europäische Schuldenkrise nicht erneut eskaliert. Der Beschäftigungsaufbau wird dabei aber noch nicht nennenswert in Gang kommen.

Laut dem Institut dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt im Durchschnitt von 2012 den Vorjahresstand nur um 0,7 Prozent übertreffen. Im Jahresendquartal 2012 dürfte die gesamtwirtschaftliche Produktion um 0,3 Prozent sinken. Mit einem Abgleiten in eine ausgewachsene Rezession ist aber aus heutiger Sicht nicht zu rechnen. So ist der ifo Geschäftsklimaindex im November zum ersten Mal seit sechs Monaten wieder leicht gestiegen, vor allem die Erwartungskomponente des Indikators hat sich spürbar verbessert. Für das erste Quartal 2013 ist mit daher einer leichten Erholung zu rechnen; das Bruttoinlandsprodukt dürfte um 0,2 Prozent zunehmen. Per Saldo wird die gesamtwirtschaftliche Produktion im Winterhalbjahr 2012/13 ungefähr stagnieren, hieß es.

Die Wirtschaftsleistung des Euroraums wird im Winterhalbjahr voraussichtlich sinken. Maßgeblich dafür sind die kontraktive Finanzpolitik, die schlechte Arbeitsmarktsituation, die restriktiven Finanzierungsbedingungen und die Unsicherheit über den Fortgang der Eurokrise. Die privaten Haushalte dürften angesichts der Notwendigkeit, ihre Verschuldung abzubauen, ihre Ausgaben zusätzlich einschränken. Soweit sich die Annahmen der Prognose realisieren, ist allerdings damit zu rechnen, dass es im Verlauf des kommenden Jahres zu keiner weiteren Verschlechterung der Lage kommt. In der zweiten Jahreshälfte 2013 werden sich die privaten Investitionen daher voraussichtlich etwas stabilisieren. Stützend dabei werden die weiterhin expansive Geldpolitik und die sich beschleunigenden Exporte wirken. Diese dürften spürbar von der anspringenden Konjunktur in den Schwellenländern und der leicht zunehmenden Dynamik in den USA profitieren. Daher ist zu erwarten, dass die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts im Euroraum im Verlauf des kommenden Jahres ins Plus springt. Eine durchgreifende Erholung ist jedoch nicht in Sicht. Alles in allem wird das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum um 0,5 Prozent im laufenden Jahr zurückgehen, ehe es im Folgejahr um 0,2 Prozent schrumpft. (13.12.2012/ac/n/m)

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