30.11.2012 15:59
Bewerten
 (1)

ifo-Institut beziffert Kosten für Griechenlandpaket auf 47 Mrd EUR

   Von Christian Grimm

   Hans-Werner Sinn, Chef des Münchener ifo-Instituts, beziffert die Kosten für das neue Griechenlandpaket auf 47 Milliarden Euro. Der Betrag ergibt sich, wenn alle in der Nacht zum Dienstag von den EU-Finanzministern gewährten Erleichterungen zusammengerechnet werden. Deutschland verzichtet demnach in den nächsten zehn Jahren insgesamt auf 14 Milliarden Euro.

   "Ich finde es allerdings ein bisschen problematisch, dass man die Schuldenschnitte nicht wirklich ausweist, sondern das alles über Zinssenkungen macht", hatte Sinn am Donnerstag im Deutschlandfunk gesagt. "Da sind riesige Lasten, die auf die Gläubigerländer zukommen, ohne dass das heute verbucht werden muss", legte der streitbare Wirtschaftswissenschaftler nach. Sinn gilt als Verfechter eines zeitweisen Austritts Griechenlands aus der Eurozone.

   Laut den Berechnungen des Münchener Konjunkturforschers und seiner Mitarbeiter setzen sich die 47 Milliarden aus verschiedenen Einzelposten zusammen. Die Zinsstundung für Kredite aus dem zweiten Hilfsprogramm, die vom Rettungsfonds EFSF ausgezahlt werden, kostet in den kommenden zehn Jahren 32 Milliarden Euro. Außerdem werden die Zinsen für die Kredite aus dem ersten Hilfsprogramm um 1 Prozentpunkt gesenkt. Dadurch verzichten die Euro-Staaten auf 12 Milliarden Euro. Hinzu kommen noch drei Milliarden Euro aus erlassenen Gebühren für die Kredite aus dem Rettungsfonds.

   Für Sinn ist das Ganze "ein Fass ohne Boden". "Es macht kaum noch einen Unterschied nach meinem Eindruck, ob man jetzt hier von Krediten spricht oder gleich von Geschenken." Der Bundesfinanzminister wisse um die tatsächliche Bedeutung des Maßnahmenbündels, so Sinn. Doch einen Schuldenschnitt, der im Prinzip dasselbe sei, müsste er im Haushalt als Verlust verbuchen. Nach den Berechnungen des ifo-Instituts hat Griechenland bislang öffentliche Kredite von insgesamt 414 Milliarden Euro erhalten.

   Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/chg/bam

   (END) Dow Jones Newswires

   November 30, 2012 09:21 ET (14:21 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 09 21 AM EST 11-30-12

Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Vier Aktien für den langfristigen Vermögensaufbau:
In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden vier Aktien vorgestellt, die sich aus Sicht der Redaktion für den langfristigen Vermögensaufbau eignen. Sicherheit allein war nicht das entscheidende Kriterium. Es ging auch darum, Aktien von Unternehmen auszuwählen, die aufgrund ihrer Wettbewerbsstellung aussichtsreich erscheinen und die dennoch große Wachstumschancen bieten.

Heute im Fokus

DAX geht mit Plus ins Wochenende -- Dow: Yellen-Effekt verpufft -- US-Wirtschaft wächst schwach -- VW will wohl Milliarden in Batteriefabrik für E-Autos investieren -- SGL, Google und Oracle im Fokus

Bank of America versucht erneut Kreditkartentochter MBNA zu verkaufen. Monsanto-Managern winkt Millionen-Regen bei Übernahme. Air France tankt nach Sprit-Protesten mehr im Ausland. EU verschärft erneut Sanktionen gegen Nordkorea. Aktionäre von DMG Mori sollen Abfindung von 37,35 Euro erhalten. Yellen: Leitzinserhöhung in den kommenden Monaten angemessen. BMW & Co.: Autobauer rufen in den USA Millionen Wagen zurück.
Welche Marke ist die teuerste?
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
In welcher Metropolregion leben am meisten Menschen?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Unternehmen sind fantastisch erfolgreich
IT-Gründer ohne Technik-Know-How
Welcher amerikanische Investor ist am vermögendsten?
Wer hatte das größte Emissionsvolumen?
Diese Top 20 haben zur Verbessung der Welt beigetragen
mehr Top Rankings

Umfrage

Bundeskanzlerin Merkel hält trotz aller Kritik am umstrittenen Flüchtlingspakt mit der Türkei fest. Wie bewerten Sie dessen Chancen?