19.09.2017 22:15
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MÄRKTE USA/Wenig Bewegung vor Fed-Entscheidung

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Von Sara Sjolin, Ryan Vlastelica und Florian Faust

NEW YORK (Dow Jones)--Pünktlich zum Beginn der zweitägigen US-Notenbanksitzung ist an der Wall Street Lethargie eingekehrt. Zwar markierte der Dow-Jones-Index im frühen Geschäft ein weiteres Allzeithoch, doch insgesamt fielen die Bewegungen in homöopathischen Dosen aus. "Die weiter steigende positive Marktstimmung bleibt vor der Fed-Sitzung vorherrschend. Diese könnte Händler aber für die nächsten eineinhalb Tage an die Seitenlinie verbannen. (...)", kommentierte Analyst Richard Perry von Hantec Markets den lustlosen Handel.

Für etwas Zurückhaltung sorgen möglicherweise bei dem ein oder anderen Teilnehmer auch neue Aussagen von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte im Konflikt um das nordkoreanische Raketenprogramm mit dem massiven Einsatz des US-Militärs gedroht. Die USA würden das asiatische Land "völlig zerstören", sollte Pjöngjang nicht nachgeben, warnte Trump vor der UN-Vollversammlung.

Der Dow-Jones-Index stieg um 0,2 Prozent auf 22.371 Punkte, auch S&P-500 und Nasdaq-Composite lagen gut behauptet im Markt, aber noch knapp unter ihren jüngsten Rekordhochs. Der Dow verbuchte den achten Tagesanstieg in Folge und damit die längste Gewinnstrecke seit August. Umgesetzt wurden 809 (Montag: 821) Millionen Aktien. Auf 1.554 (1.676) Kursgewinner an der NYSE kamen 1.385 (1.273) -verlierer, unverändert gingen 141 (126) Titel aus dem Handel. Weil sich am Mittwoch bereits die US-Notenbanker zu Wort melden werden, spielten die Konjunkturdaten des Tages keine große Rolle. Immerhin: die Importpreise waren im August ein wenig stärker gestiegen als erwartet, was der Federal Reserve bei ihrem derzeitigen Zinserhöhungsprozess tendenziell in die Karten spielte.

Anders die US-Baubeginne, die im August erneut gesunken waren. Doch legte die Zahl der Baugenehmigungen zu. Das Defizit in der US-Leistungsbilanz im zweiten Quartal war indes gestiegen - und dies deutlicher als erwartet. An den Finanz- und Devisenmärkten wird der Fehlbetrag in der US-Handels- und Leistungsbilanz mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. US-Präsident Trump hatte versprochen, das Defizit in der Handelsbilanz radikal zu senken.

Anleger spekulieren auf Fed-Bilanzreduzierung

Doch blieb die Fed-Sitzung das beherrschende Thema. Größeres Überraschungspotenzial birgt das Treffen derweil nicht. Eine Zinserhöhung zum aktuellen Termin gilt als nahezu ausgeschlossen, dafür dürfte Fed-Chefin Janet Yellen den Startschuss für eine Reduzierung der durch jahrelange Anleihekäufe auf 4,5 Billionen Dollar aufgeblähten Bilanz der Fed geben.

Am stärksten dürfte die Reaktion auf die Fed-Verlautbarung am Devisenmarkt ausfallen. Dort tendierte der Dollar im Vorfeld etwas leichter. Der Euro kostete im späten Geschäft 1,1998 Dollar nach Wechselkursen um 1,1952 am Vorabend. "Investoren warten auf einen Grund, den Dollar zu kaufen, nachdem sie ihn in diesem Jahr überverkauft haben. Eine Bestätigung, 2018 mit den Zinserhöhungen fortzufahren und/oder ein höheres Tempo bei der Bilanzverkürzung einzuschlagen, könnte zwar einen Impuls liefern, aber solange die Verbraucherpreise nicht am Zielwert sind und das Lohnwachstum schwach bleibt, scheint den Falken die Munition zu fehlen", sagte IG-Analyst Chris Beauchamp. Nach dem Erdbeben in Mexiko war der US-Dollar zum mexikanischen Peso auf den höchsten Stand seit zwei Wochen gestiegen, kam aber anschließend wieder zurück.

Am Goldmarkt tat sich wenig. Der Preis der Feinunze stabilisierte sich nach seinen jüngsten Verlusten vom Jahreshoch bei 1.357 Dollar im Bereich eines Dreiwochentiefs bei rund 1.311 Dollar - ein Tagesplus von 0,2 Prozent. Die Rentennotierungen gaben indes leicht nach, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg um einen Basispunkt auf 2,24 Prozent. Möglicherweise spiele der ein oder andere Anleger mit Blick auf die Importpreise die Karte Zinserhöhung, hieß es.

Spekulationen im Telekommunikationssektor

Am Aktienmarkt wurde eine andere Karte gespielt: Die Gerüchte um einen Zusammenschluss zwischen T-Mobile US und Sprint nahmen wieder Fahrt auf. Der TV-Sender CNBC berichtete, dass die beiden US-Mobilfunkanbieter "aktiv" über einen Zusammenschluss sprächen. Während T-Mobile US um 5,9 Prozent anzogen, waren es bei Sprint gar 6,8 Prozent Aufschlag. Huntsman fielen indes um 1,3 Prozent. Der aktivistische Investor White Tale opponiert gegen die vorgeschlagene Fusion des Unternehmens mit Clariant.

Klar im Plus zeigten sich auch die Aktien der Spielzeughersteller Hasbro und Mattel nach der Insolvenz des US-Spielzeughändlers Toys'R'Us. Der Einzelhändler leidet wie viele andere stationäre Händler unter rückläufigen Umsätzen und dem zunehmenden Druck der Internetkonkurrenz - allen voran Amazon. Hasbro zogen um 1,9 Prozent an - Mattel um 1,2 Prozent. Amazon büßten 0,4 Prozent ein.

Der US-Finanzdienstleister Equifax, der im Mai Ziel einer groß angelegten Hackerattacke geworden war, hat Berichten zufolge offenbar im März schon einmal einen Hackerangriff erlebt. Equifax beauftragte nun Cyberexperten, dem nachzugehen. Equifax drehten 0,5 Prozent ins Plus. Die Staatsanwaltschaft in New York will auch die Datensicherheit der Wettbewerber Experian und TransUnion untersuchen. TransUnion verloren 0,4 Prozent. AutoZone sanken um 5,0 Prozent. Der Autoteilehändler hatte zwar Geschäftszahlen über Markterwartungen vorgelegt, was die Aktie zunächst auch deutlich beflügelt hatte. Händler monierten aber, dass das flächenbereinigte Wachstum die Prognosen verfehlt habe.

Best Buy brachen um 8,0 Prozent ein, der Einzelhändler für Unterhaltungselektronik verschreckte mit einem schwachen Ausblick. Gesucht waren die Titel von Schusswaffenherstellern. Laut Medienberichten will die Trump-Regierung die Exportbeschränkungen lockern. American Outdoor Brands schnellten um 10,1 Prozent nach oben, Sturm Ruger gar um 13,7 Prozent.

Ölpreise geben nach

Am Ölmarkt ging es mit den Preisen leicht nach unten. Brentöl kostete 55,14 Dollar je Fass und damit 0,6 Prozent weniger als am Vorabend - US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich um 0,9 Prozent auf 49,48 Dollar. Die Erwartungen an eine steigende US-Schieferölproduktion waren den zehnten Monat in Folge gestiegen. Zuvor waren die Preise noch vom irakischen Ölminister gestützt worden, der eine Verlängerung der Opec-Förderbegrenzung seines Landes ins Spiel gebracht hatte.

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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

DJIA 22.370,80 0,18 39,45 13,20

S&P-500 2.506,65 0,11 2,78 11,96

Nasdaq-Comp. 6.461,32 0,10 6,68 20,03

Nasdaq-100 5.991,08 0,17 9,96 23,18

US-Anleihen

Laufzeit Akt. Rendite Bp zu Vortag Rendite Vortag +/-Bp YTD

2 Jahre 1,39 0,0 1,39 19,1

5 Jahre 1,83 0,4 1,83 -9,0

7 Jahre 2,07 1,4 2,06 -17,6

10 Jahre 2,24 1,4 2,23 -20,1

30 Jahre 2,81 1,6 2,80 -25,3

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8.30 Uhr Mo, 18.16 % YTD

EUR/USD 1,1994 -0,01% 1,1994 1,1926 +14,0%

EUR/JPY 133,75 -0,16% 133,96 132,97 +8,8%

EUR/CHF 1,1547 +0,32% 1,1510 1,1485 +7,8%

EUR/GBP 0,8868 +0,01% 0,8867 1,1298 +4,0%

USD/JPY 111,52 -0,15% 111,69 111,51 -4,6%

GBP/USD 1,3525 -0,03% 1,3528 1,3475 +9,6%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 49,56 49,91 -0,7% -0,35 -13,1%

Brent/ICE 55,21 55,48 -0,5% -0,27 -6,0%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.311,19 1.307,38 +0,3% +3,81 +13,9%

Silber (Spot) 17,31 17,22 +0,5% +0,09 +8,7%

Platin (Spot) 952,60 961,50 -0,9% -8,90 +5,4%

Kupfer-Future 2,95 2,95 +0,1% +0,00 +17,1%

===

Kontakt zum Autor: florian.faust@wsj.com

DJG/DJN/flf

(END) Dow Jones Newswires

September 19, 2017 16:16 ET (20:16 GMT)

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