13.08.2017 15:11
Bewerten
(0)

Merkel und Schulz streiten über Auto-Politik

- von Gernot Heller

Dortmund/Berlin (Reuters) - Der Streit um die Konsequenzen aus dem Diesel-Abgasskandal bestimmt den Auftakt der heißen Phase des Bundestagswahlkampfs.

Bundeskanzlerin Angela Merkel erteilte dem Vorschlag ihres Herausforderers Martin Schulz am Wochenende eine Absage, mit einer Quote für Elektro-Autos in Europa die Autoindustrie zum Umsteuern auf schadstoffarme Fahrzeuge zu drängen. Die SPD-Ministerinnen Barbara Hendricks und Brigitte Zypries warfen Merkel daraufhin Konzeptionslosigkeit vor. SPD-Kanzlerkandidat Schulz griff die Manager der Autokonzerne frontal an: Sie hätten die "Zukunft verpennt". Unstrittig ist aber offenbar inzwischen, dass dem Diesel-Gipfel Anfang August im Herbst ein weiterer folgen soll. Auch Merkel kündigte ein weiteres Treffen zur Überprüfung der getroffenen Vereinbarungen an. Einem Medienbericht zufolge halten Experten des Verkehrsministeriums als Folge des Abgasskandals bei Volkswagen milliardenschwere Bußgelder gegen den Konzern für möglich.

Es gehe um Beträge, die sich bis auf 12,5 Milliarden Euro summieren könnten, berichtet die "Welt am Sonntag". Das Ministerium erklärte, mit Blick auf Sanktionen gegen den VW-Konzern seien entsprechend dem "Grundsatz der Verhältnismäßigkeit" diejenigen Maßnahmen ergriffen worden, "die auf Beseitigung des rechtswidrigen Zustandes" gerichtet seien. Für Strafen seien dafür Staatsanwaltschaften und Gerichte zuständig.

STREIT UM BEWERTUNG DES DIESEL-GIPFELS

Einig zeigten sich Merkel und Schulz, dass die beim "Diesel-Gipfel" beschlossenen Maßnahmen nicht ausreichend seien. Merkel nannte bei einer Parteiveranstaltung in Dortmund die verabredete Nachrüstung der Software nur "das Mindeste" und auch die versprochene Umtauschprämie ist für sie nur "ein Schritt". Daher sollte es im Herbst ein weiteres Treffen geben zur Überprüfung der bisherigen Bemühungen. Einen schnellen Ausstieg aus der Diesel-Technologie lehnte die Kanzlerin ab.

Schulz nannte den Diesel-Gipfel in einem ZDF-Interview "gescheitert". Die Verantwortung dafür trage in erster Linie Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Wenn dennoch mit den Software-Updates und der Umtauschprämie für alte, "schmutzige" Diesel-Fahrzeuge etwas erreicht wurde, sei das der SPD und namentlich Umweltministerin Barbara Hendricks zu verdanken.

Merkel und Schulz attackierte einhellig die Manager der Autokonzerne heftig. "Weite Teile der Automobilindustrie haben unglaubliches Vertrauen verspielt", sagte die Kanzlerin. Die Unternehmensführungen müssten das korrigieren. Mit Blick auf die Abgas-Manipulationen mahnte sie: "Ehrlichkeit gehört zur sozialen Marktwirtschaft." Nach dem, was geschehen sei, könne man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Schulz äußerte sich ähnlich scharf. "Das Problem ist, dass wir in Deutschland zunächst einmal in einer Situation leben, in der millionenschwere Manager bei VW, bei Daimler, die Zukunft verpennt haben", sagte er dem ZDF. Diese Manager hätten verantwortungslos gehandelt. Er werde nicht hinnehmen, wenn Diesel-Fahrer nun zu leiden hätten.

AUTOINDUSTRIE HOFFT AUF NACHFRAGEIMPULS

Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, Ex-CDU-Verkehrsminister Matthias Wissmann, wies Kritik am Autogipfel zurück. Er erwarte, dass die von der Industrie so genannte Umweltprämie, die für den Tausch von alten Diesel in neue schadstoffarme Modelle gezahlt werden soll, eine spürbare Wirkung auf die Pkw-Nachfrage haben werde. Zudem werde das einen deutlichen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in den Städten leisten und den Umstieg auf die E-Autos unterstützen.

Der grüne baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann wies in der "Süddeutschen Zeitung" Forderungen auch aus der eigenen Partei nach einem Ausstieg aus der Dieseltechnologie zurück. "Wir müssen den Klimawandel bekämpfen, dafür brauchen wir auch den sauberen Diesel", sagte er. Ein Diesel, der die NOx-Grenzwerte einhalte, habe eine bessere CO2-Bilanz als ein Benzin-Fahrzeug. Zweifel hat Kretschmann, ob nach den Vereinbarungen des Diesel-Gipfels auf Fahrverbote in hoch belasteten Städten, wie Stuttgart, verzichtet werden kann.

Das Umweltbundesamt stellte das Dieselprivileg bei der Mineralölsteuer in Frage. "Das Dieselprivileg bei der Mineralölsteuer muss auf den Prüfstand", sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger der "Rheinischen Post". Selbst auf Netto-Basis überschreite der Betrag zur Subventionierung des Diesels immer noch die Förderung für Elektromobilität.

Anzeige

Nachrichten zu Daimler AG

  • Relevant
  • Alle
    1
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Daimler AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
16.08.2017Daimler OutperformBernstein Research
09.08.2017Daimler Equal-WeightMorgan Stanley
09.08.2017Daimler OutperformBernstein Research
07.08.2017Daimler UnderperformJefferies & Company Inc.
04.08.2017Daimler HaltenIndependent Research GmbH
16.08.2017Daimler OutperformBernstein Research
09.08.2017Daimler OutperformBernstein Research
02.08.2017Daimler buyDeutsche Bank AG
02.08.2017Daimler buyequinet AG
31.07.2017Daimler overweightJP Morgan Chase & Co.
09.08.2017Daimler Equal-WeightMorgan Stanley
04.08.2017Daimler HaltenIndependent Research GmbH
01.08.2017Daimler HoldHSBC
28.07.2017Daimler NeutralGoldman Sachs Group Inc.
28.07.2017Daimler HoldSociété Générale Group S.A. (SG)
07.08.2017Daimler UnderperformJefferies & Company Inc.
04.07.2017Daimler SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
03.07.2017Daimler UnderperformJefferies & Company Inc.
13.06.2017Daimler SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
27.04.2017Daimler UnderperformJefferies & Company Inc.

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Daimler AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Aktien mit Sicherheit und Potenzial

Für die neue Ausgabe des Anlegermagazins haben unsere Redakteure Aktien identifiziert, die aus ihrer Sicht Sicherheit und Potenzial bieten. Einen besonderen Blick werfen sie dabei auf die Chemie- und Versicherungsbranche. Erfahren Sie im aktuellen Magazin, wie Sie "Richtig investieren" und lesen Sie, welche Aktien bei überschaubarem Risiko einiges an Potenzial bieten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX geht mit Verlust ins Wochenende -- Dow Jones im Minus -- STADA-Übernahme erfolgreich -- Verhandlungen über Zukunft von Air Berlin -- Calpine, Deutsche Bank im Fokus

Darmstädter Merck-Konzern will vor weiteren Großübernahmen Schulden abbauen. Analyst ermittelt den perfekten Einstiegskurs für Bitcoins. Busch bei Pfeiffer Vacuum mit neuem Etappensieg. Venezuelas Bolivar fällt auf Rekordtief. Unsicherheit beim iPhone 8: Wann kommt das neue Apple Smartphone? UniCredit-Aufnahme im EuroStoxx möglich - Airbus hofft auf Stoxx.

Top-Rankings

KW 33: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Nicht nur schön und talentiert
Diese Frauen haben in Hollywood am meisten verdient
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot (Juni 2017)
Die Top-Positionen von Warren Buffett

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Enormer Stressfaktor
In diesen Ländern haben Arbeitnehmer den größten Stress
Der CEO von Allianz, BMW oder doch Daimler?
Diese Manager lieben die Deutschen
Das sind 2017 bislang die größten Verlierer in Buffetts Depot
Welche Aktie enttäuschte bisher am meisten?
Die Meister-Liste der 1. Fußball Bundesliga
Welcher Verein hat die meisten Meistertitel?
Bitcoin & Co.: Die wichtigsten Kryptowährungen
Welche Digitalwährung macht das Rennen?
mehr Top Rankings

Umfrage

Die Deutsche Bank wird optimistischer für deutsche Aktien und sieht beim DAX bis Jahresende noch 3 Prozent Luft nach oben. Was glauben Sie, wie sich der DAX bis zum Ende des Jahres entwickeln wird?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln

Willkommen bei finanzen.net Brokerage

Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus finanzen.net!

Weitere Informationen finden Sie hier.

Jetzt informieren und Depot eröffnen


Sie haben bereits ein Depot? Dann verknüpfen Sie es jetzt mit Ihrem finanzen.net-Account!

Jetzt verknüpfen

Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Scout24 AGA12DM8
Daimler AG710000
BMW AG519000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Allianz840400
Apple Inc.865985
E.ON SEENAG99
Siemens AG723610
Air Berlin plcAB1000
adidas AGA1EWWW
Coca-Cola Co.850663
TeslaA1CX3T
Santander S.A. (Banco Santander Central Hispano)858872
Amazon906866