19.09.2017 21:57
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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Donald Trump, Autor: Thomas Spang

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Regensburg (ots) - Der Teleprompter konnte den Twitter-Präsidenten nicht im Zaum halten. Wie im Comic drohte der Super-"Donald" aus Amerika dem "Raketenmann" in Nordkorea mit der "totalen Zerstörung". Und das mühsam ausgehandelte Atom-Abkommen mit dem Iran? "Eine Schande". Diese Charakterisierung beschreibt eher die peinliche Mixtur aus Sprechblasen, Gemeinplätzen und Kriegstreiberei, zu der die mit Spannung erwartete Jungfernrede des "Amerika-über-Alles"-Präsidenten geriet. Die USA verabschieden sich unter Trump endgültig von ihrer Rolle als Führungsmacht, die ihren Einfluss geschickt durch ein Geflecht internationaler Organisationen ausübt, die sie nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen hat. Im Kern sagt Trump den UN, sie seien als verlängerter Arm seiner chauvinistischen Außenpolitik willkommen. Ansonsten seien sie nutzlos. Das Problem besteht darin, dass die Welt kein Comic-Heft mit guten Helden und Bösewichten, sondern ein verletztlicher Raum ist, den sechs Milliarden Menschen teilen. Statt Lösungen bietet Super-"Donald" der Welt nicht viel mehr als Sprüche an. Freiwillig dürften ihm auf diesem düsteren Pfad nur wenige folgen.

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