10.08.2017 12:27
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ROUNDUP: Türkei und Brexit lassen Reiseriesen Tui kalt - Spartenverkauf belastet

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HANNOVER (dpa-AFX) - Der Reisekonzern TUI profitiert trotz Türkei-Krise und Brexit-Wirbel stärker von der Urlaubslust der Europäer. Im dritten Geschäftsquartal bis Ende Juni legte der Konzern bei Umsatz und operativem Gewinn deutlich zu. Und Vorstandschef Fritz Joussen schraubte mitten in der wichtigen Sommersaison seine Umsatzerwartungen nach oben. TUI verzeichnet höhere Preise und steigende Urlauberzahlen. Statt der Türkei stehen verstärkt Ziele in Spanien oder Griechenland auf den Tickets. Und die Briten lassen sich trotz des schwachen Pfunds nicht vom Reisen abhalten.

Die Tui-Aktie schlug sich am Londoner Aktienmarkt am Donnerstag vergleichsweise gut. Um die Mittagszeit lag das Papier mit 0,64 Prozent im Minus, während der Leitindex FTSE 100 mehr als ein Prozent verlor. Analyst Adrian Pehl von der Commerzbank sprach von einem ordentlichen Quartal, das die Zuversicht für die geplante Gewinnsteigerung erhöhe.

In den Monaten April bis Juni ging es bei Tui im laufenden Geschäft kräftig aufwärts. Der Umsatz stieg dank Wechselkursen und des späten Ostertermins im Vergleich zum Vorjahr um knapp 13 Prozent auf rund 4,8 Milliarden Euro, wie der Konzern am Donnerstag in Hannover mitteilte. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (Ebita) der fortgeführten Geschäftsbereiche legte um 38 Prozent auf fast 222 Millionen Euro zu. Vor allem die Kreuzfahrtsparte und die konzerneigenen Hotels und Clubs wie Riu und Robinson warfen mehr ab.

Unter dem Strich musste der Konzern jedoch einen Gewinneinbruch um 45 Prozent auf 48 Millionen Euro verbuchen. Grund war der Verkauf der Spezialreise-Sparte Travelopia, die der Konzern nur mit einem Buchverlust losgeworden war. Der lukrative Verkauf von Anteilen an der Container-Reederei Hapag-Lloyd konnte dies nicht wettmachen. Tui hat sich nach fast zwei Jahrzehnten von der Beteiligung an der Container-Reederei getrennt. Ein Teil des dabei entstandenen Buchgewinns geht aber erst im laufenden Geschäftsquartal ins Ergebnis ein.

Für das Geschäftsjahr bis Ende September sieht Joussen den Konzern auf Kurs. Erstmals in der Unternehmensgeschichte habe Tui nach neun Monaten einen operativen Gewinn (bereinigtes Ebita) erzielt. Im laufenden Geschäftsjahr soll er - bereinigt um Währungsschwankungen - weiterhin um mindestens 10 Prozent steigen. Der Umsatz soll währungsbereinigt jetzt um mehr als 3 Prozent wachsen - und damit stärker als bisher gedacht. Reiseveranstalter erzielen den Großteil ihrer Gewinne in der Hauptreisezeit im Sommer, während sie im Winter Verluste einfahren.

Für den laufenden Sommer verzeichnet Tui bisher 4 Prozent mehr Buchungen als vor einem Jahr. Der Umsatz liegt wegen höherer Preise insgesamt sogar 8 Prozent höher. Die starke Nachfrage nach Urlaub in Ländern wie Spanien und Griechenland gleiche den erneuten Rückgang in der Türkei aus, hieß es. Auch für die Kapverden, Kroatien, Italien, Bulgarien und Fernziele wie die Karibik verzeichnet der Konzern höhere Urlauberzahlen.

Die Türkei hingegen leidet unter der Verunsicherung der Urlauber nach den Terroranschlägen, dem Putschversuch aus dem vergangenen Jahr und den politischen Spannungen zwischen der türkischen Regierung und europäischen Ländern wie Deutschland. Laut Tui werden die Türkei und die ebenso krisenbehafteten Länder Nordafrikas bei den Kunden aber im Last-Minute-Geschäft wieder beliebter.

Kaum Sorgen bereiten dem Konzern die Kunden aus Großbritannien. Die Nachfrage habe sich auf einem guten Niveau stabilisiert und liege etwas höher als im Vorjahr, sagte Joussen. Zudem verdiene Tui an den in Großbritannien verkauften Reisen im Schnitt mehr als in allen anderen Ländern.

Die deutsche Konzernfluglinie Tuifly sieht Joussen trotz der gescheiterten Pläne für ein Bündnis mit Etihad und der Air-Berlin-Tochter Niki auf gutem Kurs. Der Ferienflieger stehe dank einer guten Auslastung seiner Flieger sehr gut da. Ob Tui einen neuen Anlauf für ein Bündnis mit Niki oder einer anderen Airline unternimmt, ließ der Manager offen. "Kann sein, kann auch nicht sein", sagte er. Das Zusammengehen mit Niki war nach einer Absage von Etihad Anfang Juni geplatzt./stw/mne/stb

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