22.04.2017 21:50
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So ambitioniert sind Elon Musks Pläne für seine neue Firma Neuralink

Science-Fiction wird wahr: So ambitioniert sind Elon Musks Pläne für seine neue Firma Neuralink | Nachricht | finanzen.net
Science-Fiction wird wahr
Dass Elon Musk vor ambitionierten Ideen nicht zurückschreckt, hat er bereits bei Tesla und SpaceX bewiesen. Doch mit seinem neuen Startup Neuralink geht Musk nun noch einen Schritt weiter: Er will die Funktionsweise des menschlichen Gehirns verändern - und das schon in wenigen Jahren.
Bereits Ende März wurde bekannt, dass sich Unternehmer Elon Musk nun auch auf dem Gebiet der Medizintechnik versucht und mit Neuralink Implantate für das menschliche Gehirn herstellen will. Angedeutet hatte sich dieser Schritt bereits im vergangenen Jahr, als Musk auf einer Konferenz davor warnte, dass künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen Computer hervorbringen könnten, die den Menschen weit überlegen wären. Man müsse daher einen Weg finden die Leistungsfähigkeit menschlicher Gehirne durch Computertechnik aufzuwerten, um konkurrenzfähig zu bleiben und nicht abgehängt zu werden. Nun hat Musk in einem Gespräch mit der Erklärseite "Wait but Why" neue Details preisgegeben, wie er das mit seinem neuen Startup anstellen will - und welcher ambitionierte Zeitplan ihm vorschwebt.

Neuralink könnte Sprache überflüssig machen

Neuralink soll laut Musk Gehirnimplantate entwickeln, die nur wenige Mikrometer groß sind. Zunächst sollen sie etwa den Cochlear-Implantaten für Hörbehinderte ähneln und Menschen mit ernsten Gehirnschädigungen helfen, wieder ein normaleres Leben zu führen. Sie könnten beispielsweise nach einem Schlaganfall, oder der Entfernung eines Hirntumors oder auch bei angeborenen Hirnschäden zum Einsatz kommen und die beschädigten Areale kompensieren.
Auch Menschen, die mit altersbedingten Beeinträchtigungen kämpfen, will er helfen: "Menschen, die mit dem Alter Gedächtnisprobleme bekommen und sich nicht mehr an die Namen ihrer Kinder erinnern, kann Neuralink durch eine Gedächtniserweiterung helfen", so Musk, der übrigens auch bei Neuralink den Chefposten selbst bekleiden wird.

Doch das letztendliche Ziel ist viel größer - und klingt viel mehr nach Science-Fiction: Neuralink soll eines Tages eine "einvernehmliche Gedankenübertragung" ermöglichen. Dafür will der Tesla-Chef mit den Implantaten eine Schnittstelle zwischen dem menschlichen Gehirn und einem Computer schaffen. Gedanken sollen dank der Technik im Gehirn einfach in die Cloud übertragen werden und können dann von dort aus anderen Menschen zur Verfügung gestellt werden- ohne störende Sprachbarriere.
Momentan müssten Konzepte erst vom Gehirn mit einer unglaublich niedrigen Datenübertragungsrate - gemeint sind Sprache oder Text - komprimiert werden, um sie einem anderen Menschen mitteilen zu können, erklärte Musk gegenüber der US-Seite. Das Gehirn des Gegenübers müsste das Gehörte dann zunächst wieder dekomprimieren. Ein Prozess, bei dem unglaublich viele Informationen verloren gehen würden. "Wenn man aber zwei Gehirnschnittstellen hätte, könnte man einer anderen Person Konzepte direkt und ohne Komprimierung mitteileilen", so Musk weiter. Das gesprochene oder geschriebene Wort würde damit letztendlich völlig überflüssig werden.

Musk will Implantate schnell anbieten

Der Zeitplan für die Markteinführung der ersten Neuralink-Implantate ist gewohnt ehrgeizig: Schon in vier Jahren will Musk die ersten Implantate für Menschen mit Behinderungen zur Verfügung stellen. Auch Menschen ohne Gehirnschäden sollen nicht lange warten müssen, um ihre geistigen Fähigkeiten erweitern zu können: Schon in zehn Jahren könnte die Technologie allen Menschen zur Verfügung stehen, glaubt Musk. Dass dieser Zeitplan sehr ambitioniert ist, weiß jedoch auch der Unternehmer. Er schränkt ein, dass die Verfügbarkeit für die Allgemeinheit natürlich sehr von der Zulassung durch die entsprechenden Regulierungsbehörden abhänge - und davon, wie gut die Implantate bei Menschen mit Behinderung funktionieren würden.

Langer Weg bis zum Massenprodukt

Bis die Technologie jedoch im erhofften großen Stil eingesetzt werden kann, müssen laut dem Neuralink-Chef aber noch weitere Bedingungen erfüllt werden. Vor allem müssten deutlich einfachere Verfahren entwickelt werden, die Implantate in das menschliche Gehirn einzusetzen. Laut "Wait but Why" arbeiten einige Forscher unabhängig von Musk bereits an einer Art Geflecht, das zahlreiche Elektroden enthält, aber dabei so winzig ist, dass es einfach ins Gehirn von Mäusen injiziert werden kann.

Musk denkt aber noch einen Schritt weiter: Er will, dass irgendwann Maschinen die notwendigen Operationen durchführen. Man bräuchte "einen automatisierten Prozess, denn sonst wäre man durch die begrenzte Anzahl an Neurochirurgen eingeschränkt, und die Kosten wären sehr hoch", so Musk. Kurz zusammengefasst: Um zu verhindern, dass die Menschheit eines Tages von ihren Computern überholt wird - oder, wie es Musk formuliert, "im Endeffekt nutzlos oder wie ein Haustier wird" -, will er also auf computergesteuerte Maschinen setzen, die Computerchips ins menschliche Gehirn einsetzen, um es mit anderen Computern und der Cloud zu vernetzen - für viele sicher keine sehr verlockende Idee.

Kann Elon Musk den Zeitplan halten?

Ob sich Musks Pläne jedoch wirklich umsetzen lassen - vor allem in so kurzer Zeit - ist jedoch fraglich. Bereits seit Jahrzehnten widmen sich Wissenschaftler der Erforschung des menschlichen Gehirns, und noch immer gibt es zahlreiche offene Fragen zu dessen Funktionsweise. Der Tesla- und SpaceX-Chef ist außerdem dafür bekannt, seine zunächst optimistischen Zeitschätzungen öfter einmal nach hinten verschieben zu müssen: Sowohl beim Tesla Roadster als auch beim Model S und Model X fand die Markteinführung etwas später statt, als von Musk ursprünglich anvisiert. Auch seine Absatzziele hat der Tesla-Chef bereits häufiger verfehlt - und dabei handelte es sich "nur" um Elektroautos. Bei Gehirnimplantaten dürfte noch einiges mehr zu beachten sein.

Musk hat sich jedoch auch einen Ruf damit erworben, seine Pläne mit großer Beharrlichkeit zu verfolgen. Das dürfte auch bei Neuralink nicht anders sein. Womöglich gelingt ihm also wirklich der große Durchbruch in diesem Bereich der Medizintechnik - wenn auch erst mit Verspätung.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Alberto E. Rodriguez/WireImage/Getty Images, Kevork Djansezian/Getty Images, James Devaney/WireImage/Getty Images

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