08.08.2017 13:03
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Uniper-Chef wirbt für Ausbau von Europas Gas-Infrastruktur

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   FRANKFURT (Dow Jones)--Uniper-Chef Klaus Schäfer hat den USA vorgeworfen, mit ihrem jüngsten Gesetz zu möglichen Russland-Sanktionen gegen ausländische Unternehmen aus wirtschaftlichen und strategischen Interessen die europäische Sicherheit bei der Gasversorgung aufs Spiel zu setzen.

   Das in der vergangenen Woche verabschiedete Gesetz, das auch das von Uniper mitfinanzierte Erdgas-Pipelineprojekt Nord Stream 2 betrifft, verfolgt aus Sicht Schäfer "strategische Wirtschaftsinteressen - die angestrebte Dominanz der USA im globalen Energiemarkt", wie er in einer Telefonkonferenz nach Vorlage der Halbjahreszahlen sagte. Das Projekt von zwei weiteren Pipelines durch die Ostsee hält der Manager aber grundsätzlich weiter für realisierbar.

   Angesichts versiegender Gasvorkommen in Europa sei der Ausbau der europäischen Gas-Infrastruktur eine "schlichte Notwendigkeit für die Versorgungssicherheit unseres Kontinents". Flüssiggas aus Amerika sei da keine Alternative. Seit Beginn der LNG-Ausfuhren aus den USA im vergangenen Jahr habe das Gros der Tanker Asien aus Gründen der Nachfrage angelaufen.

   Wenn Europa sich künftig mit Flüssiggas am Weltmarkt versorgen wolle, dann müssten die Abnehmer in einen Preiswettbewerb mit Käufern in Asien einsteigen. Dort liege der Preis für US-Flüssiggas um bis zu 50 Prozent über den europäischen Referenzpreisen. Derartige Aufpreise wolle hier aber niemand bezahlen.

   In diesem Jahr seien bisher gerade einmal 30 Milliarden Kubikmeter Flüssiggas nach Europa geliefert worden, davon 1,2 Milliarden aus den USA. Europa benötigt nach Darstellung Schäfers jährlich 200 Milliarden Kubikmeter importiertes Gas, um seinen Bedarf zu decken.

   Bei der Umsetzung von Nord Stream 2 werde es darum gehen, eine nach US-Gesetzgebung rechtlich einwandfreie Form zu finden. Er werde alles dafür tun, Uniper vor Risiken durch eventuelle US-Sanktionen zu schützen, sagte er.

   Uniper hat zugesagt, das Pipelineprojekt mit bis zu 950 Millionen Euro zu finanzieren, das wäre etwa zehn Prozent der Gesamtkosten. Eine langfristige Finanzierungslinie über 285 Millionen Euro ist laut Halbjahresbericht von der Nord Stream 2 AG dabei bereits teilweise gezogen worden.

   Schäfer regte überdies an, Gas mittels Elektrolyse aus überschüssigem Strom aus erneuerbaren Energien zu produzieren. Uniper hat das Verfahren in zwei Anlagen bei Hamburg und in Brandenburg zur Marktreife gebracht. Power to Gas könne zu einer Schlüsseltechnologie in der Energiewende werden, sagte der Manager.

   Strom aus Wind und Sonne fällt nicht bedarfsgerecht an. Die Umwandlung in Gas wäre ein Weg, um diesen Strom sogar langfristig und saisonal zu speichern. Uniper "könnte mit seinen Gasspeichern die gesamte Flexibilität abbilden, die der deutsche Strommarkt derzeit aufgrund der vorrangigen Einspeisung von Erneuerbaren Energien benötigt", sagte Schäfer.

   Die Politik müsse bei der Regulierung aber den Weg freimachen für eine großtechnische Umsetzung der Erzeugung von "Grünem Gas". Dazu gehöre auch die Anerkennung, dass es sich um ein erneuerbares Produkt handele.

   Kontakt zum Autor: olaf.ridder@wsj.com

   DJG/rio/cbr

   (END) Dow Jones Newswires

   August 08, 2017 06:33 ET (10:33 GMT)

   Copyright (c) 2017 Dow Jones & Company, Inc.- - 06 33 AM EDT 08-08-17

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