15.06.2017 14:56
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UPDATE/Aufstand der Falken bei der Bank of England

   --Drei der acht Ratsmitglieder stimmten für Zinserhöhung

   --Währungshüter sorgen sich wegen anziehender Inflation

   --Analysten sehen BoE in Zwickmühle

   (NEU: Details, Reaktion Analysten)

   Von Jason Douglas und Wiktor Szary

   LONDON (Dow Jones)--Im Rat Bank of England (BoE) verschieben sich die Kräfteverhältnisse Richtung einer strafferen Geldpolitik. Bei der Zinssitzung stimmten drei der acht Währungshüter für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Neben Kristin Forbes votierten auch Ian McCafferty und Michael Saunders für den Zinsschritt. Bisher war Forbes allein auf weiter Flur. Allerdings wird sie die Notenbank Ende Juni verlassen und sich der akademischen Forschung widmen.

   Die Analysten der NordLB werteten den Beschluss der drei Falken dennoch als "erstaunlich offensichtlich". Mit der Mehrheit von 5 zu 3 Stimmen beließ der Rat den Leitzins dennoch auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent und tastete auch das Kaufprogramm in Höhe von 435 Milliarden Pfund nicht an. Letzterer Beschluss fiel einstimmig. Ökonomen und Börsianer hatten diese Ergebnisse erwartet. Ein Posten im Führungsgremium der britischen Zentralbank ist derzeit nach dem Ausscheiden von Minouche Shafik vakant.

   Die von BoE-Chef Mark Carney angeführte Mehrheit begründete ihre Entscheidung mit der Unsicherheit über die Wachstumsaussichten der britischen Volkswirtschaft nach der schweren Wahlschlappe von Premierministerin Theresa May und den beginnenden Brexit-Verhandlungen mit den Europäern.

Furcht vor steigender Inflation bei schwachem Wachstum Alle acht Notenbanker betonten in ihrer Erklärung, dass ihre Geduld wegen der anziehenden Teuerung nachlasse. Im Mai hatte die Inflation den Stand von 2,9 Prozent erreicht und liegt damit deutlich über dem 2-Prozent-Ziel der BoE. Im Herbst könne die Inflation die Marke von 3 Prozent überschreiten, warnten die Ratsmitglieder. "Die politische und wirtschaftliche Unsicherheit ist zu groß, um Einigkeit für höhere Zinsen herzustellen", kommentierte ING-Volkswirt James Knightley die BoE-Entscheidung.

   Sollte es aber zu einer politischen Blockade kommen, die die Unsicherheit weiter erhöht und die Konjunkturperspektiven weiter eintrübt, sind zusätzliche geldpolitische Stützungsmaßnahmen der Notenbank denkbar. Das nach dem Brexit-Votum aufgelegte Kaufprogramm für Staatsanleihen in Höhe von 60 Milliarden und Unternehmensanleihen im Wert von 10 Milliarden Pfund ist mittlerweile abgeschlossen.

   Für die NordLB-Analysten steckt die BoE aber in einem Dilemma. "Die sich merklich abkühlende wirtschaftliche Dynamik einerseits und der weit über der Ziellinie liegende Anstieg der Verbraucherpreise andererseits begrenzen ihre Manövrierfähigkeit", heißt es in ihrer Einschätzung zur Zinssitzung. Im ersten Quartal war die britische Wirtschaft nur um 0,2 Prozent gewachsen, die recht hohe Teuerung kostet die Verbraucher auf der Insel Kaufkraft.

   Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/chg/bam

   (END) Dow Jones Newswires

   June 15, 2017 08:26 ET (12:26 GMT)

   Copyright (c) 2017 Dow Jones & Company, Inc.- - 08 26 AM EDT 06-15-17

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