Der Dünnschichtspezialist ist und bleibt ein Pflichtinvestment für jedes Greentec-Portfolio. Aktuell scheint der Einstieg günstig.
Kaum zwei Jahre ist es her: Am 17. November 2006 wagte First Solar den Schritt aufs Börsenparkett. Und trotz oder gerade aufgrund der aktuellen Ereignisse an den Finanzmärkten bleibt die Entwicklung des Unternehmens eine einzige Erfolgsstory. An der Börse wird die Zukunft gehandelt und die Zukunft gehört sicherlich der Solarenergie und hier ist First Solar bei der zukunftsträchtigen Dünnschichttechnologie Marktführer. "Die Kosten für Solarstrom senken", mit diesem Slogan tritt das Unternehmen auf dem Markt auf, die Dünnschichttechnologie soll’s möglich machen. Zwar werden für die Solartechnologie vorerst düstere Zeiten prognostiziert – für welche Branche eigentlich nicht? – doch scheint gerade First Solar für bevorstehende Schwierigkeiten gut gerüstet. Ein Beleg dafür: die jüngsten Quartalszahlen des US-Solarkonzerns waren besser als erwartet. Das Unternehmen aus Tempe in Arizona hat den Umsatz, sowie den Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. Der Umsatz stieg von 159,0 auf 348,7 Mio. US-Dollar, der Nettogewinn kletterte von 46,0 Mio. US-Dollar oder 0,58 US-Dollar je Aktie auf 99,3 Mio. US-Dollar oder 1,20 US-Dollar je Aktie.
Die junge Geschichte der Aktie an der Börse war ein einziger Höhenrausch. Seit der Erstnotiz konnte sich der Kurs zeitweise verzehnfachen, noch im Mai 2008 erreichte er nach einigen Rückschlägen ein neues Allzeithoch. Erst in den letzten Wochen ging es im allgemeinen Kursdesaster auch mit First Solar steil bergab. Immerhin halbierte sich der Kurs auf Eurobasis, doch bereits im Vorfeld der Bekanntgabe der Quartalszahlen kam es zu einer ebenso spektakulären Erholung. Jetzt liegen die Zahlen vor und die Mehrzahl der Analysten ist überzeugt, dass die Erfolgsgeschichte weitergeht. Für W. Pichel, Analyst von Piper Jaffray, spielt das Unternehmen ganz klar in einer anderen Liga als die meisten Konkurrenten. Zwar senkte er – wie zurzeit bei allen Solaraktien üblich – die Gewinnerwartungen, seine Kaufempfehlung hielt er aber aufrecht. 200 Dollar könnte der Kurs seiner Meinung nach erreichen, zuvor hielt er 250 Dollar für möglich.
Als ein wichtiges Argument bei der positiven Beurteilung des Dünnschichtspezialisten wird von mehreren Analysten die vorteilhafte Kostenstruktur genannt. First Solar könne die Kosten schneller senken als die durchschnittlichen Verkaufspreise zurückgehen würden. Der Preisverfall ist neben der Finanzierungsproblematik aktuell eine der Hauptsorgen der Solarindustrie. Für US-Analyst Robert W. Stone von Cowen & Co. ist das Unternehmen so gut positioniert, dass er damit rechnet, dass es sich in der nächsten Zeit 50 Prozent besser entwickeln wird als der Markt. Ein Grund zur Vorsicht ist allerdings immer noch die hohe Bewertung. Auch wenn sich das KGV seit 2007 mehr als halbiert hat. 44 ist immer noch der höchste Wert innerhalb der Solarbranche und macht die Aktie in jedem Fall schwankungsanfällig.
First Solar ist Marktführer in Sachen Dünnschichttechnologie, der Zukunftstechnologie der Zukunftsbranche Solarindustrie. Nach dem legendären Kursanstieg 2007 und der legendär hohen Bewertung mit einem KGV von über 100 ist die Gelegenheit jetzt günstig, sich die Aktie zu einer moderateren Bewertung ins Depot zu holen.
Seit November 2007 ist Werner H. Heussinger Chefredakteur des €uro greentec.journal, das auf die aussichtsreichsten Investmentmöglichkeiten im Bereich Ökologie aufmerksam machen soll. Heussinger gehörte als Gründer und Chefredakteur des „Optionsschein-Magazins“ zu den Wegbereitern der deutschen Derivate-Kultur. Er ist Mitgründer und Vorstand der ZertifikateJournal AG und Autor zahlreicher deutsch- und englischsprachiger Publikationen sowie mehrerer Fachbücher.
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