04.04.2017 20:18
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Kurs stabilisiert: Gehört die Snap-Aktie jetzt ins Depot?

Vier Wochen nach dem IPO: Kurs stabilisiert: Gehört die Snap-Aktie jetzt ins Depot? | Nachricht | finanzen.net
Vier Wochen nach dem IPO
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Vier Wochen nach dem Raketenstart an der NYSE ist die Snapchat-Mutter Snap auf dem Boden der Börsenrealität aufgeschlagen. Da der Hype verklungen und die Aktie in ruhigerem Fahrwasser unterwegs ist, stellt sich die Frage: Lohnt sich ein Investment jetzt?
Wer zum Börsenstart der Snapchat-Mutter Snap am 2. März 2017 dabei war, hatte nach dem ersten Handelstag ein fettes Plus in seinem Depot: Das Papier markierte seinen Erstkurs um 44 Prozent über dem Ausgabepreis und erklomm auch in den folgenden Tagen neue Höhen. Doch schon bald setzte Ernüchterung ein - der Aktienkurs brach zunächst ein, um sich danach auf niedrigerem Niveau zu stabilisieren. Für Anleger stellt sich daher die Frage: Ist die Snap-Aktie jetzt einen Kauf wert?

Konstante Seitwärtsbewegung

Die Tatsache, dass die Snap-Aktie seit rund zwei Wochen in einer relativ engen Handelsspanne gefangen ist, lässt den Eindruck aufkommen, dass sich der Anteilsschein nun auf einen vom Markt als fair beurteilten Wert einpendelt. Doch der Eindruck kann auch täuschen: Dass die Aktie inzwischen in ruhigerem Fahrwasser unterwegs ist, dürfte insbesondere auf gutes Timing zurückzuführen sein.

Schließlich hat sich der Kurs just zu dem Zeitpunkt stabilisiert, als eine Reihe von Analystenhäusern eine positive Aktieneinschätzung abgegeben haben. Dabei handelte es sich aber nicht um gewöhnliche Finanzexperten, sondern um Mitarbeiter der Wall Street-Banken, die den Börsengang von Snap betreut haben. Nach dem Ende der Stillhalteperiode durften die Konsortialbanken nun mit eigenen Aktieneinschätzungen auf den Markt kommen - und nutzten diese Gelegenheit mehrheitlich für eine bullishe Einschätzung der Snap-Titel. Die positiven Kommentare, die sich in ihrem Wortlaut teils deutlich von den Einschätzungen anderer Analystenhäuser unterschieden, stützten den Kurs der Snap-Aktie und trugen eklatant zur Kursstabilisierung bei.

Grundsätzlich hat sich nichts geändert

Doch Kaufempfehlungen der Konsortialbanken sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich an der grundsätzlichen Problematik bei Snap nichts geändert hat. Das Unternehmen ist weiterhin defizitär, das Geschäftsmodell steht auf wackeligen Füßen. Insbesondere die Tatsache, dass die Zielgruppe von Snap und der App Snapchat auf Jugendliche und junge Erwachsene limitiert ist, ruft Kritiker auf den Plan.
Was fehlt, ist eine langfristige Perspektive: Im abgelaufenen Jahr hat Snap weltweit einen Umsatz von 404,5 Millionen Dollar erwirtschaftet - zu wenig, um die extrem hohe Unternehmensbewertung dauerhaft zu rechtfertigen. Unter dem Strich stand ein Verlust von 514,6 Millionen US-Dollar in den Büchern.

Snap muss vor allem im Werbegeschäft Gas geben. Doch in diesem Bereich haben etablierte Größen wie Facebook eindeutig die Nase vorn. Das größte soziale Netzwerk hat 2016 Werbeerlöse in Höhe von 27 Milliarden US-Dollar berichtet - Expertenschätzungen zufolge könnte Snap 2017 statt der prognostizierten 800 Millionen Dollar nur 770 Millionen Dollar mit Werbung einnehmen. Facebook hingegen wird einer Prognose von eMarketer zufolge im aktuellen Geschäftsjahr 34 Milliarden US-Dollar erlösen und damit seine ungebremste Wachstumsstory weiter fortsetzen.

Unternehmensbewertung auf Basis von Hoffnungen

Die verhältnismäßig hohe Bewertung von Snapchat scheint durch den aktuellen Geschäftsbericht kaum gerechtfertigt. Die Wachstumsaussichten sind durch die limitierte Zielgruppe begrenzt, dass Snapchat eine ähnliche Erfolgsgeschichte wie Facebook schreiben kann, bezweifeln viele Experten. Zumal der Zuckerberg-Konzern dabei nicht untätig zuschauen dürfte: Nicht umsonst bringt Facebook seit geraumer Zeit immer neue Features an den Start, die denen von Snapchat ähneln. Im direkten Vergleich dürfte Facebook den deutlich längeren Atem haben, wenn Snap nicht in der Lage ist, die hohen Markterwartungen zu erfüllen.

Aktionäre ohne Mitspracherecht

Nicht eben hilfreich dürfte dabei die Tatsache sein, dass Snap den Anlegern kein Mitspracherecht einräumt, was die Ausrichtung des Unternehmens angeht. Denn beim Börsengang wurden ausschließlich stimmrechtslose Aktien auf den Markt gebracht. Damit wollten CEO Evan Spiegel und Tech-Vorstand Bobby Murphy ihre Kontrolle über das Unternehmen sichern. Beide halten zusammen zwar 70 Prozent der Stimmrechte, aber nur 45 Prozent der Aktien sind in ihrem Besitz. Anleger haben auf strategischer Ebene bei Snap also nichts zu sagen. Dies hat zur Folge, dass erste Diskussionen laufen, Snap den Aufstieg in einen großen Börsenindex zu verweigern. Auf den Aktienkurs könnte sich eine solche Entscheidung mittel- bis langfristig negativ auswirken, denn Großanleger und Fonds, die in ihren Portfolios Indizes abbilden, wären dann nicht gezwungen, die Snap-Aktien zu kaufen. Privatanleger dürften sich bei diesen Voraussetzungen ebenfalls gut überlegen, ob sie sich Snap-Titel ins Depot legen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: charnsitr / Shutterstock.com, Ink Drop / Shutterstock.com, Drew Angerer/Getty Images, ThomasDeco / Shutterstock.com

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08.11.2017Snap Equal WeightBarclays Capital
08.11.2017Snap HoldAegis Capital
08.11.2017Snap HoldCanaccord Adams
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08.11.2017Snap SellUBS AG
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