21.09.2017 11:09
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Wenn der Bitcoin-Wahn schon lange verpufft ist ...

Wenn der Bitcoin-Wahn schon lange verpufft ist ... | Nachricht | finanzen.net
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Neun Jahre nach der erstmaligen Erwähnung des Bitcoins spaltet er die Investoren-Gemeinschaft scheinbar mehr denn je. Dabei sollten Anleger weniger gierig hinter Bitcoin & Co herjagen und sich stattdessen mehr auf die zugrundeliegende Datenbank konzentrieren.

... blüht die Blockchain erst so richtig auf

Virtuelle Währungen sind nicht neu – in Online-Games wie "World of Warcraft" werden sie schon lange verwendet. Doch die Emission einer fälschungssicheren, digitalen Währung ohne einer zentralen Aufsichtsbehörde ist naturgemäß eine gänzlich andere Nummer. Neun Jahre nach der erstmaligen Erwähnung des Bitcoin-Systems spaltet er die Investoren-Gemeinschaft scheinbar mehr denn je. Dabei sollten Anleger weniger gierig hinter Bitcoin & Co herjagen und sich stattdessen mehr auf die zugrundeliegende Datenbank – die Blockchain – konzentrieren.

Spekulationsobjekt oder "echte" Währung, Wahnsinn oder Geniestreich? Der Bitcoin reißt Gräben auf – wie tief sie sind, zeigt sich nicht nur an den unglaublichen Kursschwankungen der letzten Wochen sondern etwa auch im Innersten von JPMorgan. Für Jamie Dimon, Chef der US-Investmentbank, ist der Bitcoin nicht mehr als "Betrug". Es gebe kaum eine Verwendung für ihn, außer in Venezuela oder Nordkorea oder für Drogendealer und Mörder. Interessant, bedenkt man, dass JPMorgan kurz darauf selbst drei Millionen Euro in Bitcoin investiert haben soll – ob im Auftrag für einen Kunden oder nicht, tut angesichts der harten Worte wenig zur Sache.

Wenig Transaktion, viel Spekulation

Ist der Bitcoin also Betrug? Wohl kaum. Mit gewöhnlichen Währungen lässt sich die Kryptowährung aber auch nicht vergleichen. Denn steht dort die Kursentwicklung im Normalfall in einem Zusammenhang mit der Volkswirtschaft des Landes, so ist die Kursentwicklung bei Bitcoins ausschließlich eines – volatil.

"Der Bitcoin bietet hohe Volatilität,
was ihn zu einer idealen 'Spielwiese' für Trader macht."
wikifolio-Trader Thomas Litschko

wikifolio-Trader Thomas Litschko aka "Yoggo" bestätigt: "Der Bitcoin bietet zum einen die Möglichkeit eines direkten, bargeldlosen Zahlungsverkehrs und zum anderen eine hohe Volatilität, was ihn zu einer idealen 'Spielwiese' für Trader macht." Entsprechend gibt der Großteil der Käufer bislang die erworbenen Bitcoins nicht aus, sondern bleibt auf den Beständen sitzen und hofft auf steigende Kurse. Innerhalb eines Jahres verfünffachte sich der Kurs. Zuletzt fiel er binnen zweier Wochen von dem Allzeithoch bei 5000 Dollar auf unter 3000 Dollar – ein Kurseinbruch von 40 Prozent. Nur eine Woche später präsentiert sich der Bitcoin bei über 3900 Dollar wieder erholt. Nicht auszudenken, würde sich der Euro so verhalten.

Regulierung unvermeidbar

Nachrichten aus China versetzten dem 150 Milliarden Dollar schweren Markt für Kryptowährungen einen schweren Schlag und lösten den Kurseinbruch bei Bitcoin, Ethereum und Co aus. Nachdem die Behörden bereits Anfang September die Emission neuer Kryptowährungen, sogenannte Initial Coin Offerings (ICO), verboten hatten, erwägen sie nun auch ein Verbot des Handels von Kryptowährungen an chinesischen Börsen. Gleich drei Bitcoin-Börsen schlossen daraufhin ihre Pforten. Medienberichten zufolge könnte die gesamte Infrastruktur des Bitcoins in China kurz vor der Zerschlagung stehen. Da China für fast ein Viertel des Bitcoin-Handels verantwortlich ist, kam der Preisverfall wenig überraschend.

Bitcoin vs. Blockchain – Was ist was?
Der Bitcoin ist eine virtuelle Währung. So ähnlich wie das Gold in "World of Warcraft" – nur größer. In "WoW" wird echtes Geld in Gold getauscht, um "ingame"-Produkte erwerben zu können. Der Bitcoin ist wie "WoW"-Gold das Medium, mit dem Transaktionen abgewickelt werden – mit dem also der Stuhl bezahlt wird, sofern das namhafte schwedische Möbelhaus ihn als Zahlungsmittel akzeptiert. Was die Transaktion erst möglich macht, ist die Blockchain – eine riesige, digitale Datenbank, die die Transaktionen verwaltet. Die Informationen werden zur gleichen Zeit auf unterschiedlichen Rechnern abgelegt. Eigentumsverhältnisse können eindeutig festgelegt werden. Ein offenes, fälschungssicheres System – und somit ideal für vertrauensfördernde Partnerschaften außerhalb der Online-Games.


Die Pläne, die Ausgabe von Kryptowährungen stärker zu überwachen und zu regulieren, verbreiten sich schnell: Südkorea verfolgt Schritte in diese Richtung, genau wie die Aufsichtsbehörden in den USA, Großbritannien und Kanada, die allesamt vor den Risiken von ICO warnten und eine Einstufung als Finanzprodukt in Erwägung ziehen.

Bargeldlos, aber abseits des Bitcoin-Wahn

Doch das Ende der digitalen Währungen dürfte dies nicht sein. Im Gegenteil: "Ich denke, dass die Zahlung mit einer digitalen Währung irgendwann zu unserem Alltag gehören wird", ist Carsten Schorn überzeugt. Der unter dem Pseudonym "Abbakus" bekannte wikifolio-Trader sieht kurz- und mittelfristig den Bitcoin oder Ethereum als erste Wahl. "Langfristig bin ich jedoch der Meinung, dass die Staaten und damit verbunden auch die Zentralbanken die vorhandenen Kryptowährungen verbieten oder streng regulieren werden, um dann eine eigene digitale Währung zu etablieren, über die sie die Kontrolle verfügen."

Tatsächlich arbeiten die Notenbanken der großen Industrienationen allesamt bereits an hausgemachten Kryptowährungen. Bis es zur vollumfänglichen Umsetzung kommt, werden aber noch Jahre vergehen. Die traditionellen Finanzinstitute würden freilich auch gerne mitreden, wenn es um die Revolution des Zahlungssystems geht. Immerhin könnte digitales Notenbankgeld die Geschäftsmodelle der Banken obsolet machen. Unter der Federführung der Schweizer UBS basteln daher mehrere Großbanken an einer möglichen Übergangslösung für digitales Bargeld, die wie der Bitcoin auf der Blockchain-Technologie basiert. Ob sich letztlich der Bitcoin oder, wie wikifolio-Trader Schorn vermutet, eine von den Notenbanken emittierte digitale Währung durchsetzt, ist also irrelevant. Die Blockchain ist der gemeinsame Nenner.

Die Blockchain bleibt

Viele Industriebetriebe, Banken und Startups haben längst erkannt, welches Potenzial die Blockchain-Technologie für Geschäftsvorgänge birgt, die effizient, fälschungssicher und dezentral abgewickelt werden müssen. Dabei geht es nicht mehr nur darum, die Abwicklung von Finanztransaktionen schneller, transparenter, einfacher und günstiger zu machen. Die Blockchain kann mehr.

IBM weiß das. Der IT-Konzern hat sich laut einer Studie von Juniper Research als führendes Unternehmen in der Blockchain-Implementierung hervorgetan und damit auch Microsoft oder Accenture auf die Plätze verwiesen. In aller Ruhe arbeitet IBM an der Blockchain für unterschiedliche Bereiche. Dazu zählen autonomes Fahren, Hafenlogistik oder Bildung. Nestle, Unilever und Walmart haben eine Blockchain-Kooperation mit IBM angekündigt, um die Lebensmittelsicherheit zu erhöhen und Kosten zu senken. Ein Beispiel für die Anwendung der Technologie. 

Nur eine Wahrheit

Laut der WHO wird aufgrund von verunreinigter Nahrung pro Jahr einer von zehn Menschen krank, rund 400.000 Menschen sterben an den Folgen. Die Probleme werden durch fehlenden Zugang zu Informationen und schlechte Rückverfolgbarkeit verstärkt. Es kann heute Wochen dauern, die genaue Ursache von Verunreinigungen ausfindig zu machen. Für Unternehmen bedeutet dies geringere Umsätze und viele Nahrungsmittel, die sie wegwerfen müssen.

Die Blockchain-Technologie bietet allen Beteiligten in der Lieferkette – vom Landwirt bis zum Kosument – eine Umgebung, in der Transaktionen transparenter abgewickelt werden können. Wer Zugang zum Blockchain-Netzwerk hat, erhält gesicherte und verlässliche Informationen über Herkunft und Zustand von Nahrungsmitteln. Dadurch kann die Quelle verunreinigter Produkte rasch gefunden werden. "Weil alle Beteiligten die exakt gleiche Sicht auf die Dinge haben – eine 'single view of the truth' – steigt das gegenseitige Vertrauen enorm", erklärt Marie Wieck, Blockchain-Manager bei IBM. Die Anwendungsmöglichketen sind scheinbar grenzenlos: So könnte mittels Blockchain auch der Diamantring von der Mine bis zum Finger verfolgt werden – mit allen Infos, die dazu gehören.

Die Zukunft im Depot

Von der Blockchain können Anleger zukünftig profitieren, in dem sie sich die Aktien der federführenden Unternehmen ins Depot holen. Genau das macht zum Beispiel das wikifolio "Internet der Dinge" von Trader Marius Rimmelin aka audiophile, das unter anderem in die Aktien von IBM, Microsoft oder Nvidia, einem der vorrangigen Entwickler von Chipsätzen für die Blockchain-Technologie, engagiert ist. Eine spekulativere Ausrichtung verfolgt wikifolio-Trader Litschko mit "#Future". Die Handelsidee: "Ideen! Technologien! Visionen!" Damit konnte "Yoggo" seit Emission im Juni 2016 eine Performance von 91 Prozent erzielen, bei einem bisherigen maximalen Verlust von 13 Prozent.

Die Bitcoin Group und auch andere Aktien, die mit dem Krypto-Hype zu tun haben,
bieten eine nette Abwechslung zum trägen Gesamtmarkt."
wikifolio-Daytrader Carsten Schorn

Daytrader Carsten Schorn indes nutzt in seinem wikifolio "Abacus" den Hype um die Kryptowährungen: "Weil die Marktvolatilität im Moment sehr gering ist, ergeben sich nur wenige Chancen. Die Bitcoin Group und damit verbunden auch andere Aktien, die mit dem Krypto-Hype zu tun haben, bieten eine nette Abwechslung zum trägen Gesamtmarkt." Keine Option für risikoaverse Langfrist-Anleger, weiß Schorn: "Ich würde die Bitcoin Group nur in Ausnahmefällen über Nacht halten, da man immer mit einem rapiden Absturz des Bitcoins rechnen muss."

 

Weitere Highlights im Blog: IAA 2017: Volkswagen, BMW & Co werden elektrisch

 

 


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18.10.2017IBM market-performBernstein Research
18.10.2017IBM NeutralGoldman Sachs Group Inc.
18.10.2017IBM NeutralUBS AG
18.10.2017IBM NeutralJP Morgan Chase & Co.
05.05.2017IBM market-performBernstein Research
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