17.07.2013 17:00
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Mittelstandsanleihen: Zeichen der Zurückhaltung

Zuletzt länger in der Zeichnungsfrist: Die Rena-Anleihe II
Abkühlung
Nach einem guten ersten Halbjahr folgt die Sommerpause. Ab Herbst rechnen Emittenten und Investoren wieder mit steigenden Aktivitäten.
€uro am Sonntag

von Peer Leugermann, Euro am Sonntag

Auf den Markt für Mittelstandsanleihen sehen die ­Experten eine Abkühlung zukommen. Nach einem sehr guten ersten Halbjahr, in dem allein im Entry-Standard der deutschen Börse Anleihen im Wert von 400 Millionen Euro platziert wurden, waren bereits im vergangenen Monat erste Anzeichen von Zurückhaltung zu beobachten. So konnten einige Anleihen nicht in vollem Umfang platziert werden.

Die Bandbreite reichte von der Reederei Rickmers, die mit 175 Millionen Euro 25 Millionen Euro weniger einsammeln konnte als geplant, bis hin zum Spezialisten für Heimtierbedarf Karlie oder dem Holzwerkstoffhersteller Hohmann. Karlie sammelte statt der angekündigten 30 Millionen Euro nur 5,9 Millionen Euro ein. Hohmann schaffte mit 25 Millionen Euro immerhin die Hälfte der geplanten 50 Millionen Euro.

Als weiteres Anzeichen sinkenden Investoreninteresses wird die Tatsache gewertet, dass Anleihen zuletzt länger in der Zeichnungsfrist blieben. Aktuelles Beispiel ist die Anleihe Rena II des gleichnamigen ­Maschinenbauers. Die Erstnotiz sollte eigentlich bereits Mitte dieser Woche erfolgt sein. Zum Jahresbeginn konnten noch zahlreiche Emissionen vor Ablauf der Zeichnungsfrist abgeschlossen werden.

Bei der Handelsbank ­Steubing wird das aber nicht als generelles Desinteresse von Investoren gesehen. „Im Juni platzierte Anleihen liefen in eine Korrekturphase der Märkte“, erläutert Bankvorstand Kai Jordan. Über den Sommer rechnet er sowohl auf Investoren- wie auf Emittentenseite mit Zurückhaltung. Für den Herbst seien aber wieder solide Emissionen zu erwarten.

Investoren werden wählerisch
Die Baader Bank sieht die Situation ähnlich. „Die Nachfrage nach hochwertigen Anleihen bleibt bestehen. Angesichts der gestiegenen Auswahl werden Investoren jedoch zunehmend wählerischer und achten auf Qualität“, sagt Klaus Stopp, Leiter der Skontoführung. Keine Pause scheint hingegen der Handel mit Anleihen zu machen. Allein das Handelsvolumen der im Entry Standard notierten Anleihen stieg von April 2012 zum April 2013 um 250 Prozent auf 800 Millionen Euro. 

Bildquellen: RENA GmbH
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