03.05.2012 09:42
Bewerten
(3)

Untergangsszenario

Aktien-Strategie-Kolumne: Untergangsszenario | Nachricht | finanzen.net
Aktienstrategie-Kolumne
Wolfgang Braun
Die Schuldenkrise ist zurück. Zuletzt sind mit Spanien und Italien zwei große Volkswirtschaften unter Beschuss geraten.
Dazu verstärkt sich der Widerstand gegen die hauptsächlich von Deutschland vertretene Sparpolitik: In den Niederlanden ist die jüngste Regierung an einem Sparpaket zerbrochen, in Frankreich droht bei einer Wahl von Francois Hollande ein Abrücken vom bisherigen Kurs. Unter diesen Umständen ist es kein Wunder, dass sich das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) in einer gemeinsamen Studie mit Pricewaterhouse Coopers mit der weiteren Zukunft des Euros beschäftigt hat.

Wohlfühl-Szenarien

Insgesamt werden vier mögliche Entwicklungen durchgespielt. Zum einen wird angenommen, dass die Schuldensünder ihre Probleme mit der Zeit selbst in den Griff bekommen, die Krise würde sich in Wohlgefallen auflösen. Das ist natürlich die Beste aller Varianten, aber wohl eher Wunschdenken. Bislang sind die Erfolge trotz erheblicher Anstrengungen bescheiden und der Wille zum Sparen scheint erschöpft. Als zweite Annahme wird die engere Verzahnung der Länder als Lösung genannt. Der Währungsunion würde damit die politische Union folgen. In Anbetracht der unterschiedlichen Steuer- und Sozialsysteme der einzelnen Länder sowie der massiven Meinungsverschiedenheiten unter den EU-Mitgliedern ist diese Lösung aber ebenfalls kaum denkbar. Realistisch erscheint dagegen weiter die Einführung von Euro-Bonds, die von den Südländern lange gefordert werden. Eine wirksame Begrenzung der Schuldenpolitik entfiele dann, Deutschland würde zum Zahlmeister der Union. Unter einer sozialdemokratischen Regierung wären wir wohl schon soweit, es bleibt aber zu hoffen, dass Kanzlerin Merkel dem Druck standhält. Dass Deutschland die EU alleine durchfinanzieren kann, ist unrealistisch. Nach kurzer Stabilisierung würde das Finanzsystem wohl kippen, hohe Inflation (und später eine Währungsreform) wären wahrscheinlich.

Der Währungsbruch

Persönlich bevorzuge ich dann eher die vierte Variante des HWWI - den Zerfall der Währungsunion. Natürlich ergäben sich kurzfristig bei diesem „Untergangsszenario“ erhebliche Verwerfungen auf den Finanzmärkten, die katastrophalen Folgen des Wirtschaftsinstituts sehe ich aber nicht.

Schon vor dem Euro gab es Wirtschaft - und die lief gerade in Deutschland nicht schlecht. Nach einer vorübergehenden Anpassung könnte es wieder aufwärts gehen - auch ohne den Euro.

Wolfgang Braun ist Chefredakteur der „Aktien-Strategie“ (früher Global Performance). Der seit 1999 erscheinende Börsenbrief hat sich auf deutsche Wachstums-Aktien spezialisiert. Dank einer ausgefeilten und bewährten Anlagestrategie schlägt das Musterdepot die Vergleichsindizes deutlich. So schaffte das Depot seit seiner Auflegung im März 1999 eine durchschnittliche jährliche Performance von rund 15 Prozent - obwohl in diesen Zeitraum der dramatische Niedergang des Neuen Marktes sowie die Finanzkrise 2008 fällt. Weitere Informationen unter www.aktien-strategie.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Heute im Fokus

DAX geht schwächer ins Wochenende -- US-Börsen wenig verändert -- Commerzbank erwartet Verlust im 2. Quartal -- Toshiba fliegt aus Japans Leitindex Nikkei 225 -- Allianz, AIB, Volkswagen im Fokus

Harley-Davidson prüft Kauf der Audi-Tochter Ducati. Tesla plant erstes Werk in China. RWE schüttet Sonderdividende an Aktionäre aus. Wechsel in der Infineon-Geschäftsführung. Verschärfte Golf-Krise bringt Katars Landeswährung zum Absturz. ZUMTOBEL mit Gewinnsprung und Umsatzrückgang.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Stabile Dividendenaktien gehören in jedes Depot!

Die Investition in ausgewählte Blue-Chip-Dividendenaktien gehört zu den sichersten Strategien, um an den Aktienmärkten langfristig ein Vermögen aufzubauen. Dividendenaktien von hochkapitalisierten Unternehmen werfen langfristig höhere Renditen als der Gesamtmarkt ab und bieten einen guten Schutz in unsicheren Börsenzeiten. Wir stellen im aktuellen Anlegermagazin drei Aktien mit stabilen und attraktiven Dividendenrenditen vor.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Top-Rankings

Die reichsten Länder der EU
Das sind die reichsten Länder der EU
KW 25: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 25: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Umfrage

Wenn morgen Bundestagswahl wäre, wen würden Sie wählen?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
CommerzbankCBK100
Apple Inc.865985
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
E.ON SEENAG99
BMW AG519000
Nordex AGA0D655
Scout24 AGA12DM8
Allianz840400
TeslaA1CX3T
Amazon.com Inc.906866
Deutsche Telekom AG555750
AMD (Advanced Micro Devices) Inc.863186
EVOTEC AG566480