07.12.2012 11:27
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Carry is Queen

In Zeiten unverändert konjunktureller und politischer Unsicherheiten vor allem in den Industriestaaten scheint sich bei den Investoren nach der Rallye an den Anleihe- und Aktienmärkten im laufenden Jahr die Ansicht zu bestätigen:
„Cash is King“. In Zeiten der finanziellen Repression aber eine schlechte Alternative, ein realer Vermögensverlust nach Abzug der Inflation wäre garantiert.

Anleger sollten daher besser nach dem Anlagemotto „Carry is Queen“ investieren. Das bedeutet, sich als Anleiheinvestor die Steilheit der Zinsstrukturkurve zu Nutze zu machen. Denn selbst nach der Intervention der Notenbanken und einer weiteren Abflachung der Zinskurven in den G-3-Staaten (Euroland, Japan, USA) im laufenden Jahr sind die Zinsdifferenzen für 10-jährige Anleihen gegenüber den jeweiligen Leitzinsen im historischen Vergleich aktuell sehr hoch. Für US-Staatspapiere lag sie beispielsweise Ende November bei circa 160 Basispunkten, während der Durchschnitt seit 1954 rund 98 Basispunkte betrug.

Besser noch als Staatsanleihen von Industriestaaten mit höherer Bonität, die selbst im 10-jährigen Bereich negative Realrenditen abwerfen, erscheinen Investments in Unternehmens- und Schwellenlandanleihen. Bei attraktiveren Renditeniveaus könnte sich hier der „Carry“ noch stärker bezahlt machen. Zudem konnten sich im Gegensatz zu den Industriestaaten sowohl die Unternehmen als auch die Wachstumsländer strukturell verbessern und ihre Verschuldungen nach der Finanzkrise abbauen.

Angesichts gedämpfter Markterwartungen der Investoren hinsichtlich der globalen Konjunktur- und Gewinnprognosen, moderater Bewertungen der Aktienmärkte sowie hoher Kassenbestände bei den Anlegern sollten die internationalen Kapitalmärkte möglichen (politischen) Belastungen standhalten können.

In der Summe dürfte die renditesuchende Liquidität nicht nur für „Carry“-Strategien ein positiver Treiber sein.

Autor: Dennis Nacken, Vice President, Global Capital Markets & Thematic Research

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