15.08.2013 10:19
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Windreich-Anleihen: Was kommt nach der Erholungs-Rallye?

Nach der großen Korrektur haben die Anleihen des Windparkbetreibers Windreich zuletzt wieder eine starke Rallye hingelegt.
Der Grund: Nachdem Gründer und Vorstandsvorsitzender Willi Baltz in die eigene Tasche gegriffen hatte, um den fälligen Kupon für die 2016er Anleihe (ISIN: DE000A1H3V38 / Laufzeit: 15.07.2016 / Kupon: 6,50%) zu zahlen, haben die Investoren wieder Zutrauen gewonnen.

Es ist zum einen die große Spekulation darauf, dass Baltz im Zweifel auch bei der nächsten Zinszahlung einspringen würde. Zum anderen trommelt der umtriebige Chef derzeit dafür, dass sich die Liquiditätssituation bei Windreich in den kommenden Monaten weiter entspannen wird.

Global Tech I im Fokus

Dabei drehen sich die Diskussionen vor allem um den Offshore-Windpark Global Tech I (GTI). Dieser wird nach Aussagen von Baltz im kommenden Jahr regulär in Betrieb gehen. Doch bereits jetzt soll er Erlöse generieren. Diese stammen aus Haftungsregelungen, weil der Zulieferer Siemens mit einem notwendigen Transformator in Verzug ist und GTI deshalb noch nicht an das Stromnetz angeschlossen werden konnte.

Insgesamt ist von bisher 30 Mio. Euro an Erlösen die Rede, die allerdings erst einmal unter den Anteilseignern aufgeteilt werden. Windreich (bzw. Baltz selbst) hat hier nur einen Anteil von 14%. Außerdem muss nach Aussagen von Baltz erst noch ein Schuldendienstreservekonto mit bis zu 75 Mio. Euro aufgefüllt werden, ehe es zu einer Ausschüttung an die Teilhaber kommt.

Die Zukunfts-Wette läuft

Windreich bleibt also nach wie vor eine Wette auf zukünftige Stromerlöse und eventuelle Einnahmen aus Verkäufen anderer Windpark-Projekte. Dazu passt auch der vorläufige Bericht für das letzte Geschäftsjahr.

Dieser wies aufgrund von Abschreibungen auf die Firmenbeteiligung am insolventen Windanlagen-Bauer Fuhrländer einen Nettoverlust von 10 Mio. Euro nach einem Gewinn von 10 Mio. Euro in 20111 aus. Immerhin konnte das operative Ergebnis von 21 Mio. Euro im Vorjahr auf 27 Mio. Euro in 2012 gesteigert werden.

Anleihen vorerst ausgereizt

Bei den Windreich-Anleihen gilt: Die 2016er Anleihe dürfte vorerst in ruhigere Bahnen kommen. Die Erholungsrallye sehe ich als faktisch abgeschlossen an. Dazu passt auch die deutliche Einengung des Spreads zum Benchmark (Bunds mit Laufzeit 2016) auf mittlerweile 337 Basispunkte. Die 2015er Anleihe (ISIN: DE000A1CRMQ7 / Laufzeit: 01.03.2015 / Kupon: 6,50%) sieht da noch anders aus. Hier liegt der Spread zum Benchmark noch bei satten 554 Basispunkten.

Was damit zusammenhängt, dass hier im kommenden März die nächste Kuponzahlung ansteht. Erst wenn diese ohne Komplikationen über die Bühne gebracht wurde, dürften beide Anleihen wieder über größeres Kurspotenzial verfügen.

Seit fast 20 Jahren befasst sich Carsten Müller publizistisch mit den verschiedenen Aspekten der internationalen Kapitalmärkte. Dabei hat er als freier Journalist für einige der bekanntesten Börsenbriefverlage (u.a. Bernecker & Cie., Fuchsbriefe) geschrieben. Aktuell ist er als Herausgeber der Alphabriefe (www.alphabriefe.de) tätig. Hierbei liegen die Schwerpunkte auf Anleihen und Nebenwerten. Dabei stehen bei ihm in der jeweiligen Analyse fundamentale Aspekte im Vordergrund. Regional legt er besonderen Schwerpunkt auf die drei deutschsprachigen Märkte Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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