21.02.2013 15:29
Bewerten
 (0)

Italien profitiert am stärksten durch EZB-Staatsanleihekäufe

Angestrebte Transparenz
Italien hat am stärksten vom inzwischen beendeten Staatsanleihekaufprogramm der Zentralbanken der Eurozone, dem Securties Markets Programme, kurz SMP, profitiert.
Nach Bilanzdaten der Europäischen Zentralbank (EZB) für den 31. Dezember 2012 war Italien im Hinblick auf die angekauften Summen am stärksten begünstigt. Die von Irland gekauften Anleihen hatten die längste Restlaufzeit. Die EZB hat das SMP im vergangenen Jahr offiziell beendet und durch das so genannte OMT-Programm ersetzt, dass noch nicht aktiviert wurde.

   Laut EZB hatten die Zentralbanken der Eurozone Ende 2012 italienische Staatsanleihen mit einem Nominalwert von 102,8 Milliarden Euro in den Büchern. Die Papiere mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 4,5 Jahren haben einen Buchwert von 99,0 Milliarden Euro.

   Zweitgrößter SMP-Anleiheschuldner des Eurosystems ist Spanien mit 44,3 (Buchwert: 43,7) Milliarden Euro und einer Laufzeit von 4,1 Jahren, gefolgt von Griechenland mit 33,9 (30,8) Milliarden und einer Laufzeit von 3,6 Jahren, Portugal mit 22,8 (21,6) Milliarden und 3,9 Jahren Restlaufzeit sowie Irland mit 14,2 (13,6) Milliarden und 4,6 Jahren Restlaufzeit.

   Allerdings profitierte auch die EZB von den Käufen. Vergangenes Jahr erzielte sie mit ihnen Zinseinnahmen von 1,108 Milliarden Euro. Davon kamen alleine 555 Millionen aus Griechenland. Das war knapp ein Viertel der gesamten Netto-Zinseinnahmen.

   Die EZB begründete die Veröffentlichung dieser Daten mit der für das aktuelle Kaufprogramm OMT angestrebten Transparenz, die auch für das SMP gelten solle. Marktbeobachter hatten zum Zeitpunkt des SMP vermutet, dass die EZB vor allem spanische und italienische Staatsanleihen kaufen würde.

   Die Zinsen, die die beiden Länder derzeit für ihre Anleihen zahlen müssen, liegen um 2 bis 3 Prozentpunkte unter den 2012 verzeichneten Höchstständen. Dies ist allerdings nicht das Ergebnis des SMP, dass die Zinsen immer nur kurzfristig sinken ließ, sondern des OMT. Zwar hat die EZB ihm Rahmen dieses Programms noch gar nichts gekauft, doch hat alleine die Zusage der EZB, notfalls unbegrenzt Anleihen zu kaufen, die Zinsen sinken lassen.

   Die Deutsche Bundesbank hat sowohl SMP als auch OMT wegen einer zu großen Nähe zur verbotenen Staatsfinanzierung mit der Notenpresse abgelehnt.

   Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com   DJG/hab/chg  Dow Jones Newswires Von Hans Bentzien

Bildquellen: Samot / Shutterstock.com

Heute im Fokus

DAX steigt nach ifo-Daten kräftig -- E.ON-Tochter Uniper plant Jobabbau -- Sartorius etwas optimistischer -- Daimler-Betriebsrat fordert Aufarbeitung von Lkw-Kartell -- Tesla, Verizon, Yahoo im Fokus

Allianz will sich bei Pimco stärker einmischen. Nintendo-Aktie stürzt ab - Ernüchterung über "Pokémon Go". ifo-Geschäftsklima trübt sich nach Brexit-Votum nur leicht ein. Philips schlägt sich erneut besser als gedacht. Ryanair sieht Gewinnziel in Gefahr. SAP-Finanzchef erwartet ab 2018 deutlich höheres Gewinnwachstum.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Bayer: Monsanto-Deal würde ein neues Burg­graben-Unter­nehmen ergeben!
Mit der Übernahme des US-Saatgutspezialisten Monsanto will Bayer im Agrarchemie-Geschäft den großen Wurf landen und zur weltweiten Nummer Eins aufsteigen. Der strategisch sinnvolle Megadeal ist allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet. Lesen Sie in der neuen Ausgabe des Anleger­magazins, warum der Life-Science-Konzern dennoch einen näheren Blick wert ist.
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Die wertvollsten Marken 2016
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Umfrage

Die Bundesregierung sieht keine Auswirkungen des Putschversuchs in der Türkei auf das Flüchtlingsabkommen mit der EU. Sehen Sie das auch so?