30.05.2013 09:30
Bewerten
 (0)

Mittelstandsanleihe: Mehr Flexibilität bei More & More

Anleihe
More & More, Hersteller von Damenbekleidung, will zu alten Glanzzeiten zurückkehren. Eine Anleihe soll das ermöglichen. Für risikobereite Anleger ist das Papier interessant.
€uro am Sonntag

von Christoph Platt, Euro am Sonntag

Recht bescheiden nimmt sich die neue Anleihe des Modeunternehmens More & More aus. Das Emissionsvolumen beträgt nur 13 Millionen Euro. Selbst für das Segment der Mittelstandsanleihen ist das ziemlich wenig. Vorstand Karl-Heinz Mohr, der More & More vor 31 Jahren gegründet hat, hält diesen Betrag aber für genau richtig, um alle geplanten Vorhaben umzusetzen. Mit der Hälfte des Emissionserlöses will er die Finanzverbindlichkeiten des Unternehmens weitgehend abbauen. Daneben soll das Geld mehr Flexibilität bei Verhandlungen mit den Lieferanten ermöglichen, um die Einkaufskonditionen zu optimieren. Und schließlich will Mohr rund drei Millionen Euro in die Kasse packen, um beweglich zu bleiben.

Die More & More AG ist spezialisiert auf Damenoberbekleidung, die Kollektion richtet sich an Frauen zwischen 25 und 45 Jahren. Das Unternehmen vertreibt seine Waren über große Kaufhäuser wie Peek & Cloppenburg und über eigene Läden. Der Verkauf im Internet macht fünf bis sechs Prozent des Umsatzes aus. Der Konzern erwartet in diesem Vertriebskanal künftig hohe Zuwächse.

Nach einem Rückgang von 2007 bis 2010 konnte More & More seine Umsätze 2011 und 2012 wieder steigern. Von 2008 bis 2011 lagen die Verluste vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen jährlich zwischen 1,1 und 2,7 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr kehrte das Unternehmen in die Gewinnzone zurück (plus 2,2 Millionen Euro). Es strebt bis 2018 an, die Umsatzzahlen der Jahre 2004 bis 2006 wieder zu erreichen. Damals erlöste es jährlich etwa 67 Millionen Euro. More & More will sich auf seine Kernmärkte, den deutschsprachigen Raum, konzentrieren.

Creditreform hat das Unternehmen mit „B+“ bewertet. Damit bescheinigt sie ihm eine mittlere Bonität. Grundsätzlich hält die Ratingagentur die strategischen Ziele des Managements und dessen Planwerte für plausibel und erreichbar. Risiken liegen in der Konjunkturanfälligkeit des Geschäftsfelds und in der hohen Wettbewerbsintensität. Die Anleihe, die ab dem 3. Juni gezeichnet werden kann, ist deshalb nur für risikobereite Anleger geeignet.

Fazit: Das Ergebnis des vergangenen Jahres weist in die richtige Richtung. Doch die Anleihe ist riskant.

ISIN: DE000A1TND44

Bildquellen: Paul-Georg Meister, Bagal

Heute im Fokus

DAX schließt im Plus -- Dow schließt fester -- Tsipras: Vorgezogene Neuwahlen nicht ausgeschlossen -- VW kassiert Verkaufsprognose -- Bayer mit Gewinnwachstum -- Twitter, HeidelbergCement, O2 im Fokus

Facebook-Umsatz und Gewinn ziehen an. US-Notenbank Fed hält Leitzins an der Nulllinie. KUKA hebt nach starkem Halbjahr die Prognose an. Alphaform stellt Insolvenzantrag. Panasonic steigert Quartalsgewinn. Nissan profitiert von starker Nachfrage in Nordamerika und Europa. Porsche fährt erneut mehr Gewinn ein als Marke VW.
Das sind die10 innovativsten Länder der Welt

Die heißesten deutschen Überflieger

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Umfrage

Daimler will noch in diesem Jahr einen selbstfahrenden Lastwagen auf einer deutschen Autobahn testen. Was halten Sie davon, dass ein Computer den Fahrer ersetzt?