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11.02.2013 17:00

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von Marc Hofmann, €uro am Sonntag

ANLEIHE AUS FEINEM HAUSE

Neuemission: Geldzeit bei Goldman

Goldman Sachs zu myNews hinzufügen Was ist das?



Neuemission: Geldzeit bei Goldman
Die Euroanleihe der US-Investmentbank Goldman Sachs bietet Anlegern ein attraktives Renditeplus mit eingebautem Rettungsschirm.

von Marc Hofmann, Euro am Sonntag

Für die Investmentbank Goldman Sachs laufen die Geschäfte rund. Gemäß den jüngst vorgelegten Zahlen erzielten die Amerikaner im abgelaufenen Jahr einen Nettogewinn von 7,3 Milliarden US-Dollar — ein Plus von 192 Prozent gegenüber 2011. Die Bank profitierte besonders von der positiven Entwicklung an den globalen Finanzmärkten. So stieg der Umsatz im Kerngeschäft (Kommissions- und Wertpapierhandel) im Vorjahresvergleich um 30 Prozent auf 30,3 Milliarden US-Dollar.

Allerdings geht das gute Ergebnis nicht allein auf gestiegene Erträge, sondern auch auf Sparmaßnahmen zurück. Denn die Bank, die lange Zeit für die höchsten Bonuszahlungen der Branche bekannt war, tritt seit 2011 bei den Gehältern auf die Bremse. Löhne und Boni für die rund 33.000 Mitarbeiter summierten sich daher 2012 „nur“ auf 12,9 Milliarden Dollar. Das entspricht 37,9 Prozent des Umsatzes. Zu Bestzeiten schüttete Vorstandschef Lloyd Blankfein über 45 Prozent des Umsatzes an seine Mitarbeiter aus. Bankfremde Analysten sehen diese Entwicklung positiv. Denn langfristig könnte dies die Kapitalstruktur des Unternehmens stärken.

An den Kreditzinsen, die Goldman zahlen muss, ändern die guten Erträge indes nichts. Die neue zehnjährige Anleihe wartet mit einer überdurchschnittlich hohen Rendite von 3,49 Prozent auf. Zum Vergleich: Würde der ebenfalls mit „A-“ bewertete Autobauer Daimler eine entsprechende Anleihe begeben, müsste er nur 2,55 Prozent Zinsen zahlen.

Der Aufschlag bei Goldman ist seit der Finanzkrise typisch für die Branche. Er zeugt vom Misstrauen, das Anleger gegenüber Banken hegen. Kaum einer glaubt den Bekundungen der Institute, dass die Risiken mittlerweile aus den Büchern entfernt wurden. Das liegt mitunter auch daran, dass die Aussagen kaum überprüfbar sind. Denn selbst Experten scheitern daran, die komplexen Bankbilanzen richtig zu lesen.

Für Zweifler ist es daher hilfreich, dass Goldman Sachs zu den systemrelevanten Banken zählt. Sollte das Institut daher tatsächlich noch einmal von „Altlasten“ eingeholt werden, so würde die US-Regierung es vermutlich retten. Wegen dieses Fallschirms können Anleger das Papier kaufen.

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