Jagd auf Exoten mit zweistelliger Rendite
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Investor-Info
Renditen Weniger zu holen
Der Renditevorsprung von Bonds aus Schwellenländern ist im Vergleich zu Anleihen etablierter Emittenten der Industriestaaten deutlich geschrumpft. Das spiegelt den wirtschaftlichen Aufholprozess von Ländern wie China, Indien und Brasilien wider und deren deutlich verbesserte Ratings. Mit dem Rückgang des Risikos für Investoren nehmen auch die Renditespreads ab.
Exoten-Anleihen I Zweistellige Chancen
Wer auf Bonds von Staaten setzt, deren kurz- bis mittelfristige Entwicklung schwer abzusehen oder deren jüngste Vergangenheit sehr negativ war, kann wegen des „Politikrisikos“ zweistellige Renditen einstreichen. Das Ausfallrisiko der Venezuela-Bonds dürfte trotz aller Chávez-Sorgen relativ gering sein. Wegen der besseren Handelbarkeit sollten Anleger Eurobonds wählen. Auch Island und die Ukraine dürften allein wegen ihrer Kontakte zur EU zahlungsfähig bleiben. Eher etwas für sehr risikofreudige Anleger sind Anleihen aus Jamaika.
Venezuela 2011: XS 013 222 908 8
Venezuela 2015: XS 021 485 187 4
Venezuela 2013: US 922 646 BJ2 9
Ukraine 2012: XS 030 539 494 1
Jamaika 2012: DE 000 A0D AKG 8
Exoten-Anleihen II Neue Kandidaten
Mit dem von Wirtschaftsexperten erwarteten Aufholprozess vieler Entwicklungs- und Schwellenländer werden mittelfristig immer mehr Kandidaten interessant für ein Bondinvestment. Bereits heute bieten Länder der zweiten Reihe wie Costa Rica, Panama und Peru attraktive kurz laufende Bonds mit einer Rendite von vier bis fünf Prozent. Afrika dürfte mittelfristig Ghana, Nigeria und Angola ins Bondrennen schicken. Nachteil bisher: Bonds etwa aus Angola werden überwiegend in der Nationalwährung emittiert.
Fondstipp I Julius Bär Local Emerging Bond
Der Fonds der Schweizer Gesellschaft Julius Bär, der zu 83 Prozent in Dollarbonds von Schwellenländern investiert, hat seit Januar 2009 gut 31 Prozent zugelegt und damit mehr als der Durchschnitt vergleichbarer Produkte. Der Schwerpunkt liegt mit 13 Prozent der Investments auf Mexiko, gefolgt von Brasilien, Polen, Südafrika, Indonesien und der Türkei. Ein solides Investment.
Fondstipp II Templeton Emerging Mkt. Bond
Templeton-Fondsmanager Michael Hasenstab hat seinen Schwellenländerfonds breit aufgestellt und ist weltweit investiert. Im Blickpunkt stehen Venezuela und Südkorea, die jeweils gut zehn Prozent des Volumens ausmachen. Auch Ghana und Ägypten sind vertreten. Gute Wertentwicklung von 54 Prozent seit Januar 2009.
Fondstipp III ZZ2
Mit einem Plus von mehr als 200 Prozent in den letzten fünf Jahren ist kein Rentenfonds, der in Schwellenländer investiert, erfolgreicher als der ZZ2 der österreichischen Kapitalanlagegesellschaft CPB. Auch im laufenden Jahr ist er mit einem Gewinn von 13 Prozent bisher die Nummer 1. Die Wiener setzen neben Staats- auch auf Unternehmensanleihen mit hohen Renditen aus modernen Branchen, die aber auch ein hohes Risiko beinhalten.


