12.12.2012 09:20
Bewerten
(0)

Anleihenboom: Unternehmen finanzieren sich günstig wie nie

Anleihenboom: Anleihenboom: Unternehmen finanzieren sich günstig wie nie | Nachricht | finanzen.net
Anleihenboom
DRUCKEN
Das Dauer-Rekordtief bei den Zinsen sorgt für gemischte Gefühle in der deutschen Wirtschaft.
Lebensversicherer wissen kaum noch, wo sie die Kundengelder investieren sollen, um die versprochenen Zinsen und Gewinne zu erwirtschaften. Andererseits können sich große Industrieunternehmen wie Siemens oder Daimler günstig wie nie Geld auf dem Anleihenmarkt beschaffen.

 Siemens konnte im August eine 400-Millionen-Euro-Anleihe mit zwei Jahren Laufzeit für gerade einmal 0,375 Prozent Zinsen platzieren. Bei der Anleihe mit siebeneinhalb Jahren Laufzeit gaben sich die Anleger mit 1,5 Prozent zufrieden. Die Liste lässt sich fortsetzen: Daimler, Volkswagen oder auch der Brauereikonzern Heineken fanden alle Anleihenkäufer, die sich mit Zinsen von deutlich unter einem Prozent begnügten. Neben der Flucht der Investoren etwa aus Staatsanleihen oder dem schwankenden Rohstoffmarkt, profitieren große Unternehmen von ihrem Ruf als solide Schuldner.

    Zudem befeuern neue Vorschriften für Banken den Boom. "Banken achten angesichts der strengeren Eigenkapitalanforderungen stärker auf die Risiken im Kreditgeschäft", sagt Rainer Bizenberger, Spezialist für Unternehmensfinanzierung bei Roland Berger. Und die Ratingagentur Moody's beobachtet, dass sich gerade die Konditionen für Bankkredite mit Laufzeiten von mehr als fünf Jahren weiter verschärfen.

  Von sechs Milliarden Euro im Jahr 2000 hat sich das Volumen der Unternehmensanleihen in Deutschland auf zuletzt etwa 250 Milliarden Euro vervielfacht, weiß Bizenberger. "Gerade in der Zeit zwischen 2009 und jetzt hat sich das Tempo nochmals beschleunigt und der Trend hält an." Er erwartet, dass sich die Entwicklung 2013 fortsetzt und das Volumen wächst.

  Dafür sprechen auch die Zahlen, die Moody's zusammengetragen hat: Allein die von der Ratingagentur bewerteten deutschen Unternehmen müssen demnach zwischen den Jahren 2013 und 2016 Schulden von insgesamt 202 Milliarden Euro zurückzahlen. Ein enormer Refinanzierungsbedarf, den sie wohl vor allem mit Anleihen bestreiten werden. Schließlich hat die Ratingagentur Fitch herausgefunden, dass der Anteil von Anleihen bei der Unternehmensfinanzierung von 53 Prozent im Jahr 2008 auf 73 Prozent im Jahr 2011 stieg.

Finanzierungsexperte Bizenberger ist aber skeptisch, ob es 2013 für einen neuen Rekord reicht. "Zinsen haben einen historischen Tiefstand erreicht. Es ist daher unwahrscheinlich, dass der Durchschnittszins für Unternehmensanleihen weiter sinken wird." Zumindest mittelfristig dürfte es eher wieder steigende Zinsen geben, schätzt er.

    Ganz ersetzen wird die Anleihe den klassischen Kredit bei der Bank wohl nicht. Sollten Unternehmen ins Schlingern geraten und es hart auf hart kommt, ist es wesentlich einfacher mit ein paar Banken über neue Konditionen zu verhandeln. "Breit gestreute Anleihen sind im Besitz von vielen Gläubigern; entsprechend hoch sind daher der Abstimmungsbedarf und Koordinationsaufwand im Krisenfall", sagt Bizenberger. Im Gegensatz zu einer Hausbank, die eine Firma vielleicht schon seit Jahrzehnten begleite, sei die Bindung von Anleihekäufern zum Unternehmen viel schwächer. Das sei der Preis für die finanzielle Flexibilität.

    FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: travellight / Shutterstock.com, Vladimir Jotov / Shutterstock.com
Anzeige

Nachrichten zu Volkswagen (VW) AG Vz.

  • Relevant
  • Alle
    4
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Volkswagen (VW) AG Vz.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
14.12.2017Volkswagen (VW) vz buyHSBC
12.12.2017Volkswagen (VW) vz kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
12.12.2017Volkswagen (VW) vz overweightBarclays Capital
08.12.2017Volkswagen (VW) vz Conviction Buy ListGoldman Sachs Group Inc.
07.12.2017Volkswagen (VW) vz buyKepler Cheuvreux
14.12.2017Volkswagen (VW) vz buyHSBC
12.12.2017Volkswagen (VW) vz kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
12.12.2017Volkswagen (VW) vz overweightBarclays Capital
08.12.2017Volkswagen (VW) vz Conviction Buy ListGoldman Sachs Group Inc.
07.12.2017Volkswagen (VW) vz buyKepler Cheuvreux
04.12.2017Volkswagen (VW) vz Equal-WeightMorgan Stanley
22.11.2017Volkswagen (VW) vz HoldJefferies & Company Inc.
21.11.2017Volkswagen (VW) vz neutralIndependent Research GmbH
21.11.2017Volkswagen (VW) vz Equal-WeightMorgan Stanley
31.10.2017Volkswagen (VW) vz HoldDeutsche Bank AG
13.11.2017Volkswagen (VW) vz SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
09.11.2017Volkswagen (VW) vz VerkaufenDZ BANK
22.08.2017Volkswagen (VW) vz VerkaufenDZ BANK
04.07.2017Volkswagen (VW) vz SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
13.06.2017Volkswagen (VW) vz SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Volkswagen (VW) AG Vz. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

Melden Sie sich jetzt an!

Gold, Öl und Industriemetalle erleben ein Comeback: Kupfer legte beispielsweise seit Jahresbeginn über 20 Prozent zu. Welche Einstiegschancen sich nun ergeben, erfahren Sie im Online-Seminar am 19. Dezember.
Hier zum Rohstoff-Webinar anmelden!

Heute im Fokus

DAX geht grün ins Wochenende -- Wall Street schließt im Plus -- Bitcoin: Neues Rekordhoch -- H&M-Aktie stürzt ab -- Airbus-Konzernchef Enders geht 2019 -- Oracle, HelloFresh, Merck KGaA, VW im Fokus

Luxemburg klagt gegen EU-Steuernachforderung an Amazon. EU strebt schnelle Fortschritte bei Bankenunion und ESM an. Tui verstärkt sich im Kreuzfahrtgeschäft. Ryanair wirft bei Fluggesellschaft Niki Hut in den Ring. Ripple marschiert auf Platz drei der größten Kryptowährungen. Steinhoff bekommt Hilfe von Tochter Steinhoff Africa Retail. Gemalto offenbar doch bereit zu Übernahmegesprächen mit Atos. CropEnergies verdient im dritten Quartal weniger.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Charttechnischer Ausblick auf die Finanzmärkte 2018

Nicht verpassen: Am 4. Januar Live-Webinar mit einer Analyse der langfristigen Chartbildern von Zinsen, EUR/USD, Rohstoffen und Aktien. Exklusiv für den Börse Stuttgart Anlegerclub.
Kostenfrei registrieren und dabei sein!

Top-Rankings

KW 49: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 49: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Weihnachtsgeld 2017
Wer bekommt wo wieviel?

Umfrage

Kommt die Jahresendrally des DAX noch?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Scout24 AGA12DM8
Daimler AG710000
Steinhoff International N.V.A14XB9
BMW AG519000
Apple Inc.865985
BASFBASF11
Allianz840400
E.ON SEENAG99
Amazon906866
EVOTEC AG566480
adidas AGA1EWWW
RWE AG St.703712
Deutsche Telekom AG555750