28.01.2013 14:50
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Asmussen sieht steigende Marktzinsen

Anleihezinsen
EZB-Direktor Jörg Asmussen erwartet steigende Marktzinsen in Deutschland.
"Wir haben heute die Situation, dass der Bund für eine Anleihe mit zehn Jahren Laufzeit teilweise weniger als 1,5 Prozent Zinsen zahlen muss", sagte Asmussen im Interview mit Spiegel Online. "Das ist schon ein unnormaler Zustand. Und der wird sich wieder normalisieren."

   "Wir sehen die Sorge der Sparer", sagte Asmussen. Dass die Zinsen am Markt gerade in Deutschland so niedrig seien, liege aber nicht nur am Leitzins, sonder auch an Deutschlands Rolle als sicherer Hafen. "Je mehr es gelingt, Europa wieder auf einen Wachstumspfad zu bringen, desto mehr wird sich die Situation entspannen. Und das wird sich dann auch in den Zinsen für Sparer niederschlagen."

   Die Lage an den Finanzmärkten ist laut Asmussen verbessert. "Wir sind immer noch nicht wieder im Normalzustand, aber es gibt klare Fortschritte", sagte der Notenbanker. Italienische Banken zum Beispiel hätten in den ersten drei Wochen dieses Jahres in erheblichem Maß unbesicherte Anleihen begeben können. "Sie bekommen also wieder Geld von Investoren - und zwar auch von außerhalb Italiens. Das war vor einem Jahr praktisch unmöglich."

   Asmussen plädierte auch für einen europäischen Bankenfonds, den die Institute selbst füllen sollen. "Wenn wir ab dem kommenden Jahr eine europäische Bankenaufsicht haben, sollten wir auch einen europäischen Mechanismus aufbauen, mit dem wir große Banken grenzüberschreitend geordnet abwickeln können", sagte er. "Dazu brauchen wir einen Fonds, der durch Beiträge der Banken finanziert wird. Das gehört zusammen. Nur eine europäische Aufsicht reicht nicht aus für eine Bankenunion."

   Der Bankenfonds sollte aus Asmussens Sicht beim Euro-Rettungsfonds ESM angesiedelt sein. Das wäre "eine gute Lösung", sagte der Notenbanker. "Der ESM ist die erste Institution, die sich die 17 Euro-Länder gemeinsam geschaffen haben. Das ist ein Quantensprung. Wenn wir die europäische Integration vorantreiben wollen, wäre es logisch, auch den ESM weiter auszubauen."

   DJG/chg Dow Jones Newswires

Bildquellen: Gunnar Pippel / Shutterstock.com
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