12.06.2013 14:30
Bewerten
 (3)

Asmussen: EZB zahlt für Staatsanleihen keine überhöhten Preise

   Von Hans Bentzien

   KARLSRUHE--Die Europäische Zentralbank (EZB) will ihre Markteingriffe bei Staatsanleihekäufen nach den Worten von Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen auf das erforderliche Mindestmaß beschränken. Bei seiner Anhörung vor dem Bundesverfassungsgericht machte Asmussen in Karlsruhe deutlich, dass die EZB im Rahmen von "Outright Monetary Transactions" (OMT) keine überhöhten Preise zahlen wird.

   Nach Asmussens Darstellung wird der Markteingriff im Rahmen des OMT so wie beim Vorgängerprogramm SMP laufen: "Wir holen Gebote von mehreren Marktteilnehmern ein", sagte er. Die Erwartung, dass die EZB zum Beispiel 60 Euro für ein Papier zahle, für dass es einen Marktpreis von 20 Euro gebe, sei nicht rational, sagte Asmussen. Der EZB-Direktor bezog sich dabei auf eine Kalkulation des in Chicago lehrenden Ökonomen Harald Uhlig.

   Die EZB wird beim OMT-Programm nicht nur keine Zielpreise nennen, sie wird laut Asmussen auch offen lassen, wann und ob sie kauft. "Wichtig ist, dass das wirtschaftliche Risiko bei dem Marktteilnehmer liegt. Er hat keine Sicherheit darüber, ob ihm das jemand abkauft, wann das geschieht und zu welchem Preis", sagte der EZB-Direktor. Die EZB wolle "unausrechenbar" sein.

   Asmussen warnte davor, der EZB den Kauf von Staatsanleihen gänzlich zu verbieten. "Es muss sichergestellt werden, dass der Kauf und Verkauf von Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt weiterhin möglich ist. Andernfalls drängt man uns auf andere Märkte, und ich fände Käufe von Unternehmensanleihen weitaus unschöner", sagte er.

   Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

   DJG/hab/apo

   (END) Dow Jones Newswires

   June 12, 2013 08:00 ET (12:00 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 08 00 AM EDT 06-12-13

Heute im Fokus

DAX geht stabil ins Wochenende -- Wall Street freundlich -- PayPal-Deal mit Visa -- ElringKlinger kassiert Prognose -- Starbucks, Boeing, AMD im Fokus

Teile ehemaliger Bilfinger-Sparte offenbar wieder zum Verkauf. Rekordtransfer: Schürrle-Wechsel zum BVB offiziell. Gewinneinbruch bei American Airlines. GE punktet mit Energie und Luftfahrt. VW-Konzern setzt in Südkorea Verkauf von 79 Modellen aus. Heideldruck-Chef Linzbach verlässt Unternehmen. EZB-Vertreter: Probleme italienischer Banken lösbar.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Bayer: Monsanto-Deal würde ein neues Burg­graben-Unter­nehmen ergeben!
Mit der Übernahme des US-Saatgutspezialisten Monsanto will Bayer im Agrarchemie-Geschäft den großen Wurf landen und zur weltweiten Nummer Eins aufsteigen. Der strategisch sinnvolle Megadeal ist allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet. Lesen Sie in der neuen Ausgabe des Anleger­magazins, warum der Life-Science-Konzern dennoch einen näheren Blick wert ist.
Die wertvollsten Marken 2016
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Umfrage

Die Bundesregierung sieht keine Auswirkungen des Putschversuchs in der Türkei auf das Flüchtlingsabkommen mit der EU. Sehen Sie das auch so?