28.06.2013 10:12
Bewerten
 (1)

EZB denkt nicht über flächendeckende Staatsanleihekäufe nach

Asmussen dementiert
EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen hat einem Pressebericht widersprochen, nach dem die Notenbank einen flächendeckenden Kauf von Staatsanleihen plane.
Die Forderung von EZB-Chef Mario Draghi, einen "360-Grad-Blick" bei der Suche nach Lösungen anzuwenden, beziehe sich lediglich auf die Kreditvergabe vor allem an kleine und mittlere Unternehmen und nichts anderes, sagte Asmussen am Freitag der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) hatte zuvor berichtet, dass die EZB über flächendeckende Anleihekäufe nachdenke, die sich auf die 17 Euro-Staaten erstrecken würden. Eine solche Politik würde dem "Quantitative Easing" der US-Notenbank entsprechen, die mit Staatsanleihekäufen Geld in die Wirtschaft pumpt. Laut "SZ" findet die Debatte innerhalb der Notenbank auf Arbeitsebene statt. "Ich kann nicht ausschließen, dass in einer großen Organisation jemand über etwas nachdenkt", räumte Asmussen ein. "Dies ist aber nicht für die Geldpolitik relevant".

Ein Grund für die Diskussionen sei laut "SZ" auch der Streit vor dem Bundesverfassungsgericht. Die Richter prüfen, ob das aktuelle Anleihekaufprogramm der Frankfurter Währungshüter, das sogenannte OMT, mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Das Programm, das bislang noch nicht angewandt wurde, soll es der EZB ermöglichen, die Anleihen einzelner Staaten aufzukaufen. Bedingung hierfür ist ein Hilfsantrag beim ESM-Rettungsfonds.

    Experten befürchten, dass das OMT derzeit gar nicht einsetzbar wäre, da der Bundestag einem ESM-Antrag zumindest nicht vor den Wahlen zustimmen würde. Flächendeckende Anleihekäufe könnten daher eine Alternative sein, da es der EZB erlaubt ist, Anleihen für geldpolitische Zwecke zu kaufen./jsl/jkr

MÜNCHEN (dpa-AFX)

Bildquellen: Yurchyks / Shutterstock.com, istock/Stephen Strathdee

Heute im Fokus

DAX startet stärker -- Börse Tokio fester -- Siemens streicht wohl weitere Arbeitsplätze -- Strafzinsen für Mittelstandskunden der Commerzbank -- Norwegischer Staatsfonds kritisiert VW-Familien

Chinas Währungsreserven fallen auf tiefsten Stand seit 2012. Twitter schließt 125.000 Zugänge. Daimler startet Afrika-Offensive. Bilfinger verkauft Water Technologies nach China. New Jersey verklagt VW im Abgas-Skandal. Disneys Star Wars spielt zweite Milliarde im Eiltempo ein.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten
Diese Top 20 haben zur Verbessung der Welt beigetragen
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Umfrage

Die Regulierungsvorgaben für die Vermittlung von Finanzprodukten laufen unvermindert fort. Nutzt dies letztlich dem Anleger?