Mittelstandsanleihen: Wirbel um Windreich
Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den größten deutschen Windparkbauer Windreich. Am Dienstag wurden die Hauptverwaltung des Unternehmens sowie vier Privatwohnungen untersucht. Der Verdacht: Bilanzmanipulation, Kapitalanlage- und Kreditbetrug sowie Marktpreismanipulation. Es wird laut Staatsanwaltschaft geprüft, ob Vermögenspositionen in den Jahresabschlüssen durch Überbewertung geschönt wurden. Außerdem besteht der Verdacht, dass Windreich 2010 und 2011 Umsätze schlicht erfunden hat sowie Forderungen in der Bilanz auflistete, bei denen mit einer Tilgung „nicht mehr ernsthaft zu rechnen war“, so die Staatsanwaltschaft.
Die Betrugsvorwürfe sowie eine zweitägige Verspätung bei der Zinszahlung ließen die Kurse der beiden Windreich-Anleihen stark einbrechen. Das bis 2015 laufende Papier wird an der Börse Stuttgart nur noch zu 24 Prozent des Nennwerts gehandelt, der 2016er-Bond zu knapp 23 Prozent. Insgesamt hat sich der Windparkentwickler 125 Millionen Euro bei Anlegern geliehen.
Diese sorgen sich zunehmend um die Rückzahlung. Die Schulden bei dem Unternehmen stiegen bis Mitte 2012 auf 480 Millionen Euro von 266 Millionen Ende 2010. Im Jahr 2011 erzielte Windreich laut Bilanz einen Umsatz von 121 Millionen Euro und einen Gewinn von 11,9 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2012 liegen noch keine Zahlen vor. Nicht gerade Vertrauen weckt, dass die Agentur Creditreform das Rating für den Windparkbauer zuletzt um drei Stufen von „BBB+“ auf „BB+“ gesenkt hat. Auf Wunsch des Unternehmens wird dieses Rating allerdings nicht mehr veröffentlicht.
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