14.12.2012 15:31
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Börse Frankfurt/Anleihen: Bundesanleihen bleiben teuer

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14. Dezember 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Friede, Freude, Eierkuchen signalisieren die Rentenmärkte - anders als die Aktienmärkte - derzeit nicht. Bundesanleihen, die als sichere Miete gelten, bleiben gesucht. "Ursache für die zunehmende Risikoscheu ist einmal mehr das Thema Schuldenkrise", erklärt die HSH Nordbank. Dieses Mal habe die zunehmende Unsicherheit in Italien im Mittelpunkt gestanden.

"Die Meldung über ein mögliches Comeback von Silvio Berlusconi führte zwischenzeitlich zu Druck auf italienischen Anleihen", berichtet Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft. Selbst Unternehmensanleihen, etwa von Fiat (WKN A1APZ8), seien verkauft worden. "Der Spuk war aber schnell vorbei, die Anleihen haben sich erholt."

Griechischer Schuldenrückkauf abgeschlossen

Für positive Impulse sorgte unterdessen der Beschluss in Sachen europäischer Bankenaufsicht. Die EU-Finanzminister hatten sich am gestrigen Donnerstag auf eine bei der EZB in Frankfurt angesiedelte gemeinsame Bankenaufsicht geeinigt. Wie die HSH Nordbank ergänzt, kamen außerdem erfreuliche Nachrichten aus Griechenland und Spanien. "Während die Hellenen den Anleiherückkauf erfolgreich abschließen konnten, platzierten die Iberer erstmals seit rund 18 Monaten wieder eine dreißigjährige Anleihe."

Der Euro-Bund-Future notiert heute bei 144,99 Prozent und damit nur leicht unter dem Niveau von 145,72 vor einer Woche. Zehnjährige Bundesanleihen werfen eine Rendite von 1,36 Prozent ab.

Griechische Anleihen gesucht

Stopp

Ganz so glatt wie zum Teil gemeldet ging der Rückkauf der griechischen Staatsanleihen übrigens nicht vonstatten: "Nachdem Anleihen im Nennwert von circa 26 Milliarden Euro angedient worden waren, geriet der Prozess ins Stocken", meldet Klaus Stopp von der Baader Bank. Erst durch eine zeitliche Verlängerung und eine Nachbesserung des Angebots sei das Ziel von 30 Milliarden Euro erreicht worden.

Damit käme der Rückkauf teurer als erwartet. "Kein Comedian hätte sich das Vorgehen besser ausdenken können", kommentiert der Händler: "Mit europäischen Steuergeldern werden griechische Schulden beglichen, damit ein noch größerer Betrag an Steuergeldern als sogenannte Hilfsgelder nach Griechenland fließen darf." Die bis 2023 laufende Griechenland-Anleihe (WKN A1G1UA) ist unterdessen deutlich im Kurs gestiegen und notiert heute bei 44,50 Prozent, vor einem Monat waren es 31,50 Prozent.

Rückenwind für Solarworld

Petz

Im Bereich der Unternehmensanleihen ging es für Solarworld (WKN A1CR73, A1H3W6) deutlich nach oben, wie Rainer Petz von Close Brothers Seydler beobachtet hat. Auslöser waren Äußerungen des Unternehmenschefs Frank Asbeck über das in den USA "sehr gut" laufende vierte Quartal. Die Anleihe mit Fälligkeit 2017 war aufgrund der Krisenmeldungen aus der Branche Anfang der Woche noch auf ein historisches Tief von 17 Prozent gefallen, heute notiert sie bei 22 Prozent.

Daniel zufolge verteuerte sich die bis 2016 laufende Peugeot-Anleihe (WKN A0VSYU), die im Sommer auf 90 Prozent gesackt war und noch im November bei 96 notierte, bis auf 100,95 Prozent. "Wie diese Woche bekannt wurde, will Peugeot in Frankreich 1.500 weitere Stellen abbauen", erklärt der Händler. "Außerdem wird davon ausgegangen, dass der Konzern, vor allem unter dem derzeitigen Staatschef Hollande, in jedem Fall aufgefangen wird."

MS Deutschland: eher Alptraum als Traum

Daniel

Viel zu tun gibt es den Händlern zufolge derzeit im Bereich der Mittelstandsanleihen. Auslöser war die "Traumschiffanleihe" (WKN A1RE7V) der MS Deutschland, die ihren Anlegern bislang keine Traumrenditen verschaffte - im Gegenteil. Der Kurs rutschte in dieser Woche bis auf 83,50 Prozent ab, heute wird die Anleihe aber schon wieder zu 92 gehandelt, wie Daniel erklärt. "Da sind Zocker am Werk. Von Unternehmensseite gab es doch gar nichts Neues." Die Anleihe hat einen Kupon von 6,875 Prozent und läuft bis 2017. Auf dem derzeitigen Niveau ergibt sich eine Rendite von 8,93 Prozent. Heute Morgen hat das Unternehmen bekannt gegeben, das vierte Quartal 2012 voraussichtlich mit einem Umsatzplus von über 15 Prozent abschließen zu können.

Absturz bei Travel24

Brunner

Noch viel heftiger fiel der Einbruch beim Reiseportalanbieter Travel24 (WKN A1PGRG) aus. Anfang der Woche notierte die Anleihe noch bei 92 Prozent, jetzt sind es 63 Prozent. "Zwischenzeitlich lag der Kurs sogar bei 56 Prozent", bemerkt Arthur Brunner von ICF Kursmakler. Der Grund: Die Verhaftung von zwei Managern von Unister, dem Betreiber von Travel24, denen illegale Versicherungsgeschäfte und Steuerhinterziehung in Millionenhöhe vorgeworfen werden. Für die Portale von Unister werben übrigens Prominente wie Fußballfunktionär Reiner Calmund und Ex-Nationalspieler Michael Ballack.

Auch andere Mittelstandsanleihen gerieten in Mitleidenschaft, wie Brunner berichtet. "Die Eterna-Anleihe (WKN A1REXA) verbilligte sich etwa von 102,5 auf 95,5 Prozent." Aufgrund der fehlenden Liquidität reichten allerdings manchmal schon einige wenige Verkaufsorders, um den Kurs auf Talfahrt zu schicken. "Es sind aber längst nicht alle Mittelstandanleihen betroffen. Karlsberg (WKN A1REWV) wird zu 108 Prozent, SAF-Holland (WKN A1HA97) zu knapp 105 Prozent gehandelt." Ohnehin könne es für die betroffenen Papiere auch schnell wieder aufwärts gehen. "Eigentlich sind Mittelstandsanleihen sowieso dazu da, bis zum Schluss gehalten zu werden."

WGF-Anleihen: vom Handel ausgesetzt

Für Anleihezeichner der Westfälischen Grundbesitz- und Finanzverwaltung WGF könnte dies aber unmöglich werden: Das Düsseldorfer Immobilienunternehmen hat am Dienstag Insolvenz angemeldet. "Diese soll in Eigenregie durchgeführt werden", erläutert Brunner. Das kommt bei Anlegern nicht gut an.

Schon vorab seien Unregelmäßigkeiten in der Rechnungslegung bekannt geworden, auch dass die Webseite des Unternehmens zwischenzeitlich gesperrt war, schuf nicht gerade Vertrauen. Die bis 2014 laufende Anleihe (WKN WGFH04) ging bis Anfang November noch zu über 90 Prozent über den Tisch und stürzte dann bis auf 20 Prozent ab. Jetzt ist der Handel in den Papieren ausgesetzt. "Die Wiederaufnahme ist nicht absehbar", heißt es von ICF Kursmakler.

Keine Adventsruhe im Emissionsmarkt

Auch in dieser Woche gab es zahlreiche Neuemissionen. "Das ist ungewöhnlich, normalerweise läuft das Geschäft zum Jahresende etwas ruhiger", meint Petz. Für Privatanleger interessante neue Anleihen in Euro waren allerdings nicht dabei.

© 14. Dezember 2012 / Anna-Maria Borse

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   December 14, 2012 09:01 ET (14:01 GMT)- - 09 01 AM EST 12-14-12

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