12.04.2013 15:11
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Börse Frankfurt/Anleihen: Nervosität bleibt

12. April 2013. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Dass der zyprische Staatspräsident nun noch mehr Geld für die Rettung seines Landes fordert, kommt an den Kapitalmärkten am heutigen Freitag gar nicht gut an. Der Euro-Bund-Future hatte in dieser Woche nachgegeben, heute geht es aber wieder deutlich nach oben. Aktuell notiert das Rentenbarometer bei 145,76 Punkten, zehnjährige Bundesanleihen rentieren mit 1,26 Prozent.

Eigentlich sollte über die Hilfen für Zypern heute entschieden werden, dann hieß es überraschend, es würden nicht mehr 17,5 sondern 23 Milliarden Euro gebraucht. "Der Kurs der bis 2014 laufenden Zypern-Anleihe (WKN A0DAA7) bröckelte schon im Laufe der Woche kontinuierlich ab", berichtet Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft. Mit 86 Prozent liegt der Kurs allerdings immer noch deutlich über den Tiefstständen vom März bei 76 Prozent.

Immer wieder schlechte Nachrichten

"Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen spiegelt noch immer die Unsicherheit an den Finanzmärkten wider", erklärt Cyrus de la Rubia von der HSH Nordbank. Dazu habe auch Portugal beigetragen. "Dort brachte das Verfassungsgericht die Regierung dadurch in die Bredouille, dass es die Kürzungen der Gehälter und Pensionen für Staatsbeamte für unzulässig erklärte." Das Veto wirkte sich negativ auf portugiesische Staatsanleihen aus, wie Arne Hellwig von der Hellwig Wertpapierhandelsbank festgestellt hat.

Italien musste für eine neue, bis 2028 laufende Anleihe zwar weniger bezahlen als im März, wie Arthur Brunner von ICF Kursmakler meldet. "Dabei hat Monti diese Woche bekannt gegeben, dass die Staatsverschuldung 2013 wohl ein Rekordniveau von 130,4 Prozent des BIP erreichen wird." Es seien aber nur 1,66 statt wie erhofft 2 Milliarden Euro platziert worden.

Geldschwemme in Japan

Brunner

Auch die Entwicklung in Japan dämpft die Stimmung, wie Brunner anmerkt. "Der japanische Anleihemarkt ist aufgrund der Notenbankpolitik stark unter Druck." De la Rubia zeigt sich einigermaßen entsetzt über den Kurs der japanischen Zentralbanker. "Jeden Monat will die Bank of Japan für umgerechnet etwa 75 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen erwerben, was 1,6 Prozent des BIP entspricht."

Die amerikanische Notenbank kaufe derzeit Anleihen im Wert von 0,5 Prozent des BIP, was auch schon als sehr aggressiv bezeichnet werden müsse. Wenn die Inflation dann aber, wie gewünscht, auf 2 Prozent klettere, sei auch ein entsprechender Anstieg der Staatsanleiherenditen kaum zu vermeiden. Damit erhöhe sich die Zinslast des ohnehin bereits hochverschuldeten Landes. "Vor diesem Hintergrund erscheint es nicht so abwegig, dass Japan auf eine offene Staatsschuldenkrise wie in Griechenland zusteuert."

Evonik weiter beliebt

Daniel

Im Handel mit Corporate Bonds war die neue Anleihe von Evonik mit Laufzeit bis 2020 und einem Kupon von 1,875 Prozent (WKN A1TM7T) bei guten Umsätzen weiter gesucht, wie Hellwig erklärt, auch das bis 2017 laufende Renault-Papier (WKN A1G9HU) sei rege nachgefragt worden. "Die Anleihe von Bombardier (WKN A0G1ZL) verzeichnete gute Umsätze - sowohl auf der Brief- als auch auf der Geldseite." Wie Daniel beobachtet hat, legte die HSH Nordbank-Anleihe (WKN 542696) zu. "Die profitierte von Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr, der Verlust war zumindest etwas geringer als im Vorjahr."

Centrosolar und 3W Power wieder fester

Petz

Eine echte Berg- und Talfahrt erlebten unterdessen Anleihen von Centrosolar (WKN A1E85T) und 3W Power (WKN A1A29T), wie Rainer Petz von Close Brothers Seydler beobachtet hat. Centrosolar fiel von 46 Prozent Ende Januar auf 17,5 Prozent Anfang April, aktuell liegt der Kurs wieder bei 30 Prozent. "Diese Woche wurden Details des Sanierungsprogramms für das Photovoltaikunternehmen vorgelegt."

Ebenfalls wieder etwas erholt hätten sich Anleihen des Solarzulieferers 3W Power (WKN A1A29T), die vor Ostern heftig unter Druck geraten waren. Von rund 100 war der Kurs auf unter 65 Prozent gefallen. Auslöser waren Zahlungsverzögerungen eines Kunden, die im Zusammenhang mit der Zypernkrise standen. Heute wird 3WPower wieder zu 86 Prozent gehandelt.

Daneben ist Daniel zufolge die Anleihe des österreichischen Baukonzerns Alpine Holding (WKN A1AYFX) auf den höchsten Stand seit Oktober geklettert. "Heute liegt der Kurs bei 88 Prozent", erklärt der Händler. Im Herbst stand der Konzern kurz vor der Insolvenz, die Anleihe war von rund 100 auf 42 Prozent gerutscht. Nach unten weist derweil der Kurs der MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft (WKN A1RE7V). "Hier steht immer ein Verkäufer bereit." Aktuell wird das im Dezember emittierte Papier zu 91 Prozent gehandelt.

Wienerberger und Constantin Medien mit Neuemissionen

Unternehmen mit einwandfreiem Ruf können sich weiter zu Minizinsen refinanzieren. Etwa legten laut Brunner BMW (WKN A1HJLN) und Linde (WKNs A1R07P, A1R073) neue Anleihen auf: "BMW zahlt 1 Prozent für eine Laufzeit bis Juli 2017, Linde 2 Prozent für die bis 2023 laufende Euro-Tranche, 1,5 Prozent für die US-Dollar-Tranche mit Laufzeit bis 2018."

Petz berichtet daneben von einer Neuemission des österreichischen Ziegel- und Baustoffproduzenten Wienerberger (WKN A1HH8S) mit Kupon von 4 Prozent und Laufzeit bis 2020. "Mit der Stückelung von 1.000 Euro ist das auch für Kleinanleger interessant." Zudem beginne am kommenden Montag die Zeichnungsfrist für einen neuen Bond von Constantin Medien (WKN A1R07C). "Wir haben bereits viele Anfragen." Bis zum 19. April, also am kommenden Freitag, kann gezeichnet werden. Die Anleihe wird im Entry Standard der Börse Frankfurt gelistet, der Kupon liegt bei 7 Prozent, fällig ist das Papier im April 2018.

© 12. April 2013 / Anna-Maria Borse

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   April 12, 2013 08:41 ET (12:41 GMT)- - 08 41 AM EDT 04-12-13

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