16.11.2012 15:05
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Börse Frankfurt-News: Verunsicherung stützt Bundesanleihen (Anleihen)

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    FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 16. November 2012. Negative Konjunkturmeldungen und die noch immer ungelösten Schuldensorgen dies- und jenseits des Atlantiks treiben Anleger in sichere Häfen. Davon profitieren deutsche Bundespapiere, aber auch Fremdwährungsanleihen.

 

Die Verunsicherung ist nach wie vor groß, berichten Händler im Rentenmarkt. "Zwar haben die zuletzt veröffentlichten Konjunkturzahlen auf beiden Seiten des Atlantiks nicht unisono enttäuscht, Konjunktursorgen sind aber weiterhin vorhanden. Auch die anhaltende Euro-Schuldenkrise, die drohende Fiskalklippe in den USA sowie die Eskalation im Nahen Osten halten die Risikoaversion hoch", kommentiert Ulrich Wortberg von der Helaba. Von der Suche der Investoren nach Sicherheit profitieren unter anderem die deutschen Staatsanleihen - zehnjährige Titel rentieren mit aktuell 1,33 Prozent weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau.

 

Das Rentenbarometer Euro-Bund Future notiert um die Mittagszeit bei 143,10 Prozent, am vergangenen Freitag waren es 143,36 Prozent. "Der Bund-Future hat seine seit Tagen zu beobachtende Konsolidierung fortgesetzt und mit Tiefstkursen von 142,91 Prozent den kurzfristigen, seit knapp drei Wochen bestehenden Aufwärtstrend zeitweise unterschritten", merkt Wortberg an. Dennoch erscheine das Abwärtsrisiko aktuell begrenzt, erklärt der Analyst: "Selbst wenn es zu einem dauerhaften Trendbruch kommen sollte - was in Anbetracht der Steilheit des Trends früher oder später der Fall sein wird - gibt es vonseiten der technischen Indikatoren noch keine klaren Anzeichen für eine breit angelegte Korrektur nach unten."

 

Ruhe dank EZB

 

Arthur Brunner von ICF Kursmakler spricht zwar von einem aktuell ruhigen Geschäft, schätzt das Marktumfeld aber als riskant ein: "Wer glaubt, dass der bisherige Weg konsequenten Sparens den Königsweg aus der Eurokrise darstellt, sieht sich beim Betrachten der Massenproteste in Südeuropa eines Besseren belehrt", erklärt der Rentenspezialist. Zwar herrsche an den Finanzmärkten im Moment eine trügerische Ruhe. Diese beruhe aber lediglich darauf, dass die EZB ihre schützende Hand über die Märkte halte. "Die Realität sieht anders aus: Die Eurozone ist wieder in die Rezession gerutscht." Auch die Industrieproduktion in Deutschland sei rückläufig und lasse für die kommenden Monate nichts Gutes erwarten, was die jüngste ZEW-Umfrage in dieser Woche bestätigt habe.

 

Anleger legen bei Bund-Auktion drauf

 

"Genauso frustriert agierten diese Woche die Profianleger, die dem Bund wieder Geld bezahlten, um diesem für zwei Jahre Geld leihen zu dürfen", merkt Brunner zu der jüngsten Auktion deutscher Staatsanleihen an. Der Bund hatte am Mittwoch zweijährige Schätze über 4,3 Milliarden Euro zu einer Durchschnittsrendite von -0,02 Prozent am Markt untergebracht. Bei der jüngsten Auktion vergleichbarer Titel am 17. Oktober hatte die Rendite noch bei +0,07 Prozent gelegen.

 

Dank der Zusage der Europäischen Zentralbank, unter bestimmten Voraussetzungen Anleihen der Euro-Krisenstaaten zu kaufen, haben Staaten der Eurozonen-Peripherie wie Spanien und Italien derzeit allerdings ebenfalls kaum Schwierigkeiten, sich am Primärmarkt zu vertretbaren Konditionen zu refinanzieren. "So konnte Italien in dieser Woche 3,5 Milliarden Euro dreijährige Anleihen am Markt platzieren und musste dafür mit 2,64 Prozent deutlich weniger bieten als die 2,86 Prozent vor einem Monat", weiß Brunner. Auch bei zwei anderen Platzierungen italienischer Staatsanleihen griffen die Anleger an diesem Mittwoch beherzt zu. "Vor allem Versicherungen dürften hier gekauft haben", ergänzt Brunner.

 

Fremdwährungsanleihen wieder gefragt

 

Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft berichtet ebenfalls von einem nach wie vor verunsicherten Marktumfeld. Dafür spreche neben der Flucht der Anleger in deutsche Staatspapiere auch das wiederaufflammende Interesse an Fremdwährungsanleihen: "Nachdem der Euro wegen der erneuten Unsicherheiten um Griechenland und den enttäuschend ausgefallenen Konjunkturdaten wieder unter Beschuss gekommen ist, gewinnen Fremdwährungsanleihen wieder an Attraktivität", berichtet der Händler. Gesucht seien etwa in brasilianischen Real denominierte Anleihen (WKNs A1K0WU, A0VLNE).

 

Reges Interesse an Rene Lezard-Anleihe

 

In dieser Woche ist im Segment der Corporate Bonds unter anderem eine Anleihe des Modeunternehmens René Lezard (WKN A1PGQR) platziert, deren Zeichnung wegen der ausreichenden Nachfrage um 13.00 Uhr am ersten Tag vorzeitig beendet wurde. Das Emissionsvolumen liegt bei 15 Millionen Euro, die fünfjährige Anleihe wird jährlich mit 7,25 Prozent verzinst.

 

Am Montag beginnt die Zeichnung einer Anleihe des Essener Bierbrauers Stauder (WKN A1RE7P), die bis 2017 läuft und mit 7,5 Prozent verzinst wird.

 

Drei Tage später kommt eine weitere Unternehmensanleihe: Ab 22. November kann eine Emission des österreichischen Bauunternehmen PORR gezeichnet werden, Laufzeit bis 2016, verzinst mit 6,25 Prozent.

 

© 16. November 2012 / Karoline Kopp

 

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

 

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