20.12.2012 16:11
Bewerten
 (0)

Schwieriges Jahr voraus

Bundesanleihen
Grund zur Klage hatten Anleger, die 2012 einen Teil ihrer Ersparnisse in Bundesanleihen investierten, sicherlich nicht.
Die Chance, dass Investoren mit heimischen Staatspapieren auch im kommenden Jahr eine hübsche Rendite erzielen werden, ist jedoch gering.

Nicht nur der mögliche Austritt Griechenlands aus der Eurozone hielt die Märkte 2012 in Atmen. Auch die fragilen Staatsfinanzen und die schrumpfende Wirtschaftskraft in zahlreichen weiteren Peripheriestaaten der Währungsunion – allen voran in Italien, Portugal und Spanien – stellte die Leidensfähigkeit der Anleger auf eine harte Probe. Aufgrund mangelnder Reformbereitschaft und schwindender Wettbewerbsfähigkeit geriet zuletzt sogar das EU-Schwergewicht Frankreich unter Druck. Die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten sowie die Wahlen in den USA und der politische Machtwechsel in China sorgten bei Anlegern für zusätzliche Unsicherheit.

Attraktive Renditen mit Bundesanleihen...

Es gibt also gute Gründe, weshalb bei Investoren trotz des zu Jahresbeginn schon niedrigen Renditeniveaus heimische Staatspapiere hoch im Kurs standen. Die Flucht in den vermeintlich sicheren deutschen Anleihehafen bescherte Anleger nach 2010 und 2011 daher auch im laufenden Jahr eine ansehnliche Rendite; im Schnitt fuhren Investoren mit Bundesanleihen einen Gewinn von rund 4 Prozent ein.

...sind 2013 eher unwahrscheinlich

Die Wahrscheinlichkeit, dass Anleger mit deutschen Staatspapieren im kommenden Jahr eine ähnlich hohe Rendite erzielen werden, ist allerdings äußerst gering. Selbst von einer weiteren – mittlerweile nicht mehr auszuschließenden – Zinssenkung der EZB sollten Bundesanleihen kaum mehr profitieren. „Insgesamt wirken deutsche Rentenpapiere weitgehend ausgereizt“, meint auch Ulf Krauss, Rentenanalyst der Helaba.

Sollte sich die Lage rund um die Euro-Schuldenkrise nochmal zuspitzen, könnten davon zwar auch Bundesanleihen profitieren. Doch danach sieht es derzeit nicht aus. Im Gegenteil: Nicht nur die jüngst freigegebene Milliardenhilfe für Griechenland, sondern auch einige Konjunkturindikatoren wie etwa der ZEW-Index signalisieren, dass die Krise weiter abebbt. Kurzum: Um auch 2013 attraktive Renditen am Rentenmarkt einzufahren, werden Anleger wohl größere Risiken eingehen müssen. Fündig könnten sie dabei vor allem im Süden Europas werden. Neben den weitaus höheren Kupons, die spanische und italienische Anleihen bieten, winken aufgrund der möglichen Beruhigung der Euro-Krise auch hübsche Kursgewinne.

Franz von den Driesch ist Chefredakteur der Webmagazine AnleihenMonitor, Ruhestandsmonitor und econoafrica. Die Portale sind redaktionell unabhängig und werden von Wirtschaftsjournalisten mit langjähriger Berufserfahrung betreut. Für die monatlich kostenlosen Newsletter der Webmagazine können sich Anleger auf www.anleihenmonitor.de, www.ruhestandsmonitor.de und www.econoafrica.de anmelden.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Heute im Fokus

DAX geht tiefrot ins Wochenende -- Wall Street im Minus -- US-Jobdaten durchwachsen -- VW verschiebt Bilanzvorlage und HV -- Rocket Internet verkleinert sich -- LinkedIn, RWE, Toyota im Fokus

Twitter schließt 125.000 Zugänge. New Jersey verklagt VW im Abgas-Skandal. Disneys Star Wars spielt zweite Milliarde im Eiltempo ein. Rückruf manipulierter VW-Wagen in Belgien ab März. Gläubiger beenden erste Kontrollrunde in Athen. Stahlwerte leiden unter Kapitalerhöhung von ArcelorMittal. Ölpreise können Gewinne nicht halten. EU offen für Libyen-Einsatz. Experten: Apple hielt 2015 zwei Drittel des Marktes bei Computeruhren. Gute Nachfrage kurbelt Geschäft von CANCOM an.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten
Diese Top 20 haben zur Verbessung der Welt beigetragen
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Umfrage

Die Regulierungsvorgaben für die Vermittlung von Finanzprodukten laufen unvermindert fort. Nutzt dies letztlich dem Anleger?