22.03.2013 17:00
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Venezuela: Hoffnung auf Neubeginn

Venezuela: Hoffnung auf Neubeginn
Chance zum Einstieg

Nach dem Tod von Hugo Chávez sind Anleger verunsichert. Die Kurse von Staatsanleihen sind eingebrochen. Für spekulative Investoren bieten sich jetzt lukrative Chancen zum Einstieg.

€uro am Sonntag

von Astrid Zehbe, Euro am Sonntag

Anlegen in venezolanische Staatsanleihen war bislang lukrativ, aber auch hochriskant: Einerseits mussten Anleger so einiges an antikapitalistischen Kapriolen des kürzlich verstorbenen Staatspräsidenten Hugo Chávez ertragen. So gehen beispielsweise die Verstaatlichung von mehr als 1.000 Unternehmen oder die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen auf das Konto des langjährigen Präsidenten. Andererseits zahlt sich der Mut zum Risiko aus: Mit Renditen von mehr als neun Prozent erhalten Anleger im Schnitt vier Prozent mehr als in anderen Schwellenländern. Und trotz aller Kapriolen ist Venezuela seinen Verbindlichkeiten unter Chávez stets nachgekommen.

Dass dies auch mit einer neuen ­Regierung so bleibt, daran haben Anleger aber offenbar Zweifel. Die Kurse der Staatspapiere waren nach Chávez’ Tod im Schnitt um vier Prozent gesunken. Zwar haben sie sich mittlerweile wieder etwas erholt, auf das Level von Anfang März sind die Bonds jedoch noch nicht zurückgekehrt.

So ergibt sich ein gutes Chance-­Risiko-Verhältnis für risikobewusste Anleger. Denn einiges spricht dafür, dass das Land auch unter einem neuen Präsidenten seine Bonds bedienen wird. Andernfalls würde Venezuela seine Ölindustrie aufs Spiel setzen: Gläubiger könnten bei Zahlungsausfällen Öllieferungen beschlagnahmen oder Vermögenswerte im Ausland wie Raffinerien einfrieren lassen. Die Auswirkungen wären dramatisch, denn die Ölindus­trie macht die Hälfte der Wirtschaftsleistung Venezuelas aus.

Rally alter Anleihen
Experten halten es zudem für möglich, dass eine neue Regierung einige von Chávez’ wirtschaftlichen Vorstößen rückgängig macht. Dies könnte Investoren anlocken und für sinkende Refinanzierungskosten sorgen. Statt wie bisher Kupons von im Schnitt sieben bis zehn Prozent bieten zu müssen, könnte sich Venezuela in Zukunft dann zu günstigeren Zinsen frisches Geld besorgen. Davon würden bereits emittierte Anleihen mit höheren Kupons profitieren: Sie wären stärker gefragt und würden daher an Wert zulegen.

Bildquellen: Tomasz Wyszolmirski / Shutterstock.com, 1971yes / Shutterstock.com

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