30.06.2013 08:48
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DIC Asset AG - Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden Ulrich Höller zur Unternehmensanleihe

Die DIC Asset AG emittiert ihre zweite Unternehmensanleihe im Volumen von 100 Mio. Euro. Bei einer Laufzeit von fünf Jahren bietet die Gesellschaft einen Kupon von 5,75%. Im Gespräch mit dem BOND MAGAZINE erläutert der Vorstandsvorsitzende Ulrich Höller seine Strategie.

BOND MAGAZINE: In welchen Bereichen ist die DIC Asset AG tätig?

Höller: Die DIC Asset AG ist ein Immobilieninvestor, der ausschließlich auf den deutschen Gewerbeimmobilienmarkt fokussiert ist. Sie managt ein Immobilienportfolio von inzwischen 3,4 Mrd. Euro, das zu 70% aus Büroimmobilien besteht. Für kontinuierliche und stabile Erträge sorgen langfristig abgesicherte Mieteinnahmen bei hohen Mietrenditen. Hinzu kommen Erträge aus Co-Investments sowie aus Immobilien-Dienstleistungen.

BOND MAGAZINE: Weshalb haben Sie sich für die Emission einer weiteren Unternehmensanleihe entschieden?

Höller: Nach den positiven Erfahrungen aus der ersten Unternehmensanleihe von vor zwei Jahren hat sich dieses Kapitalmarktinstrument für die DIC Asset AG als flexibler und kosteneffizienter Finanzierungsbaustein etabliert. Die Finanzierungsstruktur des Unternehmens wird weiter gestärkt und diversifiziert. Darüber hinaus wird durch geringere Bankenverbindlichkeiten auf Portfolio- und Immobilienebene eine zusätzliche Optimierung der Finanzierungskonditionen unserer Gesellschaft ermöglicht.

BOND MAGAZINE: Wie sieht Ihr Finanzierungsmix aus?

Höller: Der allergrößte Teil des Finanzierungsbedarfs wird durch Bankkredite abgedeckt; die DIC Asset AG hat aufgrund langjähriger und vertrauensvoller Geschäftsbeziehungen im Finanzsektor einen sehr guten Zugang zu allen Institutsgruppen, so dass bei den Finanzierungen eine große Anzahl von Instituten beteiligt ist. Die Unternehmensanleihen bieten dazu eine gute Ergänzung, so dass insgesamt ein ausgewogener und breit aufgestellter Finanzierungsmix zustande kommt.

BOND MAGAZINE: Weshalb haben Sie auf ein Rating verzichtet?

Höller: In unserem Fall ist ein Rating nicht erforderlich, da die im SDAX notierte DIC Asset AG, deren Anleihe für den Prime Standard vorgesehen ist, in allen Details eine ausgesprochen hohe Transparenz ausweist. Das sehr kostspielige Rating würde dem Investor letztlich keine wesentlichen Zusatzinformationen liefern können.

BOND MAGAZINE: Wie wirkt sich die Emission auf Ihre Bilanzstruktur und Eigenkapitalquote aus?

Höller: Da die Anleihe im Wesentlichen einen Ersatz für Bankverbindlichkeiten darstellt, wird die Netto-Eigenkapitalquote sowohl auf Portfolio- als auch auf Immobilienebene unverändert bleiben. Genauso wird sich auch der Verschuldungsgrad nicht weiter erhöhen.

BOND MAGAZINE: Sie haben kommuniziert, dass die Anleiheemission Ihre Finanzierungskonditionen optimiert und eine attraktive Alternative zu klassischen Junior- oder Mezzanine-Darlehen bildet. Wie hoch wären denn zurzeit für Sie die Kosten von Mezzanine-Darlehen?

Höller: Die Kosten für solche oder ähnliche Darlehenstranchen würden sich für uns aktuell deutlich über denen unserer Anleihekonditionen bewegen. Durch das für Banken sehr schwierig gewordene regulatorische Umfeld sind bei Junior-Tranchen die letzten 10 bis 15% des Finanzierungsauslaufs sehr teuer geworden.

BOND MAGAZINE: Wie weit ist die Vermarktung des Projekts "MainTor" vorangeschritten?

Höller: Die Realisierung des MainTor-Quartiers läuft schneller als ursprünglich geplant. Stand heute sind bereits fünf von sechs Teilprojekten sehr erfolgreich vorvermarktet. Und in Kürze werden alle diese fünf Bauprojekte in der Realisierung sein. Das sehen wir als ausgesprochen guten Erfolg an.

BOND MAGAZINE: Welchen Ausblick auf das Gesamtjahr 2013 können Sie uns geben?

Höller: Trotz des unsicheren europäischen Umfelds liefert die robuste Binnenwirtschaft in Deutschland stabile Rahmenbedingungen für unser Geschäft. Unsere FFO-Prognose für das Geschäftsjahr 2013 liegt zwischen 45 und 47 Mio. Euro, was einem Plus von rund 5% entspricht. Die Mieteinnahmen dürften nach den höheren Verkäufen im vergangenen Jahr bis Ende 2013 bei 121 bis 123 Mio. Euro liegen, und bei der Leerstandsquote erwarten wir einen weiteren Rückgang um einen Prozentpunkt auf rund 10%.

Das Interview führte Christian Schiffmacher, www.fixed-income.org



Quelle: fixed-income.org - Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.
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