
Liquidität als systematischer Einflussfaktor mittelständischer Anleihen
Die Liquidität eines Wertpapiers stellt sich erneut als eine der entscheidenden Einflussgrößen auf einen effizienten Handel heraus, welche von Investoren jedoch häufig nicht ausreichend beachtet wird.
Ähnlichen Symptomen unterlag der Markt für hybride Finanzierungsvehikel im Rahmen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise. Insbesondere im Jahr 2008 setzten ausgewählte Banken den Handel mit eigenen Nachranganleihen zeitweise gänzlich aus und entzogen dem Handelsgeschehen somit die Liquidität. Im Gegensatz zum kleinteiligen Markt für mittelständische Unternehmensanleihen, welcher durch Privatanleger beeinflusst wird, verfügt der Hybridmarkt durch die Interaktion von Banken mit sonstigen institutionellen Investoren und Emissionsvolumina im Umfang mehrerer Milliarden Euro eigentlich über ausreichend Liquidität. Damals lag die Begründung der rückläufigen Handelsaktivitäten vielmehr in der Angst der Banken, das ohnehin dezimierte Eigenkapital nicht weiter zu belasten. Folglich waren Kurse nachrangiger Bankschuldverschreibungen unter 50% des Nominalwertes keine Seltenheit.
Investoren sollten sich bewusst sein, dass die Handelsliquidität eines Wertpapiers durch unterschiedlichste systematische und unsystematische Einflussgrößen determiniert wird und der ehemals liquide Handel von Assets teilweise sehr kurzfristig „austrocknen“ kann.
Das dips Deutsches Institut für Portfolio-Strategien ist die finanzwirtschaftliche Forschungseinrichtung der FOM Hochschule für Oekonomie & Management in Essen. Im Fokus der wissenschaftlichen Arbeit stehen praxisrelevante Problemstellungen des Portfolio-Managements sowie optimierte Index-Konzepte.
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