18.03.2013 18:35

Senden

Deutsche Anleihen gefragt - Zypern-Zwangsabgabe verunsichert Anleger


    FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Staatsanleihen haben am Montag nach Meldungen über eine geplante Zwangsabgabe auf Bankeinlagen im Euro-Krisenland Zypern kräftig Zulauf erhalten. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg bis zum späten Nachmittag um 0,36 Prozent auf 143,91 Punkte. Im Hoch war er am Morgen bis auf 144,69 Zähler geklettert. Zweijährige Bundesanleihen rentierten erstmals seit längerem - wenn auch nur zeitweise - unter null Prozent. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe fiel zuletzt fünf Stellen auf um 1,41 Prozent.

    Der Beschluss der Euro-Finanzminister vom Wochenende, dass Zypern zur Rettung seines Bankensektors eine Zwangsabgabe auf Bankeinlagen erheben muss, schlug den Investoren sichtlich auf die Stimmung. "Sichere Häfen" wie deutsche Bundesanleihen erhielten deutlichen Zulauf. Bankvolkswirte kommentierten, die Gefahr eines neuen Präzedenzfalls mit Ansteckungsrisiken sei nicht unerheblich. Die Ratingagentur Moody's warnte, die Kapitalflucht aus anderen Krisenländern könne wieder zunehmen.

    Im Nachmittagshandel mussten die Kurse am deutschen Rentenmarkt aber einen Teil der frühen Gewinne wieder abgeben, nachdem Meldungen über Nachbesserungen an der Zypern-Rettung die Runde machten. Die Zwangsabgabe soll dem Vernehmen nach nicht auf kleinere Bankeinlagen unter 20.000 Euro erhoben werden. Die Signale für eine Nachbesserung sorgten laut Händlern für eine Entspannung an den internationalen Finanzmärkten./jkr/stb

Kommentare zu diesem Artikel

Geben Sie jetzt einen Kommentar zu diesem Artikel ab.
Kommentar hinzufügen

ANZEIGE

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

ANZEIGE

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Albig hat mit einer Forderung nach einer Sonderabgabe für Straßen für Aufsehen gesorgt.
Wenn so endlich die deutschen Straßen und Brücken saniert werden, wäre eine solche Abgabe zu unterstützen.
Die Regierung sollte endlich lernen, mit den bestehenden Einnahmen auszukommen.
Eine solche Abgabe berücksichtig weder den Umfang der Straßennutzung noch die finanzielle Situation des einzelnen Autofahrers und wäre deshalb ungerecht.
Abstimmen

Anzeige