05.07.2012 13:15
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Deutsche Anleihen halten sich vor EZB-Zinsentscheidung leicht im Plus

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die deutschen Staatsanleihen haben am Donnerstag kurz vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) leichte Gewinne verzeichnet. Bis zum Mittag stieg der richtungsweisende Euro-Bund-Future um 0,07 Prozent auf 142,42 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg um eine Stelle auf 1,467 Prozent.

 

    Im Mittelpunkt des Interesses steht die EZB-Zinsentscheidung. Gemeinhin erwarten Volkswirte am frühen Nachmittag einen Zinsschritt nach unten auf ein neues Rekordtief bei 0,75 Prozent. Ob der Markt sich damit jedoch zufrieden geben wird, darf bezweifelt werden: "Sollte die EZB nichts außer der Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte liefern, wäre das eine große Enttäuschung", sagt Marchel Alexandrovich, Experte der Investmentbank Jefferies.

 

    Vor allem Unterstützung für die angeschlagenen Euro-Schwergewichte Spanien und Italien erhoffen sich Investoren von der EZB. Nachdem der jüngste EU-Gipfel beschlossen hat, die Euro-Rettungsfonds EFSF und ESM "flexibel" zu nutzen, um den Ländern aus dem Visier der Finanzmärkte zu bringen, muss die Notenbank nun erklären, inwieweit sie diese Hilfen flankieren könnte. Außerdem wird mit Spannung erwartet, wie die EZB sich zu ihrer Aufsichtsfunktion bei der angedachten Bankenunion äußern wird.

 

    Solange diese Fragen unklar sind, bleibt die Lage für die großen Krisenländer kritisch. Am Anleihemarkt zogen die Renditen für spanische und italienische Papiere nach einer Entspannungsphase im Zuge der Gipfelbeschlüsse zuletzt wieder deutlich an. Am Donnerstag musste Spanien abermals mehr Zinsen bieten, um sich frisches Geld bei Investoren zu besorgen. Die als sicher geltenden deutschen Titel sind im unsicheren Umfeld gefragt./hbr/jkr

 

Heute im Fokus

DAX schließt im Minus -- Dow Jones schließt etwas leichter -- E.ON will Milliarden am Anleihemarkt aufnehmen -- Ströer erhöht Dividende stärker als erwartet -- Lufthansa, Apple im Fokus

Commerzbank will wohl Wertpapierabwicklung auslagern. Samsung könnte Pannen-Smartphone Galaxy Note 7 wieder zurückbringen. Audi muss Produktion teilweise einstellen. Überwiegend positive Analystenkommentare stützen Snap-Aktie. Infineon-Aktie verliert weniger als DAX dank Analystenlob. Cum-Cum-Geschäfte: Auch Volksbanken und Sparkassen unter Verdacht.
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