Bundeswertpapiere: Schätzchen ade!
Der Bund streicht seine Angebote für Privatanleger zusammen. Der Verkauf von sechs bis sieben Jahre laufenden Bundesschatzbriefen und ein- bis zweijährigen Schatzbriefen (auch Finanzierungsschätze genannt) wird zum Jahresende eingestellt. Zudem gibt es keine neuen kostenlosen Konten mehr bei der Deutschen Finanzagentur, dem Schuldenverwalter des Bundes.
Die fünf Jahre laufenden Bundesobligationen und andere börsennotierte Anleihen sind schon ab 21. August nur noch bei Banken und Sparkassen zu kaufen und einzulagern. Die täglich gehandelte Tagesanleihe gibt es weiterhin, doch laufen Transaktionen und Lagerung ab Jahresende ebenfalls nur noch über Banken. Bestehende kostenlose Konten bei der Finanzagentur bleiben erhalten, bis die eingelagerten Papiere fällig werden.
Damit endet eine Ära. Sie begann 1969 mit der Ausgabe der ersten Bundesschatzbriefe, auch Bundesschätzchen genannt. Sie waren zeitweise bei Privatanlegern sehr beliebt und hatten Ende 2000 ein Volumen von 36 Milliarden Euro. Die Summe ist mittlerweile auf ein Viertel geschrumpft. Die Zahl der Privatkonten schnurrte gleichzeitig auf 330.000 zusammen, was offensichtlich mit den stark gesunkenen Zinsen zusammenhängt.
So erzielt die zuletzt aufgelegte Tranche im siebten Jahr eine Rendite von gerade mal 0,69 Prozent. Und die Finanzierungsschätze bringen exakt 0,0001 Prozent Zins pro Jahr. Das federführende Bundesfinanzministerium sagte zur Begründung des Einschnitts, das Geschäft mit Privatkunden sei unattraktiv geworden.
Der kostenlose Service trug dazu bei, dass ein Direktinvestment in Bundespapiere regelmäßig rentabler war als die Anlage in Rentenfonds. Doch muss sich das für Sparer nicht unbedingt ändern. Bei Direktbanken gelten oft dieselben Gratiskonditionen wie bislang bei der Finanzagentur. Bei Filialbanken werden zumeist Gebühren fällig.
Kostenfreie Alternativen sind hauseigene Produkte von Banken und Sparkassen, die unter Bezeichnungen wie Sparbrief, Festzinssparen oder Zuwachssparen laufen. Hier ist die Mindestanlage allerdings regelmäßig höher als die 52 Euro, die bei Bundesschatzbriefen gelten.



