20.12.2012 11:13
Bewerten
 (0)

Bund plant 2013 geringeres Refinanzierungsvolumen

Engagement am Kapitalmarkt: Bund plant 2013 geringeres Refinanzierungsvolumen | Nachricht | finanzen.net
Engagement am Kapitalmarkt

Deutschland wird im kommenden Jahr den Kapitalmarkt weniger stark in Anspruch nehmen als 2012.

Der Löwenanteil der avisierten Fremdmittel wird zur Rückzahlung von fälligen Schulden verwendet werden und nur ein kleiner Teil zur Deckung des Haushaltsdefizits. Das Bundesfinanzministerium hatte bereits Anfang des Monats verlautbart, dass der Gesamthaushalt der Bundesrepublik 2012 ausgeglichen sein werde, so wie dies im Maastricht-Vertrag der EU festgelegt worden sei. Damit erreicht Deutschland das selbst auferlegte Ziel ein Jahr früher als geplant. Hintergrund sind die sprudelnden Steuereinnahmen und die sinkende Neuverschuldung.

   Die Finanzagentur nannte am Donnerstag eine Gesamtsumme von 250 Milliarden Euro, die die Behörde am Kapital- und am Geldmarkt 2013 einsammeln will. 2012 waren es 255 Milliarden Euro und damit 5 Milliarden mehr als zu Beginn des Jahres 2012 angekündigt. Dabei entfallen jeweils 65 Milliarden Euro auf das erste und das zweite Quartal, 63 Milliarden Euro auf das dritte und 57 Milliarden Euro auf das Schlussquartal.

   Nicht berücksichtigt in diesen Zahlen sind inflationsindexierte Schuldtitel. Über diese Papiere plant Deutschland 2013 einen Kapitalaufnahme von 8 bis 12 Milliarden Euro nach 9 Milliarden im abgelaufenen Jahr. Bei entsprechenden Marktbedingungen sollen diese Papiere im kommenden Jahr grundsätzlich monatlich ausgegeben werden mit Ausnahme von August und Dezember.

   Auf Kapitalmarkttitel entfallen von den 250 Milliarden Euro 173 Milliarden, was im Rahmen der Analystenschätzungen von 172 bis 177 Milliarden Euro liegt. Über Geldmarktpapiere wie Schatzwechsel will die Finanzagentur insgesamt 77 Milliarden Euro erlösen. Nach Angaben der Finanzagentur will die Bundesrepublik Deutschland insgesamt sechs neue Serien von Staatsanleihen auflegen, je drei neue Serien 5-jähriger und 10-jähriger Anleihen.

   Im vergangenen November hatte der Deutsche Bundestag die Neuverschuldung 2013 auf 17,1 Milliarde Euro reduziert. Diese Summe lag unter den im August vorläufig veranschlagten 18,8 Milliarden Euro. Allerdings hatte die Bundesbank jüngst ihre Wachstumsprognose drastisch reduziert. Für 2013 rechnet die deutsche Zentralbank nur noch mit einem Wachstum in Deutschland von 0,4 nach zuvor 1,6 Prozent. Zugleich warnte die Bundesbank, Deutschland könne im Winter in die Rezession abgleiten. Vor diesem Hintergrund gelten die deutschen Pläne zur Neuverschuldung als ambitioniert.

   Schulden- und Eurokrise hatten die deutschen Renditen 2012 auf Rekordtiefs geschickt. Anleger sehen innerhalb Europas nirgends so sehr wie in deutschen Schuldpapieren einen Hort der Sicherheit, der gerade in unsicheren Zeiten besonders gefragt ist. Bei kürzer laufenden Finanzmarktpapieren stellten sich sogar negative Renditen ein. Anleger waren und sind damit bereit, Gebühren für die sichere Verwahrung ihrer angelegten Gelder zu zahlen.

   In jüngster Zeit war allerdings ein kleiner Anstieg der deutschen Renditen zu beobachten. Die Risikobereitschaft an den Rentenmärkten ist wieder etwas gestiegen und höher rentierende Anleihen aus Italien und Spanien sind wieder mehr in der Gunst der Investoren. Maßgeblich dazu beigetragen hat die Europäische Zentralbank (EZB), die den Markt mit Kapitalspritzen von mehr als einer Billion Euro über langfristige Tender geflutet hatte. Auch die geplanten EZB-Käufe von Staatsanleihen sorgten für ein wachsendes Vertrauen von Anlegern in Anleihen aus den Krisenstaaten.

Dow Jones Newswires

Bildquellen: Christian Mueller / Shutterstock.com, Claudio Divizia / Shutterstock.com

Heute im Fokus

DAX schließt schwächer -- Wall Street im Feiertag -- Neue Dokumente belasten Winterkorn im VW-Abgasskandal -- Trump droht deutschen Autobauern mit hohen Strafzöllen -- Samsung, HUGO BOSS im Fokus

IWF hebt Wachstumsprognose für China an - Schwellenländer im Trump-Fokus. Schäuble sieht Griechenland-Programm ohne Beteiligung des IWF am Ende. So viel kostet es Neukunden jetzt, ihren Tesla aufzuladen. Oxfam: Buffett, Gates, Bezos und Co. besitzen so viel wie gesamte ärmere Hälfte der Menschheit.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Technologieaktien: Drei Möglichkeiten, um vom Trend "Digitale Fabrik" zu profitieren!
Die vierte industrielle Revolution ist im vollen Gange und verändert, vom Großteil der Gesellschaft völlig unbemerkt, bereits die Produktionsabläufe in den großen, industriellen Hallen. Wir zeigen Ihnen in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins drei Möglichkeiten, wie Sie in den kommenden Monaten und Jahren von dem Zukunftstrend "Digitale Fabrik" profitieren können.
Anlegermagazin kostenlos erhalten
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Jetzt durchklicken
Diese 10 Aktien kann sich nicht jeder Investor leisten
Jetzt durchklicken
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Jetzt durchklicken

Umfrage

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat die Nato als obsolet bezeichnet. Halten Sie das Militärbündnis ebenfalls für überflüssig?
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG 710000
Deutsche Bank AG 514000
Volkswagen AG Vz. (VW AG) 766403
E.ON SE ENAG99
BMW AG 519000
Commerzbank CBK100
BASF BASF11
Apple Inc. 865985
Allianz 840400
HUGO BOSS AG A1PHFF
Deutsche Telekom AG 555750
Nordex AG A0D655
Bayer BAY001
Siemens AG 723610
Deutsche Lufthansa AG 823212