Ich kaufe jetzt: Kanadische Staatsanleihen
Geboren: 1957 in Lennestadt
Position: Geschäftsführer der Habbel, Pohlig & Partner Vermögensverwaltung
Ich glaube zwar an den Euro, investiere aktuell aber auch in kanadische Staatsanleihen. Denn die Lösung der Schuldenkrise in Europa und der Fortbestand der Gemeinschaftswährung werden ihren Preis haben — einen schwächeren Euro. Die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank — Anleihekäufe mit frisch gedrucktem Geld — dürften den Euro, gewollt oder nicht, tendenziell zu einer Weichwährung machen.
Dies ist allerdings auch nötig, damit die hoch verschuldeten Länder wie Griechenland, Spanien, Portugal und Italien wieder wettbewerbsfähig gegenüber Ländern außerhalb der Eurozone werden und auf einen Wachstumspfad zurückkehren können.
Deshalb nützen wir Schwächephasen der kanadischen Währung und engagieren uns dort. Wir glauben nämlich, dass der Kanadische Dollar der bessere nordamerikanische Dollar ist. Für Kanada spricht eine Reihe von Faktoren: Das Land hat eine moderate Staatsverschuldung, betreibt eine seriöse Geldpolitik und verfügt über Rohstoffe. Hervorzuheben ist, dass die demografischen Indikatoren des Vielvölkerstaats stimmen. Nicht zuletzt weil die Regierung eine vernünftige Einwanderungspolitik betreibt, indem sie den Zuzug von Menschen mit gesuchten Berufsqualifikationen und finanziellen Ressourcen fördert. Das Land hat zudem die Wirtschaftskrise früher als andere überwunden und wächst vergleichsweise solide.
All diese Faktoren sprechen für einen starken Kanadischen Dollar gegenüber einem Weich-Euro. Anleger können von einer Aufwertung des „Loonie“ profitieren, indem sie in Fremdwährungsanleihen in Kanadischen Dollar investieren. Die ausgesuchte Anleihe verbindet die Stabilität des kanadischen Staates mit der Chance auf Aufwertung.
Ihr bestes Investment? Ganz klar der Kauf unseres eigenen Fonds, des HP & P Euro Select UI. Der europäische Aktienfonds konnte in den vergangenen zehn Jahren um über 200 Prozent zulegen. Ihn werde ich weiter halten, denn er dient meiner Altersvorsorge.
Ihr schlechtestes Investment? Der Kauf einer Neubau-Eigentumswohnung in Ost-Berlin, der mir in den vergangenen 20 Jahren einen Verlust von 60 Prozent beschert hat. Der Kauf beweist, dass nicht jede Immobilie eine gute Anlage und vor allem die Lage wichtig ist.
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