28.02.2013 10:38
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Italien und Spanien sorgen erneut für Unruhe

Eurokrise
Die Euro-Staatsschuldenkrise, die zuletzt in den Hintergrund getreten war, sorgt plötzlich wieder für Unruhe.
Vor allem der Wahlausgang in Italien sowie die mögliche Pleite eines großen spanischen Immobilienentwicklers weckt die Befürchtung, dass die Krise nun noch mal Fahrt aufnehmen könnte.

Korruptionsskandal in Spanien
Für die wieder gestiegene Nervosität gibt es mehrere Gründe – angefangen mit dem Korruptionsskandal in Spanien. Angeblich sollen sich dort schon seit Jahren ranghohe Politiker – unter anderem auch von der regierenden Partei von Ministerpräsident Mariano Rajoy – aus einer illegalen von Baufirmen gespeisten Schwarzgeldkasse bedient haben. Nur wenige Tage nach Bekanntwerden dieser Hiobsbotschaft folgte schon die nächste: der Insolvenzantrag des spanischen Immobilienentwicklers Reyal Urbis. Schlittert das Unternehmen tatsächlich in die Pleite, wäre der zweitgrößte Unternehmensbankrott in der spanischen Geschichte perfekt. Kein Wunder also, dass die Renditen spanischer Anleihen zuletzt kräftig angestiegen sind. Mittlerweile liegt die Rendite spanischer Bonds mit einer Laufzeit von zehn Jahren wieder weit über der 5-Prozent-Marke.

Katastrophenwahl in Italien
Noch kräftiger sind in den vergangenen Tagen die Renditen italienischer Staatsanleihen angestiegen. An sich war Rom zwar auf einem guten Weg, seine Schuldenkrise zu überwinden - dank der Reformen und Sparmaßnahmen von Mario Monti. Doch dann kam die vorgezogene Parlamentswahl in Italien dazwischen. Und wie bereits in den Tagen zuvor befürchtet, erzielte keine Partei eine regierungsfähige Mehrheit. Konkret: Für das Abgeordnetenhaus erhielt zwar wie erhofft das Mitte-Links-Bündnis mit seinem Spitzenkandidaten Pier Luigi Bersani die absolute Mehrheit. Im Senat verpasste das Bündnis hingegen die Mehrheit der Sitze. Problematisch ist dies vor allem deshalb, weil der Senat in Italien jedem Gesetz zustimmen muss – und Bersani somit nun auf die Stimmen aus dem rechten Lager um Silvio Berlusconi oder der Bewegung um den Komiker Beppe Grillo angewiesen ist. Kurzum: Unter diesen Voraussetzungen scheint Italien kaum regierbar zu sein.

Die größte Gefahr besteht nun wohl zunächst darin, dass Rom eine Weile brauchen wird, um eine politisch zufriedenstellende Lösung zu präsentieren - und solange auch die Nervosität der Märkte auf hohem Niveau verharren wird. Mit anderen Worten: Investoren dem italienischen Rentenmarkt den Rücken kehren und die Kurse somit weiterhin unter Druck bleiben. Ruhe wird wohl dann erst wieder einkehren, wenn klar ist, dass der eingeschlagene Reformkurs von Mario Monti fortgesetzt wird.

Riskante Rendite
Mit entsprechenden Zertifikaten können wagemutige Anleger von sinkenden Kursen am italienischen Rentenmarkt überproportional profitieren. Eine Möglichkeit sind MINI Short Zertifikate auf den BTP Future – das italienische Pendant zum Bund Future – der RBS. Doch Vorsicht: Sollte der BTP Future wider Erwarten zulegen, drohen auch hohe Verluste.

Franz von den Driesch ist Chefredakteur der Webmagazine AnleihenMonitor, Ruhestandsmonitor und econoafrica. Die Portale sind redaktionell unabhängig und werden von Wirtschaftsjournalisten mit langjähriger Berufserfahrung betreut. Für die monatlich kostenlosen Newsletter der Webmagazine können sich Anleger auf www.anleihenmonitor.de, www.ruhestandsmonitor.de und www.econoafrica.de anmelden.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: nito / Shutterstock.com

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