02.12.2012 15:00
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Michael Hünseler: Ich teile die Euphorie nicht

Michael Hünseler: Ich teile die Euphorie nicht
Eurokrise
Kapitalmarkt: Michael Hünseler vom Vermögensverwalter Assenagon warnt trotz der Einigung auf Griechenland-Hilfen vor bösen Überraschungen.
€uro am Sonntag

€uro am Sonntag: Herr Hünseler, Griechenlands Geldgeber haben sich auf neue Hilfen geeinigt. Ist Athen aus den gröbsten Problemen raus?
Michael Hünseler:
Die vereinbarten Maßnahmen sind noch längst nicht alle umgesetzt. Es könnte zum Beispiel extrem schwer werden, die angestrebte Beteiligung am geplanten Schuldenrückkauf zu erzielen.

Wieso? Es sollen sich vor allem Hedgefonds billig mit griechischen Anleihen eingedeckt haben, die sie jetzt teurer loswerden können.
Wer die Anleihen wirklich hält, ist gar nicht so klar. Sollte es sich um Hedgefonds handeln, könnten diese auch darauf spekulieren, dass sie komplett ausbezahlt werden. Hedgefonds lassen meiner Erfahrung nach nur ungern ohne Zwang Geld auf dem Tisch liegen.

Es könnte noch böse Überraschungen geben?
Ja. Die Hilfen für Griechenland müssen nicht unbedingt scheitern, nur weil das Rückkaufprogramm vielleicht schlechter als erwartet läuft. In der Vergangenheit musste man die Rettungsmaßnahmen aber dauernd nachbessern, und das wird auch in Zukunft so bleiben. Das birgt große Risiken und hohes Potenzial für negative Überraschungen. Deshalb wundere ich mich, warum die Stimmung an den Börsen so gut ist.

Weil EZB-Chef Draghi die Risiken mit Geld verdeckt und den Euro um jeden Preis halten will?
Natürlich hoffen viele, dass es die EZB schon richten wird. Aber viel kann man jetzt nicht mehr drauflegen. Das große Durchwursteln wird bei Anlegern langfristig zu Ermüdungserscheinungen führen.

Also was tun? Die Lage im Auge behalten?
Die meisten Investoren sagen sich: Wenn etwas schiefläuft, sind wir die Ersten, die aussteigen. Schließlich kennen wir ja die Risiken. Das hat noch nie besonders gut funktioniert.

Bildquellen: Andreas Hackl, Anastasios71 / Shutterstock.com

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