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17.12.2012 10:20
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Fidelity Jahresausblick Anleihen 2013

Anleihen global: Andrew Wells, Global Chief Investment Officer für Fixed Income bei Fidelity: "Auch im kommenden Jahr dürften wir stark schwankende Finanzmärkte sehen. Das macht Anleihen weiter attraktiv. Zwar befürchten einige Anleger aufgrund der hohen Zuflüsse in den Anleihenmarkt eine Blasenbildung. Ich denke aber, dass sich das weltweite Wirtschaftswachstum erst deutlich erholen und die Zinsen entsprechend steigen müssten, um die Aussichten für Anleihen zu trüben. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass dieses Szenario bald eintritt - für 2013 erwarte ich es nicht.

Staatsanleihen der als sicher geltenden westlichen Industrienationen sind aktuell relativ teuer. Dies könnte aufgrund der unsicheren Markt- und Wirtschaftsentwicklung sowie der großen Nachfrage bei abnehmendem Angebot auch noch eine Weile so bleiben. Wenn sich die wirtschaftliche Entwicklung jedoch nachhaltig erholt, werden Staatsanleihen unter Druck geraten. Daher sollten Anleger auf Laufzeiten  achten und Anleihen mit eher kürzerer Duration wählen.

Hochwertige Unternehmensanleihen profitieren weiter davon, dass die Firmenbilanzen insgesamt solide sind. Allerdings besteht die Gefahr, dass einige Unternehmen die Chance nutzen, in der aktuellen Situation günstig Fremdkapital aufzunehmen, beispielsweise für Aktienrückkäufe oder Übernahmen. Das könnte ihre Kreditratings belasten. Eine sorgfältige Auswahl der Titel ist daher besonders wichtig. Anleger, die auf Hochzinsanleihen setzen, sollten sich eher auf qualitativ hochwertige Unternehmen in diesem Segment mit höherem Rating konzentrieren. Dabei muss man bei den Aussichten für 2013 realistisch sein: Die ungewöhnlich hohen Gewinne der letzten Jahre lassen sich nicht wiederholen. Renditen im hohen einstelligen Prozentbereich sind jedoch weiter möglich.

Schwellenländeranleihen profitieren von Währungsschwankungen und Wechselkursgewinnen. Die nächste Rally findet daher womöglich nicht bei Schwellenländeranleihen in Leitwährungen wie US-Dollar statt, sondern bei Unternehmensanleihen in der jeweiligen Landeswährung. Gegen Ende des kommenden Jahres sollten Anleger die Inflationsgefahr in den westlichen Industrienationen auf der Agenda haben. Daher werden inflationsindexierte Anleihen interessant. Da diese Anleiheform sich in der Regel im Umfeld eines soliden Wirtschaftswachstums besser entwickelt, sind vor allem inflationsindexierte Anleihen aus Schwellenländern eine gute Strategie, insbesondere wenn das globale Wirtschaftswachstum wieder anzieht."


Andy Weir, Fondsmanager des Fidelity Global Strategic Bond Fund und des Fidelity Global Inflation-Linked Bond Fund:

"2013 dürften die verschiedenen Anleiheklassen wohl kaum die spektakuläre Wertentwicklung der vergangenen Jahre wiederholen. Infolge der Senkung der kurzfristigen Zinsen sind die Renditen auf breiter Front gesunken. Die US-Notenbank Fed will die Zinsen wohl für mindestens zwei Jahre auf diesem Niveau halten. Innerhalb der Anlageklasse Anleihen werden Unternehmensanleihen voraussichtlich besser abschneiden als Staatsanleihen. Dafür sprechen die soliden Fundamentaldaten vieler Unternehmen. Das Verschuldungsniveau ist vergleichsweise niedrig, das Volumen der Neuemissionen dürfte abnehmen. Sehen wir weiterhin eine lockere Notenbankpolitik, werden auch die Inflationsängste bestehen bleiben. Inflationsindexierte Anleihen dürften daher auch künftig stark nachgefragt sein und Staatsanleihen in fast allen Szenarien schlagen."

Anleihen Europa David Simner, Fondsmanager des Fidelity Euro Corporate Bond Fund und des Fidelity Euro Bond Fund: "2013 dürfte für die Eurozone wegen der Staatsverschuldungs- und Bankenproblematik ein entscheidendes Jahr werden. Die vielen Staaten auferlegte Sparpolitik wird das Wachstum bremsen. Da zudem einige Länder innerhalb der Eurozone ihre Fiskalpolitik nicht lockern möchten, wird dies unvermeidlich zu einer Fortsetzung der Konjunkturschwäche führen. Die Europäische Zentralbank könnte dadurch zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik gezwungen werden. Das allerdings würde die Schuldenlast erhöhen und die sozialen Spannungen in Europa verstärken. Folglich werden Anleihen der betroffenen Länder einen beträchtlichen Risikoaufschlag beibehalten. Die lockere Geldpolitik der Zentralbank wird wohl die Anleihenmärkte auch künftig unterstützen und den Konzernen ein vergleichsweise günstiges Umfeld für die Finanzierung und Refinanzierung bieten. So sollten Anleihen von Unternehmen guter Qualität mit hohen, langfristigen Cashflows weiterhin genügend Sicherheit für diejenigen Anleger bieten, die relativ stabile Erträge bevorzugen."

Anleihen Asien - Bryan Collins, Fondsmanager des Fidelity Asian High Yield Fund, des Fidelity Global High Yield Bond Fund und des Fidelity China RMB Bond Fund:

"Die Fundamentaldaten asiatischer Unternehmen bleiben auch in einem global herausfordernden Umfeld robust. Dennoch sind das globale Wirtschaftswachstum und die stimmungsbedingten Schwankungen aufgrund der Staatsschuldenkrise weiter die wesentlichen Risiken. Zudem gewinnt das Thema Corporate Governance in Asien für Anleiheinvestoren an Bedeutung: Unternehmen könnten versucht sein, Aktionärsinteressen den Vorrang zu geben und das Niedrigzinsumfeld zu nutzen, um Kapital aufzunehmen.

Ich halte es für unwahrscheinlich, dass asiatische Unternehmensanleihen die starken Kursanstiege dieses Jahres auch 2013 wiederholen können. Daher werden in der kommenden Zeit Zinserlöse ein wesentlicher Renditefaktor bei Anleihen sein, vor allem im Hochzinsbereich. Bei den Bewertungen auf dem aktuellen Niveau müssen Anleger bereit sein, höhere Schwankungen der Anleihekurse in Kauf zu nehmen."

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Quelle: fixed-income.org - Die Plattform für Investoren und Emittenten am Anleihenmarkt.

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