07.05.2013 10:13
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Bei Rücksetzer kaufen?

André Kostolany sagte einmal, dass man das Hirn ausschalten und kaufen solle, wenn die Zinsen in Richtung null Prozent fallen.
Am vergangenen Donnerstag wurde ein weiterer Schritt in diese Richtung durch die Zinssenkung der Europäischen Zentralbank gemacht – und die Aktienmärkte hielten sich an diese Regel. Ob die abermalige Zinssenkung nun sinnvoll oder notwendig ist, darüber streiten sich die Experten derzeit durchaus. Denn bislang hat die Liquiditätsflut zumindest an der Stelle, für die sie gedacht war, noch nicht den durchschlagenden Erfolg gebracht. Die Senkung um weitere 25 Basispunkte bleibt daher umstritten. Einen klaren Gewinner dieser Vorgehensweise gibt es zumindest bereits jetzt schon – den Aktienmarkt. Denn allmählich gibt es keine wirklich attraktiv verzinste Anlageform mehr als Alternative zum Aktienmarkt, so dass davon auszugehen ist, dass der erneute Liquiditätsschub die Dividendentitel weiter treiben dürfte.

Geöffnete Geldschleusen = Treibsatz für steigende Kurse!

Mittelfristig dürfte das historisch niedrige Zinsniveau insgesamt die Aktienkurse weiter anheizen. Insgesamt, da auch in den USA die Zinsen im Keller sind. Allerdings zeigen sich hier erste konjunkturelle Lichtblicke, so dass sich sicherlich ab dem vierten Quartal dieses Jahres Sorgen zeigen dürften, dass die US-Notenbank von ihrer Politik des billigen Geldes allmählich abrückt. Hierzulande sieht die Situation vorerst noch nicht so rosig aus. Einerseits hat sich die konjunkturelle Situation in Deutschland auch zuletzt etwas eingetrübt, der Arbeitsmarkt in den südlichen Ländern ist allerdings alles andere als zufrieden stellend und dürfte daher die EZB dazu bewegen, die Zinsen eher länger als kürzer auf dem aktuell niedrigen Niveau zu belassen – weiterer Zinsschritt nach unten aktuell nicht ausgeschlossen!

Kurzfristig etwas heißgelaufen!

Mit der Vorfreude auf die Zinssenkung der EZB, den guten US-Arbeitsmarktdaten der Vorwoche sowie dem tatsächlichen Zinsschritt ist der DAX ordentlich nach oben „gefeiert“ worden und damit kurzfristig etwas überhitzt. Daher scheint ein rascher Ausbruch auf ein neues Allzeithoch aus aktueller Sicht unwahrscheinlicher als die Variante eines kurzfristigen Rücksetzers und damit einer kleinen Konsolidierung. Aufgrund der zuvor angeführten Gründe sollte sich zwar im weiteren Jahresverlauf ein neues Allzeithoch einstellen, würde sich zuvor aber noch einmal ein Rücksetzer offenbaren, scheint dieser dann eine attraktive Einstiegsgelegenheit darzustellen.

Stephan Feuerstein ist Chefredakteur des Börsenbriefes Hebelzertifikate-Trader. Bereits seit Anfang der 90er Jahre beschäftigt er sich mit dem Thema Börse, speziell der Technischen Analyse. Infos: www.hebelzertifikate-trader.de Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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