05.09.2013 17:00
Bewerten
(4)

Staatsanleihen: Zittern in Argentinien

Hedgefonds wollen mehr: Staatsanleihen: Zittern in Argentinien | Nachricht | finanzen.net
Hedgefonds wollen mehr
DRUCKEN
Mit einem neuen Umschuldungsangebot will sich das Land einem Gerichtsurteil entziehen, demzufolge es alle Gläubiger auszahlen muss.
€uro am Sonntag
von Astrid Zehbe, Euro am Sonntag

Gläubigern argentinischer Staatsanleihen stehen ungemütliche Zeiten bevor. Das Land ist unter Druck geraten, nachdem ein Gericht in New York entschieden hat, es müsse seine Gläubiger vollständig auszahlen. Dabei geht es um Bonds, die nach der Staatspleite 2001 nicht mehr bedient werden konnten. 2005 und 2010 bot Buenos Aires seinen Gläubigern an, die Papiere gegen neue Anleihen umzutauschen — unter Verzicht auf einen Großteil ihrer Forderungen. 93 Prozent nahmen das Angebot an und erhielten nach dem Schuldenschnitt lediglich 25 Prozent des ursprünglichen Nennwerts.

Die verbleibenden sieben Prozent der Anleger, darunter vor allem Hedgefonds, welche die Papiere nach der Staatspleite billig gekauft haben, klagen auf eine hundertprozentige Entschädigung. Insgesamt geht es um 1,3 Milliarden Dollar. Ein Gericht in New York, das zuständig ist, weil die Anleihen seinerzeit unter amerikanischem Recht und in Dollar emittiert wurden, hat den Gläubigern nun recht gegeben. Argentinien dürfe keine Zinszahlungen an Besitzer neuerer Anleihen leisten, solange die Altschulden nicht beglichen seien, so das Urteil.

Zwar muss der Oberste Gerichtshof in den USA die Entscheidung noch bestätigen, dennoch wird es für Argentinien eng: Gläubiger, die dem Schuldenschnitt von 2005 zugestimmt hatten, könnten ebenfalls höhere Forderungen anmelden.

Wandel in argentinisches Recht
Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner hat nun erneut angeboten, die noch nicht getauschten Anleihen unter den Bedingungen des Schuldenschnitts von 2010 umzuwandeln. Gleichzeitig will das Land die ausstehenden Anleihen, die amerikanischem Recht unterliegen, in Papiere unter argentinischem Recht tauschen. Auf diese Weise würde sich Argentinien von dem Urteil aus New York befreien. Für die Gläubiger ist dies ein Dilemma. Lehnen sie ab, besteht die Gefahr, gar keine Zahlungen mehr zu erhalten, zumal Cristina Kirchner bereits angekündigt hat, an den von ihr als „Aasgeier“ bezeichneten Hedgefonds keinen Cent auszahlen zu wollen. Stimmen sie der Umwandlung zu, haben sie zwar die Chance auf weitere Zahlungen, allerdings schwindet die Rechtssicherheit.

Der Markt hat die Entwicklungen und die Sorge vor einer erneuten Staatspleite entsprechend quittiert: Die Kosten für Kreditausfallversicherungen für argentinische Bonds sind um 13 Prozent gestiegen — weltweiter Rekord. Anleger sollten derzeit die Hände von Argentinien-Investments lassen. Für Gläubiger, die vor der Entscheidung stehen, einem erneuten Tausch der Bonds zuzustimmen, ist eine anlegerrechtliche Beratung empfehlenswert.

Bildquellen: Aleksey Klints / Shutterstock.com, atm2003 / Shutterstock.com

Heute im Fokus

DAX geht schwächer ins Wochenende -- Dow schließt leichter -- Sinn: Krise der Eurozone nicht vorbei -- Morgan Stanley-Chef: Bitcoin könnte weitere 700% steigen -- Tesla stellt Lkw & Roadster vor

Apple verschiebt Marktstart seines smarten Lautsprechers. Air-Berlin-Chef: Etihad wollte schon vor einem Jahr aussteigen. Tausende protestieren bei Siemens gegen Stellenabbau. Londoner Startup will Bitcoin zum normalen Zahlungsmittel machen. Foot Locker: Hoffnung auf anziehende Sportschuh-Käufe in den USA.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Payment-Trend: Der Vormarsch von digitalen Zahlungsabwicklern

Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, warum vor allem asiatische Unternehmen beim Mobile-Payment eine wichtige Rolle spielen und welche Aktien vom mobilen Bezahlen profitieren könnten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Top-Rankings

KW 46: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
KW 45: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Die Länder mit den größten Goldreserven 2017
Wo lagert das meiste Gold?

Umfrage

Glauben Sie, dass eine Jamaika-Koalition zustande kommt?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
EVOTEC AG566480
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
TeslaA1CX3T
Daimler AG710000
Apple Inc.865985
Fresenius SE & Co. KGaA (St.)578560
BYD Co. Ltd.A0M4W9
E.ON SEENAG99
GeelyA0CACX
Siemens AG723610
CommerzbankCBK100
Infineon AG623100
Bitcoin Group SEA1TNV9
AIXTRON SEA0WMPJ